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TITEL

Muskulatur

Warnsignale richtig deuten


Von Carolin Antropov / Für jede noch so winzige Bewegung braucht der Mensch Muskeln. 650 verschiedene sind es, die den Körper stützen und antreiben. Zu spüren bekommt man sie erst bei Überforderung oder Verletzungen. Auch Arzneimittel können die Muskeln schädigen.

 

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Alleine 400 Muskeln zählen zur Skelettmuskulatur und ermöglichen die Willkürmotorik. Obwohl sie sich in ihren Funktionen unterscheiden, ist ihr Aufbau stets gleich: Ein Muskel setzt sich aus zahlreichen Muskelfasern zusammen, in denen sich wiederum Myofibrillen dicht aneinanderreihen. Diese sind absolut parallel zueinander ausgerichtet und bestehen aus einer Vielzahl von Sarkomeren. So heißen die kleinsten kontraktilen Einheiten des Muskels. Das Mikroskop zeigt, wie sich darin helle und ­dunkle Banden abwechseln. Das führte zum Namen »quergestreifte Muskulatur«. Sehnen übertragen schließlich die Kontraktionskraft auf die Knochen, während Faszien als Bindegewebe für ein reibungsarmes Gleiten aneinander vorbei sorgen. Außer­dem geben sie dem Muskel Form und Stabilität.




Foto: Shutterstock/Poprotskiy Alexey


Die glatte Muskulatur erscheint unter dem Mikroskop hingegen als langgestreckte, dünne Zelle ohne Streifung. Da sie vom vegetativen Nervensystem gesteuert wird, unterliegt sie nicht dem freien Willen. Sie kommt vor in Hohl­organen wie Blase, Darm oder Geschlechtsorganen, aber auch in Blutgefäßen, im Auge und in behaarter Haut. Entsprechend variabel sind die Aufgaben: Während im Magen-Darm-Trakt rhythmische Kontraktionen als Peristaltik eine gute Verdauung ermöglichen, müssen Gefäß- oder Schließmuskeln typischerweise eine konstante Spannung aufrechterhalten. Dabei verbraucht glatte Muskulatur nur wenig Energie und ermüdet kaum. Zwar steuert das vegetative Nervensystem auch die Herzmuskulatur, allerdings nimmt sie als quergestreifte Muskulatur eine Sonderstellung ein und zählt als eigenständige Muskelgruppe.

Calcium für Kontraktionen

Das Grundprinzip der Kontraktion funktioniert bei allen drei Gruppen gleich: In den Sarkomeren befinden sich sogenannte Aktin- und Myosinfilamente. Sobald in der Zelle die Calcium­konzentration ansteigt, interagieren die Strukturfilamente unter ATP-Verbrauch miteinander: Sie gleiten teleskop­artig aneinander vorbei und überlappen sich. Dadurch verkürzen sich die Muskelfasern und der Muskel kontrahiert. In der Verknüpfung vom Signal der Nervenzelle hin zur Muskelkontraktion nimmt Calcium eine Schlüsselrolle ein. Daher muss die Calciumkonzentration im Blut stets in einem engen Bereich liegen, um nicht zu Muskelschwäche oder erhöhter Muskelerregbarkeit zu führen. In der Zelle selbst erhöht Calcium im Zytosol die Muskelspannung. Eine niedrige Konzentration relaxiert hingegen den Muskel und beendet die Kontraktion.

Die nötige Energie erhalten Muskeln aus der Spaltung von ATP, allerdings reichen die Vorräte nur für Sekunden. Bei längerer Muskelarbeit wird ATP deshalb beim Abbau von Kohlenhydraten und Fettsäuren durch Glykolyse und oxidative Phosphorylierung gewonnen. Stoßen die Sauerstofftransporter dabei an ihre Kapazitätsgrenze, kann dem Muskel wortwörtlich die Puste ausgehen. Dann wird die erforder­liche Energie nicht vollständig aerob gewonnen, sondern der fehlende Mehrbedarf muss anaerob, also ohne Sauerstoff, gedeckt werden. Fällt dabei mehr Lactat an als zeitgleich abgebaut werden kann, ist die sogenannte Lactatschwelle erreicht. Die Folge: Der Muskel übersäuert.

