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Diabetes mellitus

Hafertage wieder up to date

Regelmäßige Hafertage mit vorwiegend haferhaltigen Mahlzeiten können dazu beitragen, den Glukosespiegel zu senken und die Insulinempfindlichkeit zu erhöhen. Insulinbehandelte Menschen mit Typ-2-Diabetes könnten anschließend sogar meist ihre Insulindosis verringern, machte die Gesundheitsorganisation »diabetesDE – Deutsche Diabetes-Hilfe« nun in einer aktuellen Mitteilung deutlich.
Christiane Berg
14.10.2021  16:00 Uhr

Diabetes mellitus Typ 2-Patienten leiden häufig unter einer Insulinresistenz mit dauerhaft zu hohen Glukosespiegeln. Neben der konsequenten medikamentösen Therapie und viel Bewegung in Form von Spaziergängen, Radtouren oder moderatem Sport zählt auch eine ausgewogene Ernährung mit vorwiegend Gemüse, hochwertigen pflanzlichen Ölen, Fisch und Vollkornprodukten zu den Säulen der Therapie.

Dabei könnten insbesondere Entlastungs- beziehungsweise Schalttage mit Hafer den Glukosespiegel regulieren und die Insulinempfindlichkeit verbessern.

Schon wenige Tage sehr effektiv

»Egal ob kernig, zart oder instant: Bei Haferflocken handelt es sich um ein Vollkornprodukt, das viele Ballaststoffe enthält«, erläutert Kirsten Metternich von Wolff. Sie bilden mit Wasser ein Gel, das sich auf die Magen-Darm-Schleimhaut legt und den Übergang von Zucker in die Blutbahn verzögert. »Dieser Effekt kann sich – je nach Therapieprofil – schon bei einer zwei- bis dreitägigen Kur mit jeweils drei bis vier haferhaltigen Mahlzeiten einstellen«, erklärt die Ernährungsberaterin.

Von Wolff empfiehlt pro Mahlzeit 60 Gramm Haferflocken, was einer Menge von sechs Esslöffeln und drei Broteinheiten (BE) entspricht. Es käme zu einem verlangsamten Blutzuckeranstieg mit einem länger anhaltenden Sättigungsgefühl bei gleichzeitiger Anregung der Darmbewegungen und somit auch Verbesserung der Verdauung.

Lange vergessen, nun erneut erfolgreich praktiziert

»Hafer- oder Ballaststofftage sind lange in Vergessenheit geraten, heute aber wieder up to date. Sie werden erfolgreich unter anderem auch in Diabetes-Kliniken praktiziert«, macht die Deutsche Diabetes Hilfe auch auf Ihrer Homepage deutlich. Entsprechende Ballaststoff-Kuren zur Entlastung des Blutzuckerspiegels könnten nicht nur eintägig oder einmal die Woche, sondern auch an zwei oder mehr Tagen hintereinander mit Wiederholung in regelmäßigen Abständen praktiziert werden.

Auch wenn Haferkuren grundsätzlich nur im Einvernehmen mit dem behandelnden Arzt durchgeführt werden sollten: Diabetes-mellitus-Typ-2-Patienten, die mit Medikamenten wie Metformin, SGLT-2-Inhibitoren oder GLP-1-Analoga therapiert werden, benötigen in der Regel keine gesonderte Absprache mit dem behandelnden Diabetesteam, macht die Diabetes-Hilfe deutlich.

Menschen mit Typ-1-Diabetes und einer Insulinresistenz hingegen, die grundsätzlich auch regelmäßig Hafertage einlegen könnten, sollten sich auf jeden Fall mit dem Diabetes-Behandlungs-Team absprechen und noch engmaschiger auch ihre Glukosewerte prüfen, um der Gefahr einer Unterzuckerung zu begegnen.

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