Ein Magazin der

www.pta-forum.de

 

Pharmazeutische Zeitung

 

PTA-Forum

 

PZ-Akademie

 

DAC/NRF

 

 

 

www.pta-forum.de
Ein Magazin der 
 

TITEL

Die Nase

Wieder frei durchatmen


Von Kornelija Franzen / Die Nase ist verantwortlich für eine ganze Reihe unterschiedlicher Körperfunktionen: Sie ermöglicht uns das Riechen­, sie ist wesentlich an der Atmung beteiligt, dient als Resonanzraum für die Stimm­bildung und ist wichtiger Bestandteil der Immunabwehr. Ziehen Infekte die Nase und die Nasennebenhöhlen in Mitleidenschaft, können PTA und Apotheker Apothekenkunden Verschie­denes empfehlen, damit diese wieder frei durchatmen können.

 

Anzeige

 

Groß, klein, krumm, breit oder spitz – jede Nase ist ein Unikat und charakteristisch für das Gesicht. Die individuelle Form wird durch das äußere Nasengerüst bestimmt. Es besteht im Wesent­lichen aus dem knöchernen Nasenbein und verschiedenen biegsamen Knorpelstrukturen. Funktionell spielt die Nasen­form aber eine eher untergeordnete Rolle. Unmittelbar hinter den Nasen­löchern beginnt der Nasen­innenraum. Er wird durch die Nasenscheidewand (Nasenseptum) in zwei gleich große Hälften geteilt: die linke und die rechte Nasenhöhle. Der vordere Bereich der Nasenhöhle, der leicht mit den Fingern zu ertasten ist, wird Nasen­vorhof genannt. Diese Eingangs­lobby ist dicht mit Nasenhaaren besetzt, deren Aufgabe darin besteht, die einge­atmete Luft von größeren Schmutz- und Staubteilchen zu befreien. Im Gegen­satz zu allen anderen Bereichen des Naseninneren sind die beiden Nasen­vorhöfe nicht mit Schleimhaut, sondern mit nach innen gestülpter Gesichts­haut ausgekleidet. Ebenso wie auf der restlichen Epidermis können die hier vorkommenden Talgdrüsenausgänge verstopfen – Pickel oder eiter­gefüllte Furunkel bilden sich unter Um­ständen. Aber Vorsicht, Furunkel sind kein Fall für die Selbstmedikation. Bei unsachgemäßer Behandlung können Eitererreger (häufig Staphylokokken) durch kleine Verletzungen in die Blutbahn gelangen und eine Sepsis aus­lösen.




Foto: iStock/VladimirFLoyd



Auf die Nasenvorhöfe folgen die beiden­ Nasenhaupthöhlen, die am hinteren Ende über jeweils eine große, ovale Öffnung­ in den Rachenraum münden. Diese Haupthöhlen werden komplett von einer gut durchbluteten Schleimhaut überzogen, die die Atemluft befeuch­tet, anwärmt und mithilfe zahlreicher Flimmerhärchen, den Zilien, reinigt­. Um eine möglichst große Schleimhautoberfläche zu schaffen, hat sich die Natur eines anatomischen Kniffs bedient: Jede Haupthöhle wird von drei Knochenspangen, den Nasenmuscheln, durchzogen, was zu einer enormen Oberflächenvergrößerung führt.

Schutz und Reinigung

In die nasale Schleimhaut sind Becher­zellen eingelagert. Sie produ­zieren das dem Flimmerepithel auf­liegende Nasensekret. Fremdpartikel und Mikroorganismen bleiben daran haften und werden durch die unab­lässig schlagenden Flimmerhärchen in Richtung Rachen­ transportiert und schlussendlich geschluckt. Die nasale Mukosa übernimmt damit eine wich­tige Schutz- und Reinigungsfunktion. Hinzu kommt, dass sich direkt unterhalb der Schleimhaut lymphatisches Gewebe befindet. Die hier patrouillierenden Immun­zellen bieten einge­drungenen Erregern die Stirn und machen­ sie nach Möglichkeit direkt vor Ort unschädlich.

Bei den meisten Menschen schwellen die linke und rechte Nasenschleimhaut in einem natürlichen Rhythmus wechselseitig an. Man spricht vom soge­nannten Nasenzyklus. Die an­geschwollene Seite befindet sich dabei in einem regenerativen Ruhezustand, während die freie Nasenhälfte belüftet wird. Die Zykluslänge ist variabel und kann zwischen 30 Minuten und 14 Stunden schwanken.

