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Herausforderungen bei der Einrichtung von Impfzentren

In kürzester Zeit müssen sie betriebsbereit sein – die Impfzentren in jedem Kreis der Bundesrepublik und jeder kreisfreien Stadt. Ergänzend dazu sollen mobile Impfteams eingesetzt werden, die Alten- und Pflegeheime sowie Krankenhäuser versorgen. Mit diesen Vorhaben ist ein enormer Aufwand und Personalbedarf verbunden. Auch PTA können unterstützen.
BVpta/Carmen Steves
10.12.2020  09:30 Uhr

Würden sich alle Menschen, die eine Impfung in Erwägung ziehen, in ihrer Hausarztpraxis immunisieren lassen, würde es erheblich lange dauern bis alle durchgeimpft sind. Impfzentren sollen diesen Prozess beschleunigen. Zudem erleichtern sie die Verteilung des Impfstoffs an Personen, die die Impfung zuerst erhalten sollen.

Die Errichtung eines Impfzentrums ist ein spannendes, interdisziplinäres Projekt unter Beteiligung von Hilfsorganisationen, den Kreis- sowie Stadtverwaltungen, Planern, Kassenärztlicher Vereinigung und Amtsapotheker: Zunächst muss ein Standort gewählt oder geschaffen werden, der für die Dauer des Impfprozesses zur Verfügung steht, der ausreichend Platz sowie getrennte Ein- und Ausgänge bietet. Ein Projektteam sorgt in einer Zeit von nur 14 Tagen für die Raumkonzeption sowie die Ausstattung mit Einzelkabinen und einem Beobachtungsbereich. Hier kommen in vielen Fällen Konzepte des Messebaus zur Anwendung. 

Die Lieferung von Schutzausrüstung, Spritzen und Kanülen müssen organisiert und logistisch geregelt werden. Schlussendlich haben Amtsapotheker dafür Sorge zu tragen, dass der Bereitstellungs- und Herstellungs- und Aufbewahrungsprozess ordnungsgemäß funktioniert. Betrieben wird das Impfzentrum von der kassenärztlichen Vereinigung.

Eine große Herausforderung ist außerdem die Suche nach geeignetem Personal für die Impfzentren in der Kürze der Zeit. Gebraucht werden Ärzte, medizinische Fachangestellte, aber auch Angehörige anderer Gesundheitsfachberufe wie Pfleger und PTA. Die Hilfe durch PTA befürwortet der BVpta ausdrücklich. Wer freie Kapazitäten hat, möge diese einsetzen, um in dieser wichtigen Situation zu helfen. Es geht jetzt ganz besonders um karitatives, gemeinnütziges Engagement vor dem Hintergrund sozialer Verantwortung. Helfen sollte eine Selbstverständlichkeit sein. 

Sollten PTA aus öffentlichen und Krankenhaus-Apotheken entsendet werden müssen, müssen im Vorfeld politischen Rahmenbedingungen festgelegt werden, die unter anderem eine adäquate Vergütung für Apotheken und ihr Personal vorsehen. Pharmazeutische Kompetenz ist unverzichtbar. Für Apotheker und PTA sollte jedoch ein »gesundes Arbeiten« möglich sein – ohne die Gefahr, aufgrund von Personalmangel oder nicht ausreichender Vergütung »auszubrennen«. Nur dann können fachliche wie soziale Kompetenzen auch in voller Kraft zur Verfügung gestellt werden.

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