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Seelenhygiene

In Corona-Zeiten auf die Psyche achten

Covid-19 verändert unsere Gesellschaft und das Leben jedes Einzelnen. »Jetzt sind neue Verhaltensmaßnahmen zur eigenen Sicherheit und zum Schutz der anderen erforderlich«, betont die Deutsche Gesellschaft für Psychosomatische Medizin (DGPM) in einem Statement zur Stärkung der physischen und psychischen Gesundheit in Zeiten von Corona. Mehr denn je sei nicht nur richtige Hand-, sondern auch Seelenhygiene angezeigt.
Christiane Berg
30.03.2020
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Die anhaltende Pandemie könne bei vielen Menschen Ängste und seelische Belastungen auslösen, die wiederum das Immunsystem schwächen und so auch zu körperlichen Symptomen führen. Die derzeit herrschenden Ausgangsbeschränkungen gingen zudem oft mit Gefühlen der Einsamkeit und Ausgrenzung sowie Depressionen einher, erklärt die DGPM.

Ob selbstständig oder angestellt: Auch die Schließung von Betrieben oder der Verlust von Arbeitsplätzen führe häufig nicht nur zu wirtschaftlicher, sondern auch zu großer seelischer Not. Mehr denn je gehe es darum, innere Balance zu wahren, da Körper und Seele nur gemeinsam stark sein können.

Besonnen bleiben

»Generell ist Angst ein nützlicher Begleiter, der uns Gefahren signalisiert und dafür sorgt, uns verantwortungsbewusst zu verhalten. Wenn wir jedoch Panik bekommen, kopflos werden, Regale leer kaufen, dann hilft uns die Angst nicht mehr«, sagt Professor Manfred Beutel, Experte für psychosomatische Medizin aus Mainz. Dann werde die Angst selbst zum Problem. Er rät daher: »Wir sollten die Angst an die Hand nehmen und besonnen reagieren.« Jetzt gelte es, adäquate Bewältigungsstrategien zu finden.

Wichtig für jeden sei in diesem Zusammenhang, sich bei seriösen Quellen zu informieren, wie sich das Infektions-, Erkrankungs- und Ansteckungsrisiko senken lässt. »Konzentrieren Sie sich bei der Informationsgewinnung auf vertrauenswürdige Institutionen wie zum Beispiel das Bundesgesundheitsministerium«, unterstreicht auch Professor Harald Gündel, Ärztlicher Direktor der Klinik für Psychosomatische Medizin und Psychotherapie in Ulm.

Er betont, dass den Massen-Medien jetzt eine besondere Verantwortung zukommt: »Bilder von leeren Regalen beziehungsweise dramatisierende Vergleiche oder das Verbreiten von Gerüchten tragen nicht zur gemeinsamen Sicherheit bei«, kritisiert Gündel, gleichermaßen Beisitzer im Vorstand der DGPM.

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