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Studie

Immer mehr Cybermobbing-Opfer

Fast zwei Millionen Kinder und Jugendliche in Deutschland sind von Cybermobbing betroffen. Das zeigt eine aktuelle Studie des Bündnis gegen Cybermobbing in Kooperation mit der Techniker Krankenkasse.
Annette Immel-Sehr
05.01.2021  12:30 Uhr

Die Zahl der Betroffenen zwischen acht und 21 Jahren stieg seit 2017 um 36 Prozent von 12,7 Prozent auf 17,3 Prozent im Jahr 2020. Besonders alarmierend ist, dass jeder fünfte Betroffene aus Verzweiflung schon zu Alkohol oder Tabletten gegriffen hat und fast jeder Vierte Suizidgedanken äußerte. »Es zeigt sich ganz deutlich, dass heute gezielter und härter gemobbt wird, als noch vor drei Jahren«, erläutert Uwe Leest, Vorstandsvorsitzender des Bündnisses gegen Cybermobbing. »Nach den Tatmotiven gefragt, hieß es: ‘weil es die Personen verdient haben’ und ‘weil ich Ärger mit der Person hatte’«, berichtet Leest. Besonders häufig konfrontiert von Cybermobbing sind der Studie zufolge Schüler an Berufsschulen.

Für die Studie wurden mehr als 6000 Eltern, Lehrkräfte und Schüler im Zeitraum von Februar bis November 2020 befragt. Nach Aussage der Eltern ist bereits jeder zehnte Grundschüler einmal Opfer von Cybermobbing gewesen. Dies ist ein Anstieg von 4,8 Prozent im Vergleich zu 2017. Bei der Schülerbefragung gab in der Altersgruppe der 13- bis 17-Jährigen sogar jeder Vierte an, Cybermobbing erlebt zu haben.

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