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Atemwegsinfekte bei Kindern

Husten-Hilfe für kleine Patienten

Welche Wirkstoffe sind nun empfehlenswert? Laut aktualisierter Leitlinie verfügen mehrere Phytotherapeutika, Ambroxol und Dextromethorphan über »akzeptable randomisierte kontrollierte Studien, die eine Verkürzung der Dauer und/oder die Senkung der Intensität des Hustens bei der akuten Bronchitis belegen«.

Unter den chemisch-synthetischen »protussiv/expektorationsfördernden« Wirkstoffen verfügt nur Ambroxol über eine entsprechende Datenlage und wird deshalb erstmals in der Husten-Leitlinie empfohlen. Mucosolvan® ist als Saft bereits ab 0 Jahren zugelassen – nach Rücksprache mit dem Arzt. »N-Acetylcystein ist zwar der in Deutschland meist eingesetzte Arzneistoff gegen Husten, hat aber eine schlechte Studienlage«, erklärt Kardos. Er würde es deshalb auch nicht empfehlen. Zugelassen ist es hierzulande für Kinder ab zwei Jahren. Die Leitlinie präferiert als Schleimlöser die pflanzlichen Zubereitungen. »Die Datenlage für die Phytopharmaka für die Indikation akute Bronchitis ist häufig besser als für synthetische Expektoranzien«. Die Leitlinie versäumt nicht, darauf hinzuweisen, dass die Wirksamkeitsbelege extraktgebunden sind.

Zur antitussiven Therapie empfiehlt Pneumologe Kardos Dextromethorphan. »Der einzige hustendämpfende Arzneistoff mit valider Studienlage ist das in Deutschland nicht sehr populäre Dextromethorphan.« Codein (nicht unter zwölf Jahren), Dihydrocodein (ab vier Jahren) und Morphin wirken laut Kardos beim Erkältungshusten nicht besser als Placebo und sind überdies verschreibungspflichtig. Antitussiva eignen sich ergänzend für einen nächtlichen Einsatz, um quälenden Hustenreiz zu unterdrücken und so den Schlaf möglichst erholsam zu gestalten. Zudem haben auch Expektoranzien hustenberuhigende Wirkkomponenten.

Aufgrund ihrer guten Verträglichkeit sind Dextromethorphan (wie Silomat® DMP Lutschpastillen ab sechs Jahren, Intensivkapseln ab zwölf Jahren) und Pentoxyverin (wie Silomat® Pentoxyverin Tropfen oder Saft, Sedotussin® Hustenstiller Saft, alle ab zwei Jahren) die einzigen beiden zentral wirksamen Hustenstiller, die auch für die Selbstmedikation zugelassen sind. Bei bestimmungsgemäßen Gebrauch besteht kein Abhängigkeitspotenzial. Im Beratungsgespräch ist zu erwähnen, dass beide Arzneistoffe das Reaktionsvermögen beeinflussen können. Das ist besonders bei Schulkindern nicht unerheblich.

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