Unterhalb jeder Nasenmuschel verläuft­ ein Nasengang. Über den untersten dieser insgesamt drei Gänge wird überschüssige Tränenflüssigkeit abgeleitet. Dies führt dazu, dass uns beim Weinen die Nase läuft. Im obersten Nasengang befindet sich die Riechschleimhaut, deren­ Fläche etwa 5 cm2 beträgt. Sie ermöglicht es dem Menschen, vor­beiströmende Geruchsmoleküle wahrzunehmen. Mehrere Millionen Riechsinneszellen warnen vor möglichen Gefahren (etwa Feuer oder verdorbene Lebensmittel) und machen gutes Essen erst wirklich lecker. Wie sehr sich Düfte und Geschmack er­gänzen, wird einem häufig erst bewusst, wenn der Geruchs­sinn ausfällt. Selbst die feinsten Speisen­ schmecken mit einer verschnupften Nase fad und gewöhnlich. Der Geruch scheint da­rüber hinaus die Mutter-Kind-Be­ziehung zu festigen und einen nicht unerheblichen Einfluss auf die Partnerwahl zu haben.




Die Schleimhaut der Nasenhaupthöhle befeuchtet die Atemluft und wärmt sie an. Die Zilien transportieren Mikroorganismen und Fremd­partikel Richtung Rachen. Die Becherzellen produzieren das Nasensekret.

Grafik: Stephan Spitzer


Wichtige Hohlräume

Oberer und mittlerer Nasengang sind über kleine Kanäle mit den Nasen­nebenhöhlen (Sinus paranasales) verbunden. Bei den Nasennebenhöhlen handelt es sich um mit Flimmerepithel ausgekleidete, luftgefüllte Hohlräume im Gesichtsschädel. Man unter­scheidet Stirnhöhlen, Kieferhöhlen, Siebbein­höhlen und Keilbeinhöhlen. Ihre funk­tionelle Bedeutung ist noch nicht abschließend geklärt. Es wird vermutet, dass die Nasennebenhöhlen sich im Verlauf­ der Evolution entwickelt haben, um den stark angewachsenen, schweren Schädel leichter zu machen. Fest steht, dass sie eine wichtige funktio­nelle Bedeutung haben: Gemeinsam mit den Nasenhaupthöhlen klima­tisieren sie die Atemluft und bereiten sie so optimal­ auf den Eintritt in die Lunge vor.

Abschwellend wirksam

In der Erkältungszeit klagen viele Apotheken­kunden über eine verstopfte oder laufende Nase. Sie wünschen sich nichts sehnlicher, als endlich wieder­ frei durchatmen zu können. Die Übeltäter der akuten Rhinitis, also der entzündeten und angeschwollenen nasalen­ Mukosa, sind schnell aus­gemacht: Es handelt sich überwiegend um Erkältungsviren. Dekongestiva wirken dann zuverlässig abschwellend und damit beschwerdelindernd bei Stock- und Fließschnupfen. Eine altbewährte Option sind topische α-Sympatho­mimetika in Form von Tropfen oder Sprays wie Xylometazolin (wie in Olynth®, Otriven®, Hysan® Schnupfenspray; auch in Kombination mit pflegendem Dexpanthenol wie in Nasic®), Oxymetazolin (wie Nasivin®) oder Tramazolin­ (zum Beispiel Rhinospray®).

PTA und Apotheker sollten Kunden zur Wahl eines Benzalkoniumchlorid-freien Präparates raten, da das Konservierungsmittel nachgewiesenermaßen die Zilientätigkeit des Flimmerepithels beeinträchtigt und damit zu einer Verschlechterung der Reinigungsleistung führt. Um einen Rebound-Effekt zu vermeiden und damit einem dauerhaften Anschwellen der Nasenschleimhaut, einer Rhinitis medicamentosa, vor­zubeugen, darf im Beratungsgespräch nicht versäumt werden, auf die begrenzte­ Anwendungsdauer von maxi­mal sieben bis zehn Tagen hin­zuweisen.


