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Diabeteskontrolle

Hoher Blutzucker schädigt Talgdrüsen

Der Verlust von Talgdrüsen am Rand der Augenlider, die sogenannten Meibomschen Drüsen, kann auf einen erhöhten Blutzuckerspiegel hinweisen. Das berichteten kalifornische Wissenschaftler um Dr. Gloria Wu von der Universität in San Francisco bei der Jahrestagung der »Endocrine Society«.
Elke Wolf
24.07.2020  08:30 Uhr

Beim Auswerten der Daten von 60 Typ-2-Diabetikern und 60 Stoffwechselgesunden, die wegen trockener Augen in ärztlicher Behandlung waren, zeigte sich, dass der Verlust an Meibomschen Drüsen auffallend oft mit hohen Langzeit-Blutzuckerwerten einherging. Insgesamt  hatten 35 der 37 Diabetiker mit einem HbA1c-Wert über 6,6 Prozent mehr als 40 Prozent dieser Talgdrüsen verloren. Diese fetten den Lidrand ein und stabilisieren den Tränenfilm. Bei denjenigen, deren Glukosespiegel mit einem HbA1c-Wert kleiner 6,5 Prozent besser eingestellt war, waren es hingegen 12 von 23 Patienten. In der Kontrollgruppe fiel bei 41 der 50 Probanden mit HbA1c-Werten unter 5,5 Prozent lediglich ein geringfügiger Verlust der Talgdrüsen auf. Bei 7 der 10 Personen mit Werten größer 5,6 Prozent fehlten die Meibom-Drüsen hingegen in größerem Umfang.

Das könnte erklären, warum Menschen mit Diabetes häufig über trockene Augen und Augenschmerzen klagen. Und es könnte auch ein Hinweis darauf sein, dass die Blutglukosespiegel nicht ausreichend kontrolliert sind. Die Wissenschaftler vermuten, dass eine Schädigung der kleinen Blutgefäße der Augenlider die Ursache ist.

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