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Herzinsuffizienz

Herzinsuffizienz früh konsequent behandeln

Patienten mit Herzschwäche sind oft schwerkrank und multimorbid. Ihre Lebenszeit ist verkürzt und ihre Lebensqualität verringert. Entscheidend für die Behandlung ist, welche Form der Dysfunktion vorliegt. Unabdingbar ist Therapie-Adhärenz. Dabei kann die PTA eine wertvolle Unterstützung sein.
Nicole Schuster
05.02.2021  16:00 Uhr

Die Aufgabe des Herzens ist es, den Körper mit ausreichend Sauerstoff zu versorgen. Bei gesunden Menschen funktioniert das sowohl in Ruhe als auch bei Belastung. Ein krankes Herz ist dazu jedoch nicht mehr ausreichend in der Lage. Entwickelt sich eine Herzinsuffizienz allmählich, sprechen Ärzte von der chronischen Form. Die akute Herzschwäche entsteht plötzlich, zum Beispiel infolge eines Herzinfarkts (siehe Kasten »Medizinischer Notfall«).

Herzinsuffizienz ist vor allem eine Krankheit der älteren Menschen. Je älter die Bevölkerung, desto verbreiteter ist das Syndrom. In Deutschland sind derzeit etwa 1 bis 2 Prozent der Einwohner betroffen. Die Krankheit zählt hierzulande zu den häufigsten Todesursachen und ist bis heute nicht heilbar.

Dabei handelt es sich nicht um ein einheitliches Krankheitsbild, sondern wird nach verschiedenen Kriterien in unterschiedliche Formen unterteilt. Die Europäische Herzgesellschaft (ESC) klassifiziert danach, inwiefern das linke Herz noch in der Lage ist, Blut zu pumpen. Reicht die Leistung noch aus, sprechen Ärzte von erhaltener Auswurfmenge (Ejektionsfraktion = EF, Normalwert 60 bis 70 Prozent). Ist die linksventrikuläre Pumpfunktion jedoch reduziert, liegt eine Herzinsuffizienz mit reduzierter linksventrikulärer Ejektionsfraktion (Heart Failure with reduced Ejection Fraction, HFrEF, EF weniger als 40 Prozent) vor, nach alter Klassifikation als systolische Herzinsuffizienz bezeichnet. Besteht das Problem hingegen darin, dass sich die linke Herzkammer nicht mehr genug dehnen kann, um ausreichend Blut aufzunehmen, und ist die Auswurfleistung unbeeinträchtigt, spricht man von Herzinsuffizienz mit erhaltener linksventrikulärer Ejektionsfraktion (Heart Failure with preserved Ejection Fraction, HFpEF, EF mindestens 50 Prozent), früher als diastolische Herzinsuffizienz bekannt. Sowohl eine niedrige Ejektionsfraktion der linken Herzkammer als auch eine diastolische Dysfunktion sind mit einer schlechteren Prognose verbunden.

2017 definierte man noch eine dritte Form, bei der die Auswurfleistung nur gering beeinträchtigt ist (Heart Failure with mid-range Ejection Fraction, HFmrEF, EF von 40 bis 49 Prozent). Bei der Behandlung orientieren sich Ärzte meistens an den Vorgaben für die Herzinsuffizienz mit reduzierter Auswurffraktion.

Daneben gibt es noch die Einteilung nach betroffener Herzhälfte in die Linksherzinsuffizienz, Rechtsherzinsuffizienz und die Globalinsuffizienz, bei der alle Teile des Organs betroffen sind. Grob unterscheiden Ärzte auch danach, ob es dem Herzen noch gelingt, durch Umbaumaßnahmen die Insuffizienz zu kompensieren (kompensierte Herzinsuffizienz) oder ob bereits eine dekompensierte Herzinsuffizienz vorliegt.

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