Präparate-Beispiele

Bei akuter Rhinitis, Rhinosinusitis:

  • α-Sympathomimetika (Xylo-, Oxymetazolin, Tramazolin): Olynth®, Otriven®, Nasivin®, Rhinospray®, in Kombination mit Dexpanthenol: Nasic®
  • Hypertone Salzlösungen: Hysan® Salinspray, Rhinomer® plus, Wick® Vasospray hypertonisch
  • Nasalia mit ätherischen Ölen/isolierten Reinsubstanzen: Wick® Inhalierstift N, Aspecton® Nasenspray, Otriven® Meer­wasser mit Eukalyptus, Rinupret®; in Kombi­nation mit α-Sympathomimetika: Rhinospray® plus, Wick® Sinex
  • Phytopharmaka, oral:
  • Sinupret® extract, Soledum®, Gelomyrtol®forte


Bei Rhinitis sicca:

  • Präparate mit isotoner Kochsalz- oder Meersalzlösung: Olynth® salin, Nisita®, Bepanthen® Meerwasser-Nasenspray
  • Hyaluronsäure: hysan® Hyaluronspray
  • Dexpanthenol: Bepanthen® Augen- und Nasensalbe
  • Mineralsalze und ätherische Öle: Emser® Nasensalbe sensitiv
  • Nasenspülungen: Wick® VapoSpray isotonisch, Emser® Nasenspülsalz
  • Nasenöle: Coldastop®, Gelositin®, Nozoil®


Wasser-Entzug

Eine gut verträgliche Alternative ohne Gewöhnungseffekt bieten etwa Nasalia­ mit hypertoner Salzlösung (zum Beispiel Hysan® Salinspray, Rhino­mer®plus). Sie entziehen dem Gewebe­ osmotisch Wasser und wirken so dekonges­tiv. Ebenso wirken auch Sprays mit einer Glycerol-Lösung, die stärker als Meerwasser osmotisch aktiv sein soll (wie Emser® Sinusitis Spray).

Auch Extrakte ätherischer Öle von Eukalyptus, Pfefferminze oder Thy­mian sowie daraus isolierte Rein­sub­s­tanzen wie Cineol, Campher oder Menthol helfen verschnupften Nasen. Unmittelbar nach der Applikation erzeugen­ sie ein Frischegefühl. Darüber hinaus lassen sie die Schleimhäute abschwellen­ und scheinen die Aktivität der Flimmerhärchen zu unterstützen. Sie stehen allein (etwa Wick® Inhalierstift N) oder in Kombination mit α-Sympathomimetika (wie Rhinospray® plus, Wick® Sinex) sowie pflegen­den Substanzen, darunter Meerwasser und/oder Dexpanthenol (wie Aspecton® Nasenspray, Otriven® Meerwasser mit Eukalyptus, Rinupret®) zur Verfügung.

Relativ neu ist ein Nasenspray mit dem Wirkstoff Carragelose® aus Rot­algen (Algovir®). Es wird bei den ersten Erkältungssymptomen eingesetzt und soll Viren vor dem Eindringen in die Zellen­ der Nasenschleimhaut ab­fan­gen. So könne der Ausbruch einer Infektion verhindert beziehungsweise die Erkältungsphase verkürzt werden, schreibt der Hersteller.

Geschwollene Schleimhaut




Verstopfte Nase: Eine Erkältung wird meist durch Viren verursacht.

Foto: Shutterstock/mamaza


Eine Entzündung der Nasenneben­höhlen (Sinusitis) erwächst in der Regel aus einer akuten Rhinitis und ist damit primär viral, selten bakteriell bedingt. Vermutlich ist ein Übergreifen auf die Nebenhöhlen sogar die Regel, weshalb Experten gerne von einer Rhinosinu­sitis sprechen. Die angeschwollenen nasalen Schleimhäute verstopfen dabei­ auch die Verbindungskanäle zwischen­ Haupt- und Nebenhöhlen. Das Sekret der Nebenhöhlen kann nicht mehr abfließen, staut und entzündet sich schließlich.

Eine Rhinosinusitis geht mit einem starken Gefühl der Abgeschlagenheit einher, einer erschwerten Nasen­atmung sowie einem gestörten Geruchs­sinn. Typisch sind außerdem ein Sekretabfluss in den Rachen, ge­legentliches Fieber sowie ausgeprägte Kopf- und Gesichtsschmerzen, die sich beim Drücken auf die betroffenen Stellen­, vor allem aber beim Bücken oder bei Erschütterungen, verstärken.

Eine akute Sinusitis ist nach etwa zwei bis vier Wochen überstanden. Halten die Symptome über mehr als zwölf Wochen an, handelt es sich um einen chronischen Krankheitsverlauf.

