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Grüne Helfer 

Diabetes-Therapie aus dem Garten

Es gibt gar nicht mal so wenige Pflanzen, deren Inhaltsstoffe ein gewisses Potenzial im Kampf gegen die Blutzuckerkrankheit haben. Hans Lauber, Buchautor und selbst Diabetiker, hat sich mit ihnen beschäftigt und Diabetes-Gärten angelegt, in denen Interessierte die grünen Helfer bestaunen können. Einer davon befindet sich in Frankfurt am Main.
Hanke Huber
24.07.2020  16:00 Uhr

Im Diabetes-Garten des Krankenhaus Sachsenhausen werden 50 Pflanzenarten in fünf verschiedenen Beeten gehegt und gepflegt, darunter eher exotische Exemplare wie Bockshornklee, Kaktusfeige oder Zimt. Sie alle eint, dass ihre Inhaltsstoffe dabei helfen können, Diabetes und seine Folgebeschwerden anzugehen. »Die ersten drei Beete stehen für die wesentlichen Ursachen eines Typ-2-Diabetes«, erläutert Lauber sein Konzept.

»Die wichtigste davon ist Übergewicht.« Ein Zuviel an Zucker und anderer schnell einschießender Kohlenhydrate wie die in Weißbrot, Nudeln oder Limonade spielt hier oft eine Rolle. Diese führen langfristig nicht nur zu Extrapfunden auf der Waage, sondern auch zu schnellen Blutzuckerspitzen nach dem Verzehr. »Um der Zuckerflut Herr zu werden, schüttet der Körper verstärkt Insulin aus«, so Lauber. Seine von ihm salopp als Schlankmacherpflanzen bezeichneten Kräuter sorgen im Wesentlichen dafür, dass die Kohlenhydrate abgebremst ins Blut übergehen.

Das gilt zum Beispiel für Topinambur. Der mit seinen gelben Blüten hübsche und zudem schmackhafte Korbblütler enthält in seinen Wurzeln statt Stärke den Speicherstoff Inulin. Inulin ist ein Polysaccharid aus Fructose-Einheiten mit einer endständigen Glukose, das vom menschlichen Körper, da das entsprechende Enzym fehlt, nicht aufgespalten und resorbiert wird. Inulin hat wenige Kalorien, unterstützt als löslicher Ballaststoff die Darmflora und verzögert die Aufnahme von Kohlenhydraten ins Blut.

Der Speicherstoff ist auch in anderen Pflanzen enthalten, zum Beispiel in Schwarzwurzeln oder dem namensgebenden Alant (Inula hirta). Auch Leinsamen oder die Erdmandel punkten mit vielen Ballaststoffen und haben einen Platz in diesem Beet. Ebenso Stevia, die in Südamerika und Japan schon lange zum Süßen genutzt wird und mittlerweile auch bei uns als nahezu kalorienfreie Zuckeralternative zum Einsatz kommt. Die in ihr enthaltenen Steviolglykoside beeinflussen den Blutzuckerspiegel kaum.

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