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Hightech-Arzneimittel bei Rheuma

Autoreaktive T- und B-Zellen

Neben Entzündungsprozessen sind auch autoreaktive T- und B-Zellen beziehungsweise vielmehr die von den B-Zellen und Plasmazellen produzierten Antikörper an der Pathogenese der rheumatoiden Arthritis beteiligt. Therapieansätze mit Mabthera® (Rituximab) oder Orencia® (Abatacept) zielen darauf ab, die Anzahl der aktivierten und damit potenziell schädigenden T- und B-Zellen zu reduzieren. Wie gelingt das?

Damit T-Zellen in unserem Körper wirklich aktiv werden beziehungsweise nach einer Aktivierung auch wieder inaktiv werden, brauchen sie die direkte Interaktion mit anderen Zellen, allen voran mit den antigenpräsentierenden Zellen APC. Diese Wechselwirkung wird über verschiedene Oberflächenproteine in Gang gesetzt, die die T-Zellen entweder gewissermaßen einschalten oder abschalten.

Ein wichtiger Einschalt-Mechanismus läuft über die Proteine CD28 auf T-Zellen und CD80 beziehungsweise CD86 auf antigenpräsentierenden Zellen. CD steht für »cluster of differentiation« und bezeichnet unterschiedliche Oberflächenmoleküle verschiedener Zellen. Ein bekanntes Abschalt-Molekül ist CTLA4 (cytotoxic T-lymphocyte-associated protein 4) auf T-Zellen, das ebenfalls mit CD80 und CD86 interagiert. Der Wirkstoff Abatacept (Orencia®) besteht aus der Bindedomäne von CTLA4, die zur Stabilisierung mit einer konstanten Region eines Antikörpers gentechnisch fusioniert wurde. Abatacept blockiert CD80 und CD86 und verhindert, dass die antigenpräsentierenden Zellen T-Zellen aktivieren (siehe Grafik).

Mabthera® (Rituximab) wurde eigentlich zur Therapie eines B-Zell-Lymphoms entwickelt. Rituximab bindet an das Oberflächenmolekül CD20, das während verschiedener Stadien der B-Zell-Entwicklung exprimiert ist. Durch die Bindung des Antikörpers an die B-Zellen erhält das Immunsystem das Signal, dass der Antikörper/B-Zell-Komplex entfernt werden muss, was zum Tod der B-Zelle führt. Das ist natürlich bei einem Lymphom so gewünscht, hat allerdings auch den Nebeneffekt, dass sich aus den B-Zellen keine Plasmazellen mehr entwickeln können, die Antikörper produzieren. Die Therapie mit Rituximab reduziert also letztlich die Anzahl der zirkulierenden, möglicherweise gelenkschädigenden Antikörper.

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