Muskelkater durch Mikrotrauma

Will man nach der Winterpause zu schnell zu viel, rächt sich das am nächsten Morgen: Der Muskel ist druckempfindlich, hart und schmerzt – die Rede ist vom Muskelkater. Lange galt Lactat als Übeltäter. Mittlerweile wurde diese Theorie widerlegt, und Forscher haben entdeckt, dass im Muskel Mikrotraumen entstehen, wenn er überlastet wird. Die feinen Risse schmerzen zunächst nicht, denn Schmerzrezeptoren fehlen innerhalb der Muskelfaser. Allerdings werden proinflammatorische Botenstoffe ausgeschüttet, und Flüssigkeit tritt langsam in das Gewebe über. Einerseits ­bilden sich so nach einigen Stunden Ödeme, die einen Dehnungsschmerz auslösen. Andererseits treffen die Schmerzstoffe erst dann auf Rezeptoren, wenn die Botenstoffe nach und nach aus der Zelle ausgeschwemmt werden. Deshalb setzt der typische Schmerz erst mit ein oder zwei Tagen Verzögerung ein.

Normalerweise heilt ein Muskelkater rasch und folgenlos von alleine ab, wenn für einige Tage auf intensiven Sport verzichtet wird. Viele Kunden möchten die Heilung dennoch unterstützen. Da bei einem starken Muskelkater zunächst die Entzündung im Vorder­grund steht, können kalte Umschläge, zum Beispiel mit Retterspitz® oder essigsaurer Tonerde, oder kühlende Muskelcremes und Gele wie in Dolo­bene® Cool Gel die Beschwerden lindern. Wärme, durchblutungsfördernde Cremes oder eine (nicht-schmerzende) Massage sind hingegen erst nach einigen Tagen sinnvoll, um den Abtransport der Botenstoffe zu unterstützen. Dafür stehen in der Apotheke zahlreiche Präparate zur Verfügung, wie arnika- oder campherhaltige Fluide, Muskelcremes mit ätherischen Ölen wie Rosmarinöl oder Fichtennadelöl (Doloplant®, Lindofluid®, Tiger Balm® rot, ­Allgäuer Latschenkiefer® Mobil Arnika Vital Fluid/ Mobil Einreibung extra stark, Franzbranntwein, Pferdesalbe, Retterspitz® Muskelcreme). Auch Sauna, ein heißes Bad oder leichte Aktivi­täten wie Schwimmen lindern dann die Beschwerden.

Erste-Hilfe-Schema

Zerrung, Muskelfaser- oder gar Muskelriss – das geschieht schnell, wenn sich ein Sportler nicht aufwärmt und/oder übernimmt. Anders als beim Muskel­kater schießt der Schmerz plötzlich ein, und an Weitermachen ist normalerweise nicht zu denken.

Bei all diesen Sportverletzungen gilt PECH. Also schnell eine Pause einlegen, direkt mit Eis kühlen und mittels (C)Kompression und Hochlagern die Schwellung eindämmen. Halten sich Sportler an diese Erste-Hilfe-Maßnahmen, ist das die halbe Miete. Bleiben starke Schmerzen auch in Ruhe bestehen oder zeigen sich Taubheitssymptome oder ein Kribbeln, muss sofort ein Arzt zu Rate gezogen werden.




Sarkomere stellen die kleinsten funktionellen Einheiten der Muskulatur dar. In ihnen befinden sich Aktin- und Myosinfilamente. Unter dem Einfluss von Calcium gleiten sie teleskopartig aneinander vorbei und überlappen sich. Auf diese Weise kontrahiert der Muskel.