PTA und Apotheker können Sinu­sitis-geplagten Patienten zur Ein­nahme des gut untersuchten patentierten Misch­extrakts aus Enzianwurzel, Schlüssel­blumenblüten, Ampferkraut, Holun­derblüten und Eisenkraut (Sinupret® extract­) raten. Dies deckt sich mit den Empfehlungen der aktuellen Leitlinie zur Rhinosinusitis-Therapie der Deutschen Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heil­kunde­. Die Autoren empfehlen außerdem den Einsatz sekreto­lytisch und antientzündlich wirksamer definierter Eukalyptus­extrakte (wie in Soledum®, Gelo­myrtol®forte). Zudem befür­worten sie die lokale Anwendung und Dampf­inhalation isotoner Kochsalz­lösung bei akuter Rhinosinusitis be­ziehungsweise hypertoner Salzlös­ungen bei chro­nischer Rhinosinusitis. Für den kurz­zeitigen Einsatz­ können dazu topische α-Sym­pa­thomimetika eingesetzt werden.

Gutartige Wucherungen

Nasenpolypen sind gutartige Gewebswucherungen der Nasenschleimhaut. Sie haben ihren Ursprung in den Nasen­nebenhöhlen und wachsen von hier aus in die Haupthöhlen ein. Dabei können­ sie bis zu mehrere Zentimeter groß werden und die Nasenatmung stark einschränken. Die verminderte Sauerstoffzufuhr macht Betroffene müde, schlapp und anfälliger für Infekte­. Durch die verstärkte Mund­atmung trocknet die Mundschleimhaut aus und begünstigt so das Wachstum von Bakterien: Mundgeruch entsteht­. Durch das Ausbleiben der Nasen­atmung wird die Atemluft nur ungenügend erwärmt, befeuchtet und von Schmutzteilchen befreit. Dies macht es pathogenen Erregern leichter, die unteren Atemwege zu infizieren. In der Folge leiden Patienten mit Nasenpolypen häufiger zusätzlich an Kehlkopf- und Bronchialerkrankungen.

Verstärktes Wachstum




Bei einer Sinusitis leiden Patienten häufig unter Kopf- und Gesichts-­ schmerzen.

Foto: iStock/microgen


Neben einer erblichen Veran­lagung und anatomischen Beson­derheiten wie einer krummen Nasenscheidewand scheinen insbesondere chronische Entzünd­ungen der Nasenschleimhaut (etwa durch Allergien) sowie dauer­hafte oder immer wie­derkehrende Nasennebenhöhlenent­zünd­ungen das Polypenwachstum anzuregen. Um­gekehrt fördern Polypen durch die eingeschränkte Be­lüftung ihrerseits Nasennebenhöhlen­entzündungen. Eine Art Ping-Pong-Effekt entsteht. Be­handelt wird die Erkrankung zum Beispiel mit glucocorticoidhaltigen Nasensprays, die in diesem Fall der Verschreibungspflicht unterliegen. In vielen Fällen­ ist das operative Entfernen der Polypen die beste Therapie (siehe auch Seite 54).

Vergrößerte Rachenmandel

Polypen sollten nicht mit einer ver­größerten Rachenmandel (adenoide Rachenmandel­hyperplasie) verwechselt werden. Die Rachenmandel ist ein wichti­ges Immunorgan mit Sitz im Nasen­rachenraum. Bei einem akuten Infekt­ schwillt sie an. Das ist nicht weiter­ besorgniserregend, sondern kennzeichnet lediglich ihre aktive Auseinander­setzung mit dem eingedrungenen Krankheitserreger. Besonders in den ersten Lebensjahren wird das Immun­system ordentlich auf Trab gehalten. Während dieser spezifischen Lernphase kann die kindliche Rachenmandel sich so weit vergrößern, dass sie die hintere Nasen­öffnung zum Rachen­ hin blockiert und so zu einer erschwer­ten Atmung führt. Sie verschließt zudem häufig den Eingang zur Eustachischen Röhre, die den Druckausgleich zwischen Ohr und Rachenraum vermittelt. Betroffene Kinder­ atmen­ verstärkt durch den Mund, schnarchen und entwickeln häufiger eine Mittelohrentzündung. Außerdem hören sie schlechter, was die Sprachentwicklung negativ beeinflussen kann.

Die Rhinitis sicca, wie eine krankhaft trockene Nasenschleimhaut genannt wird, kann in verschiedenen Aus­prägungen vorkommen. Typisch ist das Empfinden, nicht richtig durch die Nase atmen zu können (trockener Schnupf­en). Die Schleimhaut fühlt sich wund an, brennt und juckt häufig. Weiterhin können­ Geruchs- und Geschmackssinn beeinträchtigt sein.

