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PANORAMA

Sportlicher Frühling

Die Fitness- Trends 2018


Von Narimaan Nikbakht / Der Sommer steht bald vor der Tür: Bauch und Beine sollen dann bitte etwas straffer werden, Po und Arme fester – und Spaß will man dabei auch haben. Autorin Narimaan Nikbakht hat die neuesten Fitness-Trends getestet: von Flying Pilates bis Eissauna.

 

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Flying-Pilates stärkt nicht nur alle Muskeln­ – es verbessert auch Be­weglichkeit und Haltung und beugt Rückenschmerzen vor

So lief der Kurs: Acht farbenfrohe Tücher hängen etwa einen Meter über dem Boden und warten auf ihren Einsatz­. Doch zunächst startet­ Trainerin Sonja mit einer kleinen­ Körpermobilisation: Wirbel für Wirbel rollen wir unseren Rücken auf und aktivieren unser sogenanntes »Powerhouse« – also die Tiefenmuskulatur von Bauch, Beckenboden und Wirbelsäule. Dazu ziehen wir beim Ausatmen unseren Bauchnabel in Richtung Wirbelsäule, als würden wir den Reiß­verschluss einer zu eng gewordenen Hose schließen, und spannen dabei den Beckenboden an. Die Körpermitte zu aktivieren, spielt beim Flying-Pilates eine wichtige Rolle, weil eine starke Mitte für eine schöne Körperhaltung sorgt.

Pilates in der Luft

Denn geht es an die Tücher. Jede von uns legt die Kanten ihres Lycra-Tuches so übereinander, dass eine Art Schaukel entsteht. Jedes Tuch ist etwa 3,70 Meter lang und 2,80 Meter breit – aber hineinzuhüpfen, gelingt mir nicht gleich. Erst als Sonja mir hilft, klappt es und ich schaukele wie eine Dreijährige vor und zurück.




Kopfüber: Trainerin Sonja Ehrlich hilft beim Handstand.

Foto: privat


Für die erste Übung stecken wir unser Bein in die trapezförmige Schaukel hinter uns und dehnen die Oberschenkelmuskeln. Das Powerhouse bleibt permanent aktiviert. Es folgen Übungen im Stehen, schwebend, am Boden und über Kopf. An die 150 verschiedene Übungen hat Sonja Ehrlich in ihrem Repertoire. Jetzt hängen wir uns mit beiden Schultern ins Tuch und lehnen uns kräftig nach vorn. Danach steht eine Kopfüber-Übung an, bei der wir uns rückwärts in den Handstand fallen lassen. Ich zögere. Wird mich das Tuch halten? Sonja beruhigt: »Keine Sorge. Es trägt bis zu zwei Tonnen – du kannst also darauf vertrauen.« Tatsächlich: Plötzlich beuge ich den Rücken wie eine Brücke und auch der Handstand scheint ein Kinderspiel.

So leicht habe ich noch nie Verspannungen gelockert und Muskeln gestärkt, denn um die Spannung zu halten, gilt es, den Körper ständig auszugleichen und zu stabilisieren. Zum Abschluss dürfen wir uns in unser Tuch einwickeln und zu sphärischen Klängen wiegend zur Ruhe kommen. Während mein ganzer Körper im Tuch verschwindet, fühle ich mich geborgen und beschützt.

Für wen geeignet? Sowohl für Anfänger als auch für Fortgeschrittene. Gleichgewichtssinn und die Fähigkeit »sich fallen lassen zu können« sind hilfreich.
Wer bietet es an? Die Hamburgerin Sonja Ehrlich hat Flying-Pilates konzipiert: academy.flying-pilates.de. Informationen zu bundes- und europaweiten Kursen über E-Mail an info@flying-pilates.deoder über businesspartner.flying-pilates.de.

Strong by Zumba

Wer in kurzer Zeit möglichst viele Kalorien verbrennen und gleichzeitig seinen Körper straffen möchte, ist mit dem Workout Strong by Zumba gut bedient. Dieser Kurs brachte mich an meine Grenzen.

So lief der Kurs: Zunächst bin ich überrascht. Beim Kursnamen »Strong by Zumba« hatte ich an eine härtere Version von Zumba gedacht – also an ein Tanz-Workout zu lateinamerikanischen Klängen. Doch statt Hüftgewackel und Party-Feeling erwartet mich ein knallhartes Ganzkörper-Workout. Denn Strong by Zumba stammt zwar aus dem Hause Zumba, hat aber sonst kaum etwas mit dem Tanz-Workout zu tun.

Zwar führen wir auch hier vereinzelt Tanzschritte aus – die kombiniert Trainer­in Jennifer Hildebrand aber mit einem hoch intensiven Intervalltraining. Eine Trainingseinheit dauert etwa eine Stunde und besteht aus vier Blöcken. Tempo und Intensität steigern sich dabei von Block zu Block.

Jetzt tönt elektrolastige Musik durch den Raum. Bereits in der Aufwärmphase animiert uns Jennifer dazu, alles zu geben: Wir strecken, dehnen und hüpfen, was das Zeug hält, steppen dynamisch von rechts nach links, dann startet Block 1