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Herzinsuffizienz

Herzinsuffizienz früh konsequent behandeln

Die Behandlungsstrategie hängt davon ab, ob die Pumpfunktion des Herzens noch gegeben ist oder nicht. Hauptziele der Therapie bestehen darin, die Lebensqualität zu verbessern, die Sterblichkeit zu senken und zu vermeiden, dass der Patient wegen fortschreitender Beschwerden ins Krankenhaus eingewiesen werden muss.

»Zur Behandlung der Herzinsuffizienz mit reduzierter Auswurffraktion stehen bewährte Arzneimittel zur Verfügung. Sie könnend die Krankheit zwar nicht heilen, tragen aber dazu bei, Lebensqualität und -zeit zu verlängern«, berichtet Professor Dr. Ulrich Laufs, Direktor der Klinik und Poliklinik für Kardiologie des Universitätsklinikums Leipzig, im Gespräch mit PTA-Forum.

Ein Angriffspunkt sind der bei der Krankheit übermäßig aktivierte Sympathikus und das Renin-Angiotensin-Aldosteron-System (RAAS). Als geeignete Substanzen zur Blockade des Sympathikus stehen Betablocker wie Metoprolol oder Bisoprolol zur Verfügung. Sie verhindern, dass Stresshormone im Körper wirken. Blutdruck und Puls sinken, das Herz wird entlastet. Gut, wenn der Patient weiß, dass es einige Monate dauern kann, bis die Therapie das Befinden verbessert. Die Dosis sollte langsam aber sicher gesteigert werden. Ziel ist eine möglichst optimale Einstellung, da nur diese die gewünschte Wirkung sicherstellt.

Das RAAS inhibieren Angiotensin-Converting-Enzym-Hemmer (ACE-Hemmer) wie Enalapril oder Ramipril sowie Angiotensin-Rezeptorblocker (Sartane). Erstere sind bei Herzschwäche Mittel der Wahl, da für sie eine lebenszeitverlängernde Wirkung nachgewiesen ist. Eine belastende Nebenwirkung der ACE-Hemmer kann ein trockener Reizhusten sein. Sartane stellen eine Alternative dar, wenn Patienten keine ACE-Hemmer vertragen. Auch Betablocker senken nachweislich sowohl die Mortalitäts- als auch die Hospitalisierungsraten.

»Außer der Basis aus Betablocker und ACE-Hemmer sollte der Arzt Diuretika verschreiben, um eingelagertes Wasser aus dem Körper zu entfernen«, sagt Laufs und nimmt Patienten mit ausreichender Selbstständigkeit in die Verantwortung. »Wer kann, sollte sich täglich wiegen. Auf eine Gewichtszunahme muss ärztlicherseits schnell die Dosis angepasst werden, um Krankenhausaufnahmen zu vermeiden.« Für Patienten wichtig zu wissen: Sie müssen durch die Therapie häufiger auf die Toilette.

Lassen sich mit dieser Behandlung die Symptome nicht ausreichend kontrollieren, kommt gemäß der aktuellen Auflage der Nationalen Versorgungsleitlinie »Chronische Herzinsuffizienz« ein Mineralocorticoid-Rezeptorantagonist wie Spironolacton oder Eplerenon hinzu. Auch für diese Wirkstoffklasse ist nachgewiesen, dass die Gabe die Mortalitäts- und Hospitalisierungsrate reduziert.

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