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Arzneipflanzenporträt

Hirtentäschel

Das Hirtentäschel (Capsella bursa-pastoris) aus der Familie der Kreuzblütler (Brassicaceae) und ist auch unter den Namen Herzkraut, Säckelkraut, Taschenkraut, Bauernsenf oder Blutkraut bekannt.
Annette Immel-Sehr
13.09.2019
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Merkmale

  • ein- bis zweijährige bis zu 80 cm hohe Pflanze
  • grundständige Blattrosette mit fiederteiligen bis ganzrandigen Blättern
  • wenige, halbstängelumfassende Blätter
  • kleine, weiße Kreuzblüten, lang gestielt
  • Früchte: dreieckige bis herzförmige Schötchen
  • Blütezeit Januar bis Oktober

Heimat

  • Europa
  • Droge stammt aus Wildsammlungen in Osteuropa

Arzneilich verwendete Pflanzenteile

getrocknete oberirdische Teile, bestehend aus Blättern, Blüten, Stängeln und Früchten (Bursae pastoris herba)

Inhaltsstoffe

  • Glucosinolate
  • Flavonoide
  • biogene Amine
  • Aminosäuren
  • Proteine

Anerkannte medizinische Anwendung

  • innerlich zur symptomatischen Behandlung leichterer Menorrhagien (verstärkte und verlängerte Regelblutungen) und Metrorrhagien (Zwischenblutungen) (Kommission E)
  • äußerlich bei Nasenbluten sowie bei oberflächlichen blutenden Hautverletzungen (Kommission E)

Empfohlene Dosierung

  • Teeaufguss zur innerlichen Anwendung: 3 bis 5 Tage vor und während der Regelblutung 2- bis 4-mal täglich eine Tasse warmen Hirtentäschelkraut-Tee trinken; Tagesdosis: 3 bis 20 g Droge
  • Fertigarzneimittel: siehe Packungsbeilage

Nebenwirkungen

keine bekannt

Wechselwirkungen

keine bekannt

Kontraindikationen

Schwangerschaft, Stillzeit sowie Kindes- und Jugendalter aufgrund fehlender Untersuchungen zur Unbedenklichkeit

Zubereitung

Zur inneren Anwendung: 3 bis 5 g fein geschnittenes Hirtentäschelkraut mit circa 150 ml siedendem Wasser übergießen und nach 10 bis 15 Minuten abseihen.

Für die äußerliche Anwendung als blutstillendes Mittel: 10 g Droge mit 100 ml siedendem Wasser übergießen und nach 15 Minuten abseihen. Der Aufguss wird lauwarm als Nasentamponade oder für Umschläge verwendet.

Mittelalterliche Gürteltaschen

Auf zahlreichen mittelalterlichen Bildern mit Kaufleuten und Händlern sind Gürteltaschen in unterschiedlichen Ausfertigungen zu sehen – nützliche und zugleich modische Accessoires der damaligen Zeit. In diesen, am Gürtel befestigten kleinen Taschen oder Beuteln konnte der Besitzer Münzen mit sich führen. Diese Mode war inspiriert von den aus Fell gefertigten Umhängetaschen, wie sie die Hirten im Mittelalter trugen.

Das Hirtentäschelkraut verdankt seinen bildhaften deutschen und auch botanischen Namen seinen kleinen herzförmigen Früchten, die genau an diese Hirtentaschen erinnern.

Das lateinische »Capsella« ist die Verkleinerungsform von »capsa« und bedeutet »kleine Kapsel« oder »Täschchen». »Bursa« steht im Lateinischen für »Beutel, Geldbörse, Tasche». »Pastoris« schließlich ist der Genitiv von »pastor«, was Hirt bedeutet.

Beispiele für Monopräparate

  • Bombastus Hirtentäschel Kraut

Beispiele für Kombipräparate

  • Menodoron®
  • Salus Frauentee

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