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Mild und häufig unbemerkt

Hand-Fuß-Mund-Krankheit ist hochansteckend, aber harmlos

Bläschen an Händen, Füßen und Mund sind namensgebend für die hochansteckende, aber ungefährliche Krankheit. Sie trifft sowohl Kinder als auch Erwachsene. Meist heilt sie – mit oder ohne symptomatische Therapie – unkompliziert innerhalb einer Woche ab.
Anna Carolin Antropov
16.09.2021  08:30 Uhr

Das Kind fühlt sich abgeschlagen, möchte nichts essen und klagt über Halsweh und Fieber? Dann lohnt sich ein Blick in den Mund. Bei der Hand-Fuß-Mund-Krankheit fällt Ärzten die Diagnose selten schwer: »Die klinischen Symptome sind relativ typisch mit Aphthen im Mund und auf der Zunge, einem Ausschlag um den Mund und Bläschen an den Händen und Füßen, insbesondere an den Handinnenflächen und Fußsohlen«, erklärt Privatdozent Dr. Burkhard Rodeck, Generalsekretär der Deutschen Gesellschaft für Kinder- und Jugendmedizin gegenüber PTA-Forum.

»Die Erkrankung wird durch verschiedene Enteroviren wie Coxsackie-A-Viren verursacht«, erklärt Rodeck. Obwohl sie ganzjährig auftritt, häufen sich Fälle besonders jetzt im Spätsommer und Herbst. Glücklicherweise verläuft die Hand-Fuß-Mund-Krankheit fast immer mild und heilt auch ohne spezifische Therapie binnen sieben bis zehn Tagen aus. Über 80 Prozent der Infektionen verlaufen sogar unbemerkt. Schwere Komplikationen mit einer Gehirnbeteiligung sind sehr selten.

Zuerst um den Mund herum

»Trotzdem sollte zur Diagnosesicherung und Abgrenzung zu anderen Erkrankungen wie Pfeiffersches Drüsenfieber, einer Herpesinfektion oder einer Mandelentzündung eine kinderärztliche Vorstellung erfolgen«, empfiehlt Rodeck. Der typische Hautausschlag tritt meist ein bis zwei Tage nach den Allgemeinsymptomen wie Fieber und Appetitmangel auf und zeigt sich zuerst im und um den Mund herum. Die Punkte können sich im weiteren Verlauf zu geschwürartigen Bläschen entwickeln. Am Körper können die Flecken erhaben oder flach sein und sowohl jucken, schmerzen als auch gar keine Beschwerden verursachen.

Bei atypischen Verläufen zeigt sich der Ausschlag auch an anderen Körperstellen wie Ellenbogen, Gesäß oder Genital. Manche Betroffenen verlieren sogar einen oder mehrere Finger- oder Zehennägel, üblicherweise innerhalb von vier bis acht Wochen nach der Infektion. Eltern dürfen nach einem kurzen Schreck aber aufatmen: Nach einiger Zeit wachsen die Nägel wieder vollständig und gesund nach.

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