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Paramyxoviren

Hoch ansteckend und gar nicht harmlos

Nach einer Inkubationszeit von einer bis zwei, selten drei Wochen beginnt die Erkrankung mit dem katarrhalischen Stadium, das von Fieber, Konjunktivitis, Schnupfen und Husten geprägt ist. Typisch ist ein weißfleckiges Exanthem an der Mundschleimhaut, die so genannten Koplik-Flecken. Zwischen dem zweiten und vierten Tag zeigt sich dann das charakteristische Masern-Exanthem, das im Gesicht und hinter den Ohren beginnt und etwa sieben bis zehn Tage anhält. Auf das klinische Stadium folgt eine so genannte transitorische Immunschwäche. Die Viren hinterlassen Schäden im Immunsystem, die den Patienten nach überstandener Erkrankung anfällig für jede Art von Infektion machen. Sogar eine Löschung des Immungedächtnisses kann eintreten, die mehrere Jahre anhält. Zu den gefürchteten Folgeinfektionen gehören die Masernpneumonie, Meningoenzephalitis, Masernkrupp, Myokarditis und die subakute sklerosierende Panenzephalitis. Sie alle können bleibende Schäden hinterlassen.

Zwei Impfdosen genügen für einen lebenslangen Schutz, weil sich das Virus kaum verändert. Von den bisher identifizierten 24 Genotypen sind nur wenige tatsächlich aktiv und werden von der WHO ständig epidemiologisch erfasst. Für das Erreichen einer Herdenimmunität müssen 93 Prozent der Bevölkerung geimpft sein.

Ebenso wie die Masern-Viren sind auch die Mumps-Viren weltweit verbreitet. In Deutschland gibt es jährlich etwa 700 Erkrankungen. Die Verbreitung erfolgt ebenfalls nur von Mensch zu Mensch durch Tröpfchen, allerdings mit einer weitaus geringeren Reproduktionszahl.

Das Virus befällt in erster Linie die Ohrspeicheldrüse (Parotis) und ruft eine meist einseitige entzündliche Schwellung hervor. Als Komplikation kann, wie auch bei den Masern, eine Meningitis auftreten. Wegen der Nähe der Parotis zum Innenohr ist ein bleibender Hörverlust möglich. Männer sind durch eine Hodenentzündung (Orchitis) gefährdet, die bei 15 bis 30 Prozent der Patienten auftritt und in seltenen Fällen zu einer Sterilität führen kann. Eine Impfung ist deshalb besonders für Jungen ratsam und erfolgt meist zeitgleich mit der Immunisierung gegen Masern mit einem kombinierten Lebendimpfstoff.

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