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Gesunde Ernährung

Heimisches Superfood macht Exoten Konkurrenz

Löwenzahn als Stoffwechselkurbel

Neben den Blättern und Wurzeln haben auch die strahlend-gelben Blüten und die Blütenknospen des Löwenzahns nicht nur optisch, sondern auch kulinarisch wie gesundheitlich einiges zu bieten. Unter den Wildkräuter belegt die Pflanze, die uns schon zu Kinderzeiten als Pusteblume erfreut hat, einen Spitzenplatz in Sachen Provitamin A. Auch Vitamin C, K, Mineralstoffe sowie bioaktive Pflanzenstoffe wie Bitterstoffe oder Flavonoide werden kostenfrei mitgeliefert. Löwenzahn wirkt antioxidativ, appetitanregend, erleichtert die Verdauung und regt die Stoffwechselfunktionen insgesamt an.

Die Blüten schmecken leicht süßlich und steigern allein durch ihre sonnengelbe Optik die Stimmung. Sie eignen sich als gesunde Dekoration auf Salaten oder in Kräuterbutter, aber auch auf Obstsalat, Desserts, Kuchen, Sirup, Marmeladen, Gelees oder als Löwenzahnhonig – als Honigersatz für alle, die auf Bienenhonig verzichten. Vor dem Verzehr werden die Zungenblüten durch eine Drehbewegung vom grünen Kelch entfernt, der leicht bitter schmeckt. Geschlossene Blütenknospen sind eine besondere Delikatesse.

Jetzt ist Blüte- und somit Erntezeit bis Juni und ein zweites Mal im Spätsommer. In diesem Zeitraum ist Löwenzahn kaum zu verwechseln mit anderen Wildkräutern. Alle ähnlichen gelben Korbblütler haben verzweigte Blütenstängel. Aber Vorsicht: Die Stängel enthalten einen Milchsaft, der Taraxacin enthält. In größeren Mengen verzehrt oder auf der Haut kann er zu Problemen führen.

Beeren-stark

Wer braucht schon Acai- und Goji-Beeren, wenn er Heidelbeeren, Himbeeren, Aronia oder Sanddorn in der Nähe hat? Bei Superfood-Beeren denken die meisten Menschen sicher an Acai- und Maqui-Beeren aus Südamerika oder Goji-Beeren und Schisandra aus Asien. Die Zusammensetzungen zwischen den Exoten und heimischen Beeren sind aufgrund der klimatischen Unterschiede zwar anders. Laut Experten wie Professor Dr. Bernhard Watzl vom Max-Rubner-Institut sind sie aber hinsichtlich ihrer gesundheitlichen Wirkungen durchaus vergleichbar. Somit kann auch die heimische, bunte Beerenvielfalt helfen, die Gesundheit zu stärken. Allen gemein ist, dass sie Vitamin-C-Bomben sind und viele antioxidative Pflanzenstoffe wie Carotinoide, Polyphenole und Ellagsäure liefern. Das macht sie zu natürlichen, kostengünstigen und nachhaltig wirkenden Healthy-Aging-Mitteln, um es neudeutsch zu formulieren.

Vor allem die dunklen Beeren wie Heidel- oder Blaubeeren sind gesundheitliche Multitalente. Neben wertvollen Vitaminen und Mineralstoffen sind sie reich an Anthocyanen, Gerbstoffen und Ballaststoffen. Heidelbeeren sind als altes Hausmittel bei Durchfall bekannt, helfen, Blasenentzündungen vorzubeugen, da die enthaltenen Wirkstoffe den Bakterien das Anheften an die Schleimhäute schwermachen. Sie drücken leicht den Cholesterinspiegel, weshalb ihnen eine gefäßstärkende Wirkkomponente zugesprochen wird. Die enthaltenen Anthocyane und Lutein stärken zudem die Augennetzhaut. Das Nachtsehen beim Autofahren wird ebenso verbessert wie das Risiko für altersbedingte Makuladegeneration und ein Ablösen der Netzhaut. Fans der blauen Beere können sogar ihr Krebsrisiko mindern; diesen Effekt schreibt man vor allem der enthaltenen Ellagsäure zu.

Die auch als Apfelbeere oder Schwarze Eberesche bekannte Aroniabeere kommt wie eine zu groß geratene Heidelbeere daher. Sie stammt ursprünglich aus Nordamerika, ist aber mittlerweile auch in Deutschland beheimatet. Aroniabeeren enthalten laut Krebsinformationsdienst noch mehr Anthocyane (349,8 mg) pro 100 Gramm als Blaubeeren (163,3 mg). Auch ihnen wird eine immunstärkende und krebspräventive Wirkung zugeschrieben. Zudem soll der Verzehr von Aronia-Produkten die Fettstoffwechselwerte positiv beeinflussen können.

Durch den säuerlich-herben Geschmack der rohen Aroniabeere zieht sich alles im Mund zusammen. Beim Einfrieren verlieren sie ihren herben Geschmack. Aroniabeeren findet man beispielsweise im Reformhaus als Direktsaft, Marmelade, Tee oder getrocknet als Zutat zum Kochen und Backen. Der Aroniastrauch ist pflegeleicht und anspruchslos, sodass er auch im Garten oder auf dem Balkon gepflanzt werden kann. Die Früchte reifen etwa Ende August aus. Dann sollte schnell geerntet und weiterverarbeitet werden, denn sie sind auch bei Vögeln beliebt.

Auch viele weitere Beeren wie Himbeeren, Johannisbeeren oder Sanddorn (»Zitrone des Nordens«) zählen zu den heimischen Superfoods. Sie bereichern den gesunden Speiseplan ebenso wie Gemüsesorten wie Brokkoli, rote Paprika oder Kräuter.

Die Werbung suggeriert immer wieder, dass eine Handvoll exotischer Superfoods reiche, um gesund zu bleiben oder gar noch leistungsfähiger zu werden. Körper und Geist benötigen aber viel mehr: Die Gesamtheit der Ernährung muss stimmen – nicht die Fixierung auf einzelne Lebensmittel! Wer sich wirklich gesund ernähren möchte, der kann auf die traditionelle Mittelmeerkost setzen und dabei dann auch die hier heimischen Superfoods in ihrem saisonalen und bunten Angebot integrieren.

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