Die Bildung des Nasensekrets ist aus dem Gleichgewicht geraten. Das zu­nehmend flüssigkeitsarme und sehr zähe Sekret trocknet ein und lässt bisweilen­ schmerzhafte Krusten und Borken­ entstehen. Die trockene Schleimhaut reißt dann leicht ein und führt häufig­ zu unangenehmem Nasen­bluten.


Nasentropfen und -sprays richtig angewendet

  • Nase putzen, bei Kindern den Schleim mit einem Sekret­sauger aus der Nasenhöhle entfernen.
  • Tropfen bei weit zurückgebeugtem Kopf in die Nase eintropfen, Kleinkinder hinlegen. Kopf danach beugen und schwenken, damit die Lösung nicht in den Rachen abfließt.
  • Die Pipette oder knautschbare Sprayflaschen zusammen­gedrückt aus der Nase ziehen, sonst gelangt Nasensekret in die Zubereitung.
  • Pipette danach mit einem sauberen Tuch abwischen.
  • Jedes Familienmitglied erhält eine eigene Flasche; mit dem Namen beschriften, um Ansteckung zu vermeiden.


Trockenheit bekämpfen

Die Ursachen einer Rhinitis sicca sind ebenso vielfältig wie das Erscheinungsbild. Sie kann das Ergebnis einer missbräuchlichen Anwendung abschwell­ender Nasentropfen sein, als Neben­wirkung einer Arzneimitteltherapie mit Betablockern oder ACE-Hemmern auftreten oder sich aus einer viralen oder allergischen Rhinitis heraus entwickeln. Als Trigger gelten außer­dem trockene Heizungsluft, Stäube­, Zigaretten­rauch sowie reizende Dämpfe.

Die konsequente Pflege der Schleimhaut und regel­mäßiges sanftes Entfernen der Ver­krustungen sind hier das A und O der Behandlung. PTA und Apotheker können ihren Patienten zu hy­dratisierenden Nasen­salben, -sprays oder -tropfen mit iso­toner Kochsalz- oder Meersalzlösung (wie Olynth® salin, Nisita®, Bepanthen® Meerwasser-Nasenspray), Hyaluron­säure (wie in hysan® Hyaluronspray) oder wundheilungsförderndem Dexpanthenol (zum Beispiel Bepanthen® Augen- und Nasensalbe) raten. Auch eine Mischung aus Mineralsalzen und ätherischen Ölen (wie in Emser® Nasensalbe sensitiv) lindert die Beschwerden einer trockenen Nase. Verkrustungen lassen sich gut und vor allem sanft mit Nasenspülungen lösen (wie Wick® Vapo­Spray isotonisch, Emser® Nasenspülsalz, Nasendusche). Ein zusätzliches Plus an Pflege liefern Nasenöle auf Basis von Erdnussöl (wie Coldastop® mit Vitamin­ A und E) oder Sesamöl (Gelositin®, Nozoil­® mit Vitamin E). /




Die aktuelle Leitlinie zur Rhinosinusitis- Therapie empfielt Dampfinhalation.

Foto: Shutterstock/Kzenon



Lesen Sie zum Themenschwerpunkt auch die Beiträge


Die Nase spülen

Nasenspülungen werden bei trockener Nase eingesetzt, sie helfen aber auch bei verstopfter Nase bei einer Erkältung sowie bei Heuschnupfen. Zur Spülung verwendet man isotone oder leicht hypertone Salzlösungen mit neutralem oder leicht alkalischem pH-Wert. Zum Zuführen der auf Körpertemperatur erwärmten Lösung in die Nase werden heute meist Nasenduschen aus Plastik verwendet. Der Anwender schließt mit dem Zeigefinger ein entsprechendes Loch im Verschlussdeckel. Gleichzeitig drückt er das quetschbare Plastikgefäß und erhöht dadurch den Druck der austretenden Lösung. Während der Spülung dreht der Patient den Kopf zur Seite und beugt sich über ein Waschbecken, öffnet den Mund weit und setzt das Nasenansatzstück des Gefäßes an ein Nasenloch. Die Lösung soll die Nasenscheidewand umspülen und wieder aus dem anderen Nasenloch herausfließen. Der Patient sollte dabei nicht schlucken, fließt etwas Lösung in den Rachen, kann er diese ausspucken.



Beitrag erschienen in Ausgabe 04/2018

 

Das könnte Sie auch interessieren

 


© 2018 Avoxa – Mediengruppe Deutscher Apotheker GmbH

Seiten-ID: http://ptaforum.pharmazeutische-zeitung.de/index.php?id=11537