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OTC-Beratungscheck

Ibuprofen-Gel

Kontraindikationen, Neben- und Wechselwirkungen: OTC-Arzneimittel sind nicht weniger beratungsintensiv als verschreibungspflichtige. In der Serie »OTC-Beratungscheck fasst PTA-Forum die wichtigsten Hinweise zu einem ausgewählten OTC-Präparat für die Beratung übersichtlich zusammen. Diesmal: Ibuprofen-Gel zur äußerlichen Anwendung.
Isabel Weinert
15.04.2019
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Arzneistoffgruppe

Schmerzmittel zur topischen Anwendung

Präparate

Beispiele: Doc® Ibuprofen Schmerzgel, Ibuflam® Schmerzgel, Proff ® Schmerzgel 50mg/g,

Indikation

Unterstützende oder alleinige Gabe bei Sport- und Unfallverletzungen wie Prellungen, Verstauchungen und Zerrungen. Außerdem bei Schwellungen und Entzündungen der gelenknahen Weichteile.

Dosierung/Anwendung

  • Zurzeit befinden sich Zubereitungen mit einer Konzentration von 50 mg/g (5%) Ibuprofen im Handel.
  • Je nach Größe der zu behandelnden Stelle, werden ein 4 bis 10 cm langer Gelstrang, entsprechend 2 bis 5 g Gel (100-250 mg Ibuprofen) aufgetragen.
  • Bis zu 3 x täglich auf die nicht beschädigte Haut auftragen und leicht einreiben.
  • Behandlungsdauer etwa zwei bis drei Wochen

Kontraindikationen/Warnhinweise

  • Ibuprofen Gel darf nicht auf offene Verletzungen, bei Entzündungen oder Infektionen der Haut, sowie auf Ekzemen oder Schleimhäuten angewendet werden.

Nebenwirkungen

Lokale Hautreaktionen wie Rötungen, Juckreiz, Brennen sowie Pustel- oder Quaddelbildung sind möglich. Gelegentlich kommt es zu einer kontaktallergischen Überempfindlichkeitsreaktion.

Wechselwirkungen

Bei bestimmungsgemäßen Gebrauch bisher keine bekannt

Schwangerschaft/Stillzeit

Ibuprofen-Gel kann im ersten und zweiten Trimenon der Schwangerschaft angewendet werden. Die maximale Tagesdosis von 15 g Gel (750 mg Ibuprofen) sollte nicht überschritten werden. Im letzten Trimenon ist Ibuprofen-Gel kontraindiziert. Auf Grund des Wirkmechanismus kann es zu einer Hemmung der Wehentätigkeit sowie einem vorzeitigen Verschluss des Ductus arteriosus Botalli beim Fetus kommen.

Während der Stillzeit kann Ibuprofen über einen kurzen Zeitraum angewendet werden. Bei langfristiger Anwendung sollte ein frühzeitiges Abstillen erwogen werden, da Ibuprofen und seine Abbauprodukte in geringen Mengen in die Muttermilch übergehen.

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