Wurde der Muskel beim Sport lediglich überdehnt, sprechen Mediziner von einer Zerrung. Betroffen ist meist Wade oder Oberschenkel. Als Schutz­reflex verkrampft und verhärtet sich der Muskel prompt. Selbst direkt durchgeführte Dehn- und Lockerungsübungen helfen dann nicht. Zwar liegt bei einer Zerrung noch kein Gewebeschaden, sondern nur ein gestörter Muskeltonus vor, dennoch sollte der Sportler die Verletzung ernst nehmen und sofort pausieren, um keinen Muskelfaserriss zu riskieren. In der Regel ist es dann auch schon nach einer Woche überstanden. Kühlende Umschläge oder pflanzliche Salben (Traumeel®, Kytta® Schmerzsalbe, Doloplant®) unterstützen den Heilungsprozess. Durchblutungsfördernde Cremes und Gele sind unmittelbar nach der Zerrung kontraproduktiv und sollten frühestens nach zwei Tagen verwendet werden. Entzündungshemmende Enzyme wie Bromelain und Papain (Wobenzym®, Innovazym®, Bromelain-POS®) können hingegen direkt zum Einsatz kommen. Damit die Enzyme die Magensäure heil überstehen, sollte in der Beratung aber unbedingt auf die nüchterne Einnahme hingewiesen werden.

Wenn Muskeln reißen

Bei noch stärkerer Krafteinwirkung können einzelne Muskelfasern oder Muskelfaserbündel sogar hörbar reißen. Der Schmerz lässt sich normalerweise gut lokalisieren und verschlimmert sich bei Dehnung. Hier sollten die PECH-Regeln ganz besonders beherzigt werden, denn jede versäumte Minute in der Erstversorgung kann in der Genesung einen vollen Tag Zeitverlust bedeuten. Ein mit Eiswasser getränkter Kompressionsverband ist eine probate und schnell verfügbare Maßnahme, die im Zweifel lieber einmal zu oft angewendet wird. Wegen der Einblutung und Schwellung kann der Arzt oft eine Delle oder gar Lücke im Muskel tasten. Die Abgrenzung zwischen Muskel­faserriss und Zerrung ist allerdings nicht leicht.

Die Genesungsdauer hängt maßgeblich vom Ausmaß der Verletzung ab. Während bei einem leichten Muskelfaserriss manchmal schon zehn bis 14 Tage Ruhigstellung ausreichen, dauert ein stärkerer Muskelfaserriss oder gar Muskelbündelriss mit vier bis sechs Wochen deutlich länger. Selbst lockeres Lauftraining ist dann für mehrere Wochen gestrichen. Bei einem Abriss des kompletten Muskels kann die Heilung sogar drei bis vier Monate dauern.

Deshalb spielen vor allem Geduld und die richtige Belastungsintensität zur rechten Zeit eine große Rolle. Eine zügig begonnene Enzymtherapie, aber auch homöopathische Mittel wie Traumeel® haben sich bewährt. Salbenverbände mit Arnikasalbe, Heilerde oder einer speziellen Paste aus Spurenelementen und Mineralstoffen (Enelbin Paste®) fördern den Rückgang der Schwellung und Entzündung. Neben physikalischen und physiotherapeutischen Maßnahmen kann der Arzt zusätzlich mit lokalen Injektionen die ­Heilung unterstützen. Dabei werden beispielsweise Lokalanästhetika, Traumeel® oder ein spezielles Kälber­blut­filtrat (Actovegin®) direkt in den verletzten Muskel injiziert, um optimale Heilungsbedingungen zu schaffen. Actove­gin® ist reich an Aminosäuren, Elektrolyten und essenziellen Spurenelementen, muss jedoch aus Österreich bezogen werden. Sogar eine spezielle Eigenbluttherapie mit Autologem Conditioniertem Plasma (ACP®) ist möglich, bei der Wachstumsfaktoren im Plasma aufkonzentriert werden. Allerdings ist diese Therapiemöglichkeit keine Routine und wird insbesondere bei Leistungssportlern angewendet, wenn jeder Trainingstag zählt. Zusätzlich können Nicht-steroidale Antirheumatika (NSAR) die Schmerzen lindern.

Prellung nicht immer harmlos

Gerade bei Kontaktsportarten führen Schläge, Tritte oder Stürze oft zu Verletzungen. Bei der sogenannten Prellung wird der Muskel durch ein stumpfes Trauma gegen den Knochen gequetscht, dabei gehen Muskelgewebe und kleinste Blutgefäße zugrunde. Auch hier ist schnelle erste Hilfe entscheidend. Ähnlich wie beim Muskel­faserriss reicht das Ausmaß von einem harmlosen Bluterguss bis zur schweren Verletzung, die eine sofortige Operation erforderlich macht.


PECH

Die wichtigste Regel für die erste Hilfe bei Sportverletzungen: Pause, Eis, Kompression (C) und Hoch­lagern.


