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Typ-2-Diabetes

Gute Werte durch die Nahrung

Problemfall Einfachzucker

Menschen mit Diabetes sollten vor allem die »schlechten« Kohlenhydrate reduzieren. Damit ist der einfache Zucker gemeint, der zum Beispiel in Form von Saccharose Lebensmitteln wie Softdrinks, Süßigkeiten, Fruchtjoghurt und Fertiggerichten zugesetzt wird. Die Fachgesellschaften empfehlen, nicht mehr als 50 Gramm einfache Zuckerarten pro Tag (maximal 10 Prozent der täglichen Energieaufnahme) zu konsumieren. Unerwünscht schnell steigt der Blutzucker an, wenn man Zucker in konzentrierter oder isolierter Form aufnimmt wie in gezuckerten Getränken. Dabei ist es vor allem der Glucose-Fructose-Sirup, der das Gewicht schnell ansteigen lässt und dem Stoffwechsel schadet.

Überschüssige Glucose wandelt der Körper außerdem in Fettdepots für Notzeiten um. Zunächst werden die Unterhautfettzellen gefüllt, dann vermehrt sich das Bauchfett. Bei übergewichtigen Diabetes-Patienten sammelt sich das Fett, messbar als Triglyceride, aber auch direkt in den Muskeln an. Dieses hemmt das Signal, um die Türen der Zellen für Insulin zu öffnen, wodurch das Muskelgewebe noch unempfindlicher gegenüber dem Hormon wird.

Lange Zeit wurde der Einfachzucker Fructose (Fruchtzucker) als Ersatz für herkömmlichen Zucker in industriell gefertigten Lebensmitteln eingesetzt, um diese als »Diabetiker-Lebensmittel« zu verkaufen. Denn im Gegensatz zu Glucose benötigt Fructose kein Insulin, um verstoffwechselt zu werden. Mittlerweile weiß man jedoch, dass sich eine hohe Zufuhr von Fructose nachteilig auf die Gesundheit auswirkt: Sie fördert unter anderem Adipositas und erhöht die Trigylceride und das »schädliche« LDL-Cholesterol. Die Vermarktung dieser Lebensmittel als »diabetikerfreundlich« ist seit 2012 verboten. Trotzdem steckt die industriell hergestellte Fructose in vielen Fertiglebensmitteln wie Süßigkeiten, Ketchup, Dressings oder Limonaden, die daher gemieden werden sollten. Der natürlich vorkommende Fruchtzucker zum Beispiel in Obst ist aber unproblematisch.

Mehr Omega-3-Fettsäuren

Gerade Menschen mit Typ-2-Diabetes essen häufig zu viel Fett und sollten daher die Zufuhr beschränken. Auch hier ist besonders auf die Fettqualität zu achten. Vorzuziehen sind einfach und mehrfach ungesättigte Fettsäuren aus pflanzlichen Lebensmitteln und Fisch. Vor allem die Aufnahme von entzündungshemmenden mehrfach ungesättigten Omega-3-Fettsäuren sollte gesteigert werden. Gute Lieferanten sind Lein-, Walnuss- und Rapsöl, Walnüsse sowie fetter Seefisch wie Thunfisch, Lachs oder Makrele. Laut einer Auswertung der Daten von 9053 Frauen aus der Nurses’ Health Study und von 2211 Männern aus der Health Professionals Follow-Up Study verringert ein gesteigerter Konsum mehrfach ungesättigter Fettsäuren das Sterberisiko bei Typ-2-Diabetikern und wirkt sich positiv auf Herz und Kreislauf aus. Das gilt bei den untersuchten Teilnehmern vor allem für die Omega-3-Fettsäure alpha-Linolensäure und Omega-3-Fettsäuren aus Fischöl. 

Gesättigte Fettsäuren aus tierischen Quellen wie Fleisch, Wurst oder fetten Milchprodukten sind dagegen besser sparsam zu verwenden. Vor allem aber stellen die industriell entstandenen Transfettsäuren ein gesundheitliches Risiko dar. Sie stecken in verarbeiteten Lebensmitteln wie Chips, Backwaren, Fast Food und Brotaufstrichen. Bei regelmäßigem Verzehr verschlechtern sich die Blutfettwerte, was die Empfindlichkeit für Insulin und das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen negativ beeinflusst.

Wie auch für Menschen ohne Diabetes eignen sich verschiedene Ernährungsformen für Menschen mit Diabetes. Neben einer vollwertigen Mischkost stellen auch eine vegetarische oder vegane Ernährungsweise mögliche Optionen dar. In einer im Jahr 2018 von einem Wissenschaftlerteam des Deutschen Instituts für Ernährungsforschung (DifE) durchgeführten Studie zeigte sich, dass im Vergleich zu acht anderen Kostformen die Mittelmeer-Kost im Hinblick auf den Nüchtern-Blutzuckerwert bei Typ-2-Diabetikern am besten abschneidet. Festzuhalten bleibt, dass sich eine überwiegend pflanzliche Kost hervorragend eignet, um Blutzuckerwerte zu verbessern. Sie stellt eine ausreichende Versorgung mit Ballaststoffen, Vitaminen und Mineralstoffen sicher, liefert hochwertige Fette und begrenzt die Aufnahme an Energie. Außerdem helfen die reichlich enthaltenen Antioxidantien wie Vitamin C und E oxidativem Stress entgegenzuwirken, der durch die diabetische Stoffwechsellage (zum Beispiel anhaltend erhöhte Blutzuckerspiegel) vermehrt entsteht. Oxidativer Stress kann zur verminderten Wirkung von Insulin beitragen und ist über verschiedene Mechanismen an der Entstehung von Folgekrankheiten wie Arteriosklerose beteiligt.

Wie der Ernährungsplan im Einzelfall aussieht, hängt von verschiedenen Faktoren ab, zum Beispiel von Gesundheitszustand, Gewicht, Blutfettwerten oder Nierenfunktion. Die Ernährung muss auf die Therapie der Erkrankung abgestimmt sein, um Unter- und Überzuckerung zu vermeiden. Je nachdem, ob Diabetiker Insulin spritzen oder Antidiabetika einnehmen, kann sich das auf den täglichen Speiseplan unterschiedlich auswirken. Auch deshalb ist eine individuell zugeschnittene Ernährungsberatung für Diabetiker wichtig. 

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