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MEDIZIN UND ERNÄHRUNG

Rhinosinusitis

Gut beraten durch die Schnupfenzeit


Von Caroline Wendt, Frankfurt am Main / Jeder Schnupfen birgt die Gefahr, auch die Nasennebenhöhlen zu erfassen. Eine akute Rhinosinusitis ist dann die Folge. Welche Möglichkeiten bestehen, diese zu behandeln? Professor Dr. Ralph Mösges, Universität Köln, stellte bei einer Presseveranstaltung die überarbeitete Rhino­sinusitis-Leitlinie der Deutschen Gesell­schaft für Hals-Nasen-­Ohren-Heilkunde vor.

 

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Während ein Schnupfen meistens innerhalb von fünf Tagen wieder abklingt, kommen bei einer Rhinosinusitis weitere Symptome dazu: Neben einer verstopften Nase, Naselaufen und dem Verlust des Riechvermögens leiden die Patienten unter Schmerzen, Kopfdruck und eventuell auch unter Fieber. »Typischerweise sammelt sich in den Nebenhöhlen Flüssigkeit«, erklärte Mösges bei der Veranstaltung der Firma Siemens & Co. Dieser Schleim sei ein ideales Nährmedium, in dem sich Keime vermehren könnten. Eine Rhino­sinusitus beruht zumeist auf einer viralen Infektion, nur in seltenen Fällen kann es im Verlauf der Erkrankung zu einer bakteriellen Superinfektion kommen. Laut der aktuellen Leitlinie ist daher eine Antibiotikagabe meistens nicht notwendig.




Foto: iStock/Imgorthand


»Aber auch für die antibiotikafreie Therapie haben wir eine gute Evidenzlage«, betonte der Referent. Einige Phytotherapeutika werden in der überarbeiteten Leitlinie positiv bewertet: Sowohl einen Spezialextrakt aus Ampfer, gelbem Enzian, Holunder, Eisenkraut und Schlüsselblume (Sinupret extrakt®) als auch definierte Eukalyptusextrakte (zum Beispiel Soledum®, Gelomyrtol®forte) können PTA und Apotheker empfehlen. Sie wirken nachweislich sekretolytisch und entzündungshemmend.

Abschwellen mit Salzen

Die Leitlinie empfiehlt ebenfalls die Anwendung von abschwellenden Präparaten, da sie kurzfristig Schmerzen lindern und eine freie Nasenatmung und eine bessere Belüftung der Nebenhöhlen bewirken können. Um das Risiko eines Rebound-Effektes und einer Rhinitis medi­kamentosa zu vermindern, sollten Dekongestiva (zum Beispiel Otriven® oder Nasenspray-ratiopharm®) nicht länger­ als zehn Tage verwendet werden. Mösges steht der Anwendung von α-Sympathomimetika allerdings eher ablehnend gegenüber. »Schon nach kurzfristiger Anwendung vermindern sie die Zilienbewegung«, bemängelte der Me­diziner. Des Weiteren sollten PTA und Apotheker nur Präparate empfehlen, die kein Benzal­koniumchlorid als Konservierungs­mittel enthalten, da dieses ebenfalls die Zilien­bewegung hemmt.

Eine gute Alternative sei die Anwendung einer hypertonen Salzlösung (zum Beispiel Emser® Sinusitis Spray oder Rhinomer®plus), so Mösgen. Durch die osmotische Wirkung des Salzes würde die Schleimschicht in Nase und Nebenhöhle durchbrochen und die körpereigene Clearance der Zilien unterstützt. »Der Nasen­fluss wird angeregt und Krankheitserreger ausgespült«, erklärte der Referent.

Auch die aktuelle Leitlinie sieht einen therapeutischen Nutzen in der Anwendung von Salzlösungen, ganz im Gegenteil zur vorherigen Leitlinien-Version, die iso- oder hypertonen Lösungen keine Effekte zuschrieb. Der Einsatz von α-Sympathomimetika könne so deutlich reduziert werden.

Bei der Auswahl eines geeigneten Schmerzmittels sollten PTA und Apotheker auf eine gute entzündungs­hemmende Wirkung, wie bei Acetylsalicylsäure (ASS) oder Ibuprofen, achten. Aufgrund der besseren Magenverträglichkeit ist Leitlinien-gemäß Ibuprofen zu bevorzugen. /



Beitrag erschienen in Ausgabe 20/2017

 

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