PTA-Forum online
Restless-Legs-Syndrom

Hilfe bei »Zappel-Beinen«

An Ursache orientieren

Kann der Arzt eine Ursache für das RLS feststellen, kann er sie adäquat behandeln. Bei einem Eisenmangel bedeutet das zum Beispiel, das Spurenelement zuzuführen. Nehmen die Betroffenen Medikamente ein, die ein RLS auslösen oder verstärken können, ist zu klären, ob diese ersetzt oder abgesetzt werden können.

Da die Pathophysiologie der Erkrankung noch weitgehend unbekannt ist, sind die zugelassenen Therapiemöglichkeiten begrenzt. Die medikamentöse Therapie ist bei hohem Leidensdruck der Patienten indiziert. Typischerweise erfolgt die Behandlung mit Arzneimitteln, die auch gegen Parkinson zum Einsatz kommen. RLS ist wahrscheinlich ebenso wie das Parkinson-Syndrom eine neuronal bedingte Bewegungsstörung. Erleichterung verschaffen können L-Dopa sowie Dopamin-Agonisten, die dafür sorgen, dass der Dopamin-Stoffwechsel im Gehirn normalisiert wird. L-Dopa ist in Kombination mit Benserazid (Restex®) zur Therapie des RLS zugelassen, auch einige Dopaminagonisten haben eine Zulassung in Deutschland für diese Indikation. Bei RLS reicht anders als bei Parkinson in der Regel die Einnahme einmal am Tag abends. Bei der Abgabe von L-Dopa ist der Hinweis wichtig, dass es nicht zusammen mit proteinreicher Nahrung eingenommen werden sollte, um die Resorption nicht zu beeinträchtigen. Auch sollten Patienten das Präparat nicht abrupt absetzen, wenn sie es in hoher Dosis eingenommen haben, da sonst ein malignes L-Dopa-Entzugssyndrom mit extremer Muskelsteifigkeit und Hyperthermie bis hin zu lebensbedrohlichen Zuständen auftreten kann. Wegen den zahlreichen Neben- und Wechselwirkungen ist L-Dopa heute nicht mehr Mittel der ersten Wahl beim RLS.

Angemessen dosieren

Von den Dopaminagonisten sind für das RLS in Deutschland drei zugelassen: Pramipexol (Sifrol®), Ropinirol (Adartrel®) und Rotigotin (Neupro®). Rotigotin steht als transdermales therapeutisches System zur Verfügung und setzt den Wirkstoff kontinuierlich über den ganzen Tag frei. Es eignet sich somit besonders für Menschen, die den ganzen Tag über Symptome haben. Die geeignete Dosis ist für jeden Patienten individuell zu finden. »L-Dopa und Dopamin-Agonisten in so niedriger Dosierung wie möglich verabreichen«, empfiehlt Trenkwalder. »Bei zu hoher Dosierung werden die Nebenwirkungen stärker und es entsteht eine sogenannte Augmentation. Dabei verschlechtern sich paradoxer Weise die ursprünglichen Symptome.«

Zu den unerwünschten Wirkungen zählen Übelkeit, Schwindel, Kopfschmerzen, Müdigkeit, Schlafstörungen und in seltenen Fällen Blutdrucksenkungen. Bei einigen Patienten können sie in einer höheren Dosis auch zu Verhaltensänderungen führen und die Impulskontrolle senken. Süchte wie Spiel-, Kauf- oder Sexsucht können die Folge sein und erfordern in der Regel einen Therapieabbruch.

Mehr von Avoxa