Als Komplikation fürchten Mediziner das sogenannte Kompartmentsyndrom: Steigt durch die Schwellung im Gewebe der Druck zu sehr an, kann das die Durchblutung stören. Muskeln und Nerven leiden dann unter einer Minderversorgung. Eine sofortige Behandlung ist unabdingbar. Zeigen sich Taubheitsgefühle, kribbeln zum Beispiel die Zehen oder treten gar Lähmungserscheinungen auf, braucht der Betroffene unverzüglich ärztliche Hilfe. Die meisten Prellungen sind jedoch harmlos. Heparinsalben oder Gele können den Abbau eines Blutergusses beschleunigen und werden üblicherweise zwei- bis dreimal täglich aufgetragen. Sie dürfen allerdings nicht länger als zehn Tage und nur auf intakter Haut angewendet werden. Auch Salbenverbände mit Arnika oder Enelbin® werden gerne verwendet. Mit Massagen und Sportsalben, die die Durchblutung fördern, sollte mindestens 48 Stunden gewartet werden.

Bei Krämpfen dehnen

Krämpfe kennt fast jeder. Wie aus dem Nichts heraus verkrampft sich die Muskulatur und wird steinhart. Schätzungsweise 33 bis 50 Prozent der Menschen über 65 Jahren leiden mindestens einmal pro Woche an Muskelkrämp­fen. Besonders nachts oder in Ruhe plagen sie die Betroffenen. Im Akutfall hilft sanftes Dehnen oder Anspannen des Gegenspielers, um den Krampf zu lösen. Bei Wadenkrämpfen heißt das, die Zehen müssen in Richtung Oberkörper gezogen werden. Um vorzubeugen, empfiehlt die Leitlinie der Deutschen Gesellschaft für Neurologie, regelmäßig passive Dehnübungen durchzuführen. Wiederholtes Vorbeugen des Oberkörpers im Stand, aber auch kleine Ausfallschritte dehnen die Wadenmuskulatur.

Leidet ein Mensch häufig unter Krämpfen, überprüft der Hausarzt im Blutbild Magnesium und Calcium sowie Schilddrüse, Leber und Nieren. Da die Muskulatur empfindlich auf Elek­trolytschwankungen reagiert, provozieren starkes Schwitzen, Sport, Diuretika und häufiges Wasserlassen, wie es bei schlecht eingestellten Diabetikern der Fall ist, Krämpfe. Betablocker, die Pille oder Statine können ebenfalls schuld sein. Schwerwiegende Ursachen sind allerdings selten. Oft lässt sich auch kein genauer Auslöser feststellen. Neben Dehnübungen lohnt durchaus auch ein Therapieversuch mit Magnesium. Viele Patienten verspüren schnell eine Linderung. Versagen alle Maßnahmen, kann der Arzt bei starkem Leidensdruck Chinin (Limptar®) verordnen. Aufgrund gefürchteter Wechsel- und Nebenwirkungen unterliegt es seit April 2015 der Verschreibungspflicht.




Wadenkrämpfen lässt sich mit regelmäßigen passiven Dehnübungen vorbeugen.

Foto: Shutterstock/Dirima


Neben Sportlern und älteren Leuten plagen auch Schwangere häufig Krämpfe. Laut Leitlinie kann auch hier Magnesium empfohlen werden, obwohl die Datenlage nicht einheitlich ist. Die Krämpfe sind zwar meist harmlos, dennoch sollten Schwangere die Beschwerden abklären lassen, da besonders einseitige Wadenkrämpfe in seltenen Fällen auf eine Thrombose hinweisen können.

Spannung lösen

Üppiges Essen, die Menstruation oder ein Harnwegs­infekt: Auch glatte Muskulatur kann krampfen. Zum Einsatz kommen dabei sowohl Phytopharmaka, Analgetika, Spasmolytika als auch Hausmittel wie Tee und Wärme. Der entkrampfende Arzneistoff Butylscopolamin gilt als Klassiker der Hausapotheke (Buscopan®, Buscopan Plus® mit Paracetamol). Da er kaum resorbiert wird, wirkt er vor allem lokal und damit nebenwirkungsarm. Dennoch sollte er nicht bei erhöhtem Augeninnendruck oder Herzrhythmusstörungen eingesetzt werden. Bei starken Menstruationsschmerzen sind NSAR wie Ibuprofen und Naproxen, zum Beispiel Dolormin® für Frauen, Mittel erster Wahl. Naproxen wirkt etwa zehn bis zwölf Stunden. Damit die Wirkung nicht zu lange auf sich warten lässt, sollte es nüchtern eingenommen werden, sofern kein empfindlicher Magen dagegen spricht.

