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Grippe- und andere Viren

Hygiene als Virenschutz

Während das neue Coronavirus die Medien beherrscht, greift noch eine andere, wohlbekannte Viruserkrankung wieder um sich: die Influenza. Wer mit einer echten Grippe das Bett hüten muss, ist nicht zu beneiden. Um sich vor einer Viruserkrankung zu schützen, empfiehlt die Apothekerkammer Niedersachsen neben einer Impfung als erste Maßnahme bestimmte Hygienemaßnahmen.
Katja Egermeier
29.01.2020  15:55 Uhr

Sieben Tipps zur Prävention 

  • Hände waschen ! Die Hüllen der Grippeviren sind anfällig gegenüber Seife und Desinfektionsmitteln. Häufiges und gründliches Hände waschen schützt somit am besten vor einer Ansteckung.
  • Nicht ohne Desinfektionsmittel! Ein kleines Fläschchen mit Desinfektionsmittel in der Hand- oder Jackentasche ist während einer Grippewelle nicht übertrieben. Es sollte mehrfach am Tag zum Einsatz kommen.
  • Fern von Tummelplätzen für Viren! Vor allem Haltegriffe in öffentlichen Verkehrsmitteln, aber auch Türklinken oder die Griffe von Einkaufswagen können mit Keimen besiedelt sein. Lassen Sie hier die Handschuhe an, die Gefahr einer Übertragung durch die Hand in den eigenen Mund oder die Augen kann dadurch verringert werden.
  • Desinfektionsmöglichkeiten nutzen! In Krankenhäusern oder Alten- und Pflegeheimen sollten die dort installierten Desinfektionsstationen genutzt werden. Der Einzelhandel kann sein Hygienemanagement durch regelmäßige Desinfektion von Türgriffen erweitern.
  • Immer in die Armbeuge niesen und husten! Speicheltröpfchen können bis zu einem Meter durch die Luft fliegen. Um eine Ansteckung der Personen in unmittelbarer Umgebung zu verhindern, aber auch, um eine Übertragung von Viren über die Hände auf Türklinken und andere Gegenstände zu vermeiden, sollten Erkrankte immer in die Ellenbogenbeuge husten oder niesen.
  • Mundschutz tragen! Zwar schützen die Atemschutzmasken nur begrenzt vor einer Ansteckung, doch er schützt vor einer Schmierinfektion, dem häufigen Griff mit Händen voller Viren an Mund und Nase. Auch können die Schutzmasken bei Infizierten helfen, das Virus nicht weiter zu verbreiten.
  • Immunsystem stärken! Eine gesunde, ausgewogene Ernährung, Bewegung und regelmäßige Spaziergänge an der frischen Luft stärken die Abwehr und das Immunsystem.

Grippe oder Erkältung? Grippe- oder Coronavirus?

Ob eine normale Erkältung oder eine echte Grippe vorliegt, lässt sich in einem Gespräch mit einem Apotheker schnell herausfinden. Liegt eine echte Grippe vor, muss diese ärztlich behandelt werden. So sollte, wer innerhalb weniger Stunden ein starkes Krankheitsgefühl und hohes Fieber entwickelt sowie sich »ans Bett gefesselt« fühlt, einen Arzt kontaktieren, rät die Apothekerkammer Niedersachsen.

Bei einer Infektion mit dem neuen Coronavirus treten typische Erkältungssymptome im Übrigen nicht auf. So kommt eine solche nicht mit Schnupfen und Halsschmerzen einher. Hauptsymptome einer Infektion mit dem Coronavirus sind dagegen Fieber, Husten und Atemnot. Viele Infektionen können verschiedenen Berichten zufolge jedoch auch mild bis symptomlos verlaufen.

Grippeimpfung – ja oder nein?

Auch über eine Grippeschutzimpfung könne man sich in der Apotheke umfassend informieren, erklärt die Apothekerkammer Niedersachsen. Eine Grippeimpfung müsse jährlich aufgefrischt werden, da sich die Virenstämme jede Saison in ihrer Zusammensetzung verändern.

Das Robert-Koch-Institut empfiehlt eine Influenza-Impfung vor allem Menschen ab 60 Jahren, Personen mit einer erhöhten gesundheitlichen Gefährdung infolge eines Grundleidens, Bewohnern von Alters- oder Pflegeheimen, medizinischem Personal und Menschen, die umfangreich mit Publikumsverkehr in Kontakt kommen oder Risikopersonen betreuen.

Auf eine Impfung verzichten sollten dagegen Personen, die bereits an einer schweren akuten Infektion leiden. Erst wenn die Krankheitssymptome abgeklungen sind und sich der Betroffene wieder gesund fühle, sollte die Impfung unmittelbar nachgeholt werden.

Nebenwirkungen einer Impfung gegen Influenza beschränken sich nach Angaben der Apothekerkammer meist auf eine Anregung des Immunsystems, die sich durch eine Rötung und Schwellung an der Einstichstelle äußern kann. Auch Schmerzen und leichte Einblutungen sind möglich. Daneben können für die Dauer von ein bis zwei Tagen leichte Kopfschmerzen, Gelenk- oder Muskelschmerzen sowie Fieber und Schüttelfrost in Kombination mit Müdigkeit auftreten.

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