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Was sollte, kann und darf nicht?

Impfen rund um die Schwangerschaft

Üblicherweise impfen Ärzte Schwangere ab dem zweiten Trimenon. Nur bei Risikofaktoren wie Diabetes ziehen sie beispielsweise die Influenza-Impfung in das erste Schwangerschaftsdrittel vor. Grund für die Immunisierung ab dem zweiten Trimenon ist kein fetotoxisches Risiko, sondern Sorge um einen möglichen Gewissenskonflikt der Frau. Denn die meisten Aborte treten spontan innerhalb der ersten drei Monate auf. Würde zeitgleich geimpft, könnte die Betroffene fälschlicherweise einen Zusammenhang herstellen und sich womöglich Vorwürfe machen.

Ein besonderes Timing bedarf auch die Pertussis-Impfung. Seit 2020 soll generell jede Schwangere ihren Pertussis-Schutz auffrischen – und zwar unabhängig davon, wann die letzte Impfung stattgefunden hat. Keuchhusten ist hochansteckend und löst nicht nur vorzeitige Wehen aus, sondern stellt ein ernstes Risiko für das Neugeborene dar. Komplikationen treten besonders bei den Allerkleinsten im ersten Lebenshalbjahr auf. Sogar tödliche Verläufe kommen vor.

Da die Antikörper nach der Pertussis-Impfung rasch wieder abnehmen, wird sie von der STIKO zu Beginn des dritten Trimenon empfohlen. Dieses Timing ermöglicht den Aufbau einer effektiven Leihimmunität. Das bedeutet, dass IgG-Antikörper der Mutter über die Nabelschnur zum Embryo gelangen und den Säugling in den ersten Monaten nach der Geburt schützen, ehe er selbst geimpft werden kann. Durch die Impfung der Schwangeren sinkt so laut Robert-Koch-Institut das Pertussis-Risiko von Säuglingen in den ersten drei Monaten um 90 Prozent.

Zuvor galt die sogenannte »Konkonstrategie«. Hierbei sollte der Nachwuchs durch Herdenimmunität geschützt werden, indem alle im Umfeld der jungen Familie gegen Pertussis geimpft sind. Leider wurde dies trotz Aufklärung oft nur unzureichend umgesetzt und stellt keine effektive Alternative zur Impfung der Schwangeren dar.

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