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Herzinsuffizienz

Herzinsuffizienz früh konsequent behandeln

»Hält die Symptomatik weiter an, kann der Arzt den ACE-Hemmer beziehungsweise das Sartan gegen einen ARNI ersetzen«, erklärt der Experte. ARNI steht für eine recht neue Arzneimittelklasse, den Angiotensin-Rezeptor/Neprilysin-Hemmer (ARNI). Als einziges Mittel ist bisher das Präparat Ernesto® zugelassen, das Sacubitril/Valsartan enthält. In einer großen Studie zeigte sich diese Wirkstoffkombination hinsichtlich Senkung der Sterblichkeit und Herzinsuffizienz-bedingten Hospitalisierungsrate gegenüber dem ACE-Hemmer Enalapril überlegen.

Bei einigen Patienten kann der Einsatz weiterer Medikamente wie Ivabradin angezeigt sein. »Digitalisglykoside haben allgemein in letzter Zeit an therapeutischer Bedeutung verloren«, sagt der Facharzt für Innere Medizin, Kardiologie, Angiologie und Internistische Intensivmedizin aus Leipzig. »Eine Ausnahme sind aber Patienten ab NYHA III, wenn diese an Vorhofflimmern mit schneller Herzfrequenz leiden. Digitalisglykoside sind dann ein Reservemittel.«

Eine weitere Option zusätzlich zur Standardtherapie bei Patienten mit symptomatischer chronischer Herzinsuffizienz mit reduzierter Ejektionsfraktion ermöglicht in der Europäischen Union seit November 2020 das Antidiabetikum Dapagliflozin (Forxiga®). Der Natrium-Glucose-Cotransporter 2 (Sodium-Glucose-Cotransporter-2, SGLT2)-Inhibitor darf unabhängig davon angewendet werden, ob ein Diabetes mellitus vorliegt. In einer Phase-III-Studie konnte Dapagliflozin das Risiko für die Verschlechterung der Erkrankung und für kardiovaskulären Tod deutlich senken. Auch das Wohlbefinden der Patienten besserte sich. Ebenfalls durch Studiendaten belegt ist, dass auch der SGLT2-Inhibitor Empagliflozin bei chronischer Herzinsuffizienz additiv zur Standardtherapie und unabhängig vom Diabetes-Status der Patienten von Nutzen ist. Noch ist das Diabetes-Medikament für diese Indikation aber nicht zugelassen.

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