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Tiergesundheit

Hautpilz bei Hund und Katze

Hautpilzinfektionen bei Tieren sind zwar meist unauffällig, aber dennoch hartnäckig und hoch infektiös. Um eine Übertragung auf den Menschen und weitere Tiere zu vermeiden, ist neben einer Kombination aus topischer und systemischer Therapie eine aufwendige Umgebungsbehandlung erforderlich.
Carina Steyer
14.09.2020  08:30 Uhr

Der häufigste Hautpilzerreger bei Hunden und Katzen ist »Microsporum canis«, ein weltweit verbreiteter Fadenpilz, der auch den Menschen und viele andere Säugetiere befallen kann. Die Übertragung erfolgt direkt von Tier zu Tier oder indirekt über Bürsten, Transportkörbe, Kratzbäume oder Ähnliches. Anders als beim Menschen verläuft eine Hautpilzinfektion bei den meisten Hunden und Katzen unspezifisch. Schuppen, struppiges Fell oder vermehrtes Haaren gehören zu den häufigsten Krankheitsanzeichen. Juckreiz tritt in der Regel erst auf, wenn eine bakterielle Sekundärinfektion dazu kommt.

Nur wenige Tiere entwickeln auffälligere Symptome wie Akne-ähnliche Papeln oder Pusteln sowie runde, sich nach außen hin ausbreitende, haarlose Stellen. Bei Hunden kann eine knotenartige, erosive Entzündung an der Nase oder den Pfoten auftreten. Tierärzte sprechen von einem Kerion. Bei Perserkatzen kommt es manchmal zu sogenannten Pseudomyzetomen. Dabei handelt es sich um eine tiefe Pilzinfektion mit abszessartigen Veränderungen, die durch eine Fremdkörperreaktion auf die vom Pilz zerstörten Haarbälge entsteht. Aufgrund der vielen verschiedenen Symptome gilt das Anlegen einer Pilzkultur bei Haustieren als sicherste Nachweismethode.

Einmal streicheln reicht

Bei gesunden Tieren kann eine Pilzinfektion innerhalb einiger Monate von selbst ausheilen. Dennoch raten Tiermediziner zur Behandlung. Nur so lässt sich die Ansteckungsgefahr für weitere Tiere und die Menschen im Haushalt reduzieren. Diese ist relativ hoch und kann bereits nach einmaligem Streicheln ohne anschließendes Händewaschen erfolgen. Besonders unangenehm: Ist erstmal ein menschliches Haushaltsmitglied infiziert, kann der Pilz auch von Mensch zu Mensch übertragen werden.

Bei Menschen zeigt sich eine Infektion mit Microsporum canis durch einen juckenden Hautausschlag und runde, rote Flecken, die zuerst an Händen und Unterarmen auftreten. Im weiteren Verlauf geht der Ausschlag auf den Oberkörper und schließlich die Kopfhaut über. Die Haare brechen kurz über der Hautoberfläche ab, sodass kahle Stellen entstehen. Je weiter fortgeschritten die Infektion ist, umso aufwendiger und langwieriger wird die Behandlung. Während bei wenigen Herden eine topische Therapie mit Clotrimazol oder Miconazol zweimal täglich für vier bis sechs Wochen ausreicht, müssen ausgeprägte Läsionen systemisch behandelt werden. Ein topisches Antimykotikum wird unterstützend eingesetzt, zudem wird einmal wöchentlich die Verwendung eines Selendisulfid-haltigen Shampoos empfohlen.

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