Bereitet die Periode häufig Schmerzen, kann – ähnlich wie bei Wadenkrämpfen – Magnesium helfen. Täglich eingenommen, konnten ebenfalls 100 mg Vitamin B1 die Schmerzen lindern. Bei Magen-Darm-Krämpfen können je nach Ursache auch entschäumende Mittel wie Lefax® und Sab Simplex®, pflanzliche spasmolytische Präparate (Iberogast®, Carmenthin®) und zusätzlich eine Wärmflasche Erleichterung bringen.

Myalgie und Muskelschwäche

Auch Arzneimittel verursachen Muskelbeschwerden – und das gar nicht so selten. Die wohl am meisten gefürchtete Nebenwirkung ist die extrem seltene Rhabdomyolyse. Hierbei zerfällt die Muskulatur massiv, zum Beispiel durch eine Statin-Therapie. Wesentlich häufiger treten als Nebenwirkung allerdings Beschwerden wie Muskelschmerz (Myalgie), Muskelsteifheit, -schwäche oder -krämpfe auf.




Auch glatte Muskulatur kann krampfen, beispielsweise während der Menstruation.

Foto: Fotolia/Ines Bazdar


In der Therapie von Brustkrebs spielt die Myalgie eine große Rolle: Bis zu 50 Prozent der Frauen leiden unter der Einnahme von Aromatasehemmern wie Exemestan und Tamoxifen unter teils starken Muskelschmerzen. Regelmäßige Bewegung reduziert die Schmerzen, und in einer Studie linderte die hochdosierte Vitamin-D-Gabe die Beschwerden deutlich. Allerdings müssen Ärzte hierbei auf die Gefahr von Nierenschäden achten.

Oft bessert sich die Myalgie mit der Zeit. Dennoch kann sie die Lebensqualität massiv beeinträchtigen und sogar zum Therapieabbruch führen.

Neben Aromatasehemmern und Statinen gibt es zahlreiche Arzneistoffe, die Muskelbeschwerden hervorrufen (siehe Tabelle). Liegt die Vermutung nahe, dass Symptome durch ein Arzneimittel ausgelöst werden, kann in Absprache mit dem Arzt ein Auslassversuch oder eine Umstellung sinnvoll sein. /


Tabelle: Arzneimittel, die Muskelbeschwerden verursachen können

Wirkstoffgruppe Arzneistoffe 
Antibiotika Fluorchinolone (Ciprofloxacin, Norfloxacin, Ofloxacin) Cotrimoxazol, Rifampicin, Isoniazid, Minocyclin, Rifabutin, Piperacillin/Tazobactam 
Antihypertensiva Betablocker (Metoprolol, Bisoprolol, Propranolol), ACE-Hemmer (Ramipril, Enalapril, Captopril), Calciumantagonisten (Nifedipin, Amlodipin) 
Antimykotika Amphotericin B, Terbinafin 
Aromatasehemmer Exemestan, Tamoxifen 
Bisphosphonate Alendronat, Ibandronat, Pamidronat, Risedronat 
Cholesterinsenker HMG-CoA-Reduktasehemmer (Simvastatin, Atorvastatin, Fluvastatin, Pravastatin), Fibrate (Fenofibrat, Gemfibrozil), Nicotinsäure 
Schilddrüsentherapeutika Carbimazol, Propylthiouracil 
Sedativa Benzodiazepine (Diazepam, Oxazepam, Bromazepam), Zopiclon, Zolpidem 
Sonstige Diuretika und Laxantien; Pantoprazol, Omeprazol; Colchicin; Zidovudin; alle Glucocorticoide durch proteinkatabole Wirkung; Alkohol-Missbrauch 

Muskeln

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Beitrag erschienen in Ausgabe 05/2018

 

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