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Phytopharmaka
Heilpflanzen für kleine Husten-Patienten

Efeu für die ganz Kleinen

Zwei Pflanzenkombinationen, die die Husten-Leitlinie aufführt, sind die von Thymiankraut mit Efeublättern (Bronchipret® Saft TE, ab einem Jahr) sowie die Kombination von Thymiankraut mit Primelwurzel (wie Bronchipret® TP Filmtabletten, ab 12 Jahre, Bronchicum® Elixier, ab 6 Monate, und Tropfen, ab 6 Jahre). Für die zuletzt genannten Thymiankraut-Primelwurzel-Extrakte hat die Europäische Arzneimittelagentur EMA auch den Well-established-Use vergeben. Diese Extraktkombinationen bewirkten in kontrollierten, randomisierten Studien im Vergleich zu Placebo aufgrund sekretolytischer und antiphlogistischer Effekte ein signifikant schnelleres Abklingen der Hustenanfälle. So reduzierten sich die Hustenattacken um die Hälfte im Schnitt zwei Tage früher als in den Kontrollgruppen.

Während Thymiankraut-Monopräparate keine positiven Studienergebnisse vorzuweisen hat, haben das in besonderer Art und Weise Mono-Extrakte von Efeublättern. Diverse ethanolische Auszüge verfügen über eine sehr gute Studienlage, der prominenteste dürfte der Spezialextrakt EA 575® in Prospan® sein und ist bei ärztlicher Begleitung bereits im ersten Lebensjahr einsetzbar. Er verfügt über Wirknachweise für Kleinkinder und Asthma-Patienten. Für diverse Trockenextrakte aus Efeublättern hat die EMA den Status des Well-established-Use vergeben (wie Prospan®, Hedelix®, Efeu Hustensirup Madaus, Bronchoverde® Hustenlöser, Sinuc®). Verantwortlich für den klinischen Effekt dürfte die Normalisierung der Sekretviskosität und die Entspannung der Bronchialmuskulatur sein.

Pelargonium hilft nach

Mit breiter Studiensicherung gerade auch zum Einsatz bei Kindern sind Pelargonium sidoides-Wurzelextrakte zugelassen (wie Umckaloabo®, Pelargonium-ratiopharm® Bronchialtropfen). Zahlreiche randomisierte Doppelblindstudien bestätigen dem Kapland-Pelargonium-Spezialextrakt EPs® 7630, dass sowohl Erwachsene als auch Kinder mit akuter Bronchitis ab einem Jahr von der Einnahme profitieren. Der Spezialextrakt reduziert Hustenattacken und Sputum und verkürzt die Krankheitsdauer signifikant um 2 bis 2,5 Tage. Zudem ist der Spezialextrakt in der Lage, die mit Infekten einhergehenden Begleiterscheinungen wie Antriebslosigkeit, Schläfrigkeit oder Appetitlosigkeit - auch Sickness Behaviour genannt - signifikant zu reduzieren. Die Dosierung sollte bei täglich 60 bis 90 mg liegen und die Anwendungsdauer maximal drei Wochen betragen.

Das Wirkprinzip hinter diesem Spezialextrakt scheint ein synergistisches Zusammenspiel mehrerer Wirkkomponenten zu sein. Der Auszug zeichnet sich neben seiner expektorierenden Wirkung durch direkte antivirale und antibakterielle Eigenschaften aus. So verhindert der Extrakt die Adhäsion von Influenza- oder Rhinoviren sowie von Bakterien an die Wirtszellen. Was bedeutet, dass die Erreger dadurch an der Vermehrung und Ausbreitung gehindert werden.

Zusätzlich schreibt man EPs® 7630 eine gewisse immunmodulierende Kompetenz zu: Mit der Neuraminidase hemmt er auch die Viren-Übertragung auf andere Zellen und mit der Stimulation von Interferon ß schützt er nicht nur Zellen vor der Zerstörung durch Viren, sondern aktiviert die natürlichen Killerzellen der körpereigenen Abwehr. So können weniger Viren entstehen und die Belastung wird eingedämmt.

Vor allem während der ersten Wintermonate in der Kita machen Kinder regelhaft bis zu 12 akute Infekte der Atemwege pro Jahr durch. Verständlich, dass dies ihren Eltern Sorgen bereitet. Wenn der regelhafte und typische Verlauf mit stets rascher klinischer Erholung, ausbleibenden Komplikationen und Major-Infektionen eine Immundefektkrankheit weitgehend ausschließen lässt, sind Pelagonium-Extrakte zur Immunstärkung eine gute Wahl. Zwar liegt für diese Indikation keine Zulassung vor, dennoch belegen Studien eine Reduktion der Infekt-Häufigkeit.

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