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ARZNEIMITTELTHERAPIE

Arzneipflanzenporträt

Gemeiner Frauenmantel


Alchemilla vulgaris
Familie der Rosengewächse (Rosaceae)
Weitere Namen: Tränenschön, Taublatt, Tauschüsselchen, Jungfernmantel

 

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Merkmale

Etwa 30 bis 50 cm hohe, mehrjährige Halbrosettenstaude; langgestielte, 7- bis 9-lappige grundständige Blätter; kleinere, kurz gestielte stängel­ständige Blätter, Blattrand grob gezähnt, Blattoberseiten spärlich, Unterseiten und Blattrand stark behaart; kleine gelblich-grüne Blüten in Rispen an kahlen Blütenstängeln; Blütezeit Mai bis September




Foto: Okapia/Ernst Schacke


Heimat

  • Nordhalbkugel
  • Droge aus dem Anbau in Ost- und Südeuropa

Arzneilich verwendete Pflanzenteile

getrocknete, oberirdische Pflanzenteile (Alchemillae herba);

Alchemilla vulgaris ist eine Sammelart mit nur schwer voneinander unterscheidbaren Kleinarten, deshalb oft Namenszusatz s.l. (sensu latiore = im weiteren Sinne)

Inhaltsstoffe

  • Gerbstoffe (vorwiegend Ellagitannine)
  • Flavonoide

Anerkannte medizinische Anwendung

  • leichte unspezifische Durchfallerkrankungen, gastrointestinale Beschwerden
  • Menstruationsschmerzen

Empfohlene Dosierung

  • 3- bis 5-mal täglich eine Tasse Tee
  • mittlere Tagesdosis 5 bis 10 g Droge

Nebenwirkungen

Keine bekannt

Wechselwirkungen

Keine bekannt

Abgabehinweis

Bei länger als 3 bis 4 Tage anhaltendem Durchfall ist ein Arztbesuch angeraten. Zur Unbedenklichkeit von Frauenmantelkraut während der Schwangerschaft und Stillzeit sowie bei Kindern unter 12 Jahren liegen keine Untersuchungen vor.




Foto: Okapia/imagebroker


Zubereitung

2 TL Droge (etwa 2 g) mit circa 150 ml siedenden Wassers übergießen, nach etwa 10 Minuten abseihen. Der Tee sollte frisch zubereitet und getrunken werden.

Himmelswasser

Der Name Alchemilla ist dem arabischen Wort »al-kemelih« entlehnt und bedeutet Alchemie. Im Mittelalter erregten die silbrig glänzenden Tautropfen, die sich über Nacht am Blattrand bilden und dann am Grund des Blattkelches zu einem großen Tropfen sammeln, das Interesse der Alchimisten. Sie sammelten dieses »Himmelswasser« morgens bei Sonnenaufgang, um daraus magische Essenzen zu bereiten. Die Tropfen sind allerdings gar keine Tautropfen, sondern von der Pflanze »ausgeschwitzte« Wassertröpfchen. Kleine Drüsen an den Zähnchen des Blattrandes, so genannte Hydathoden, wirken wie winzige Überdruckventile und geben in Abhängigkeit von der Luftfeuchtigkeit über­- schüssiges Wasser ab. Botaniker nennen diesen Vorgang Guttation.

Beispiele für Monopräparate

Als loser Tee oder im Filterbeutel, zum Beispiel von Bombastus, Caelo, Sidroga, Salus

Kombipräparate

Klosterfrau Meno-Balance



Beitrag erschienen in Ausgabe 03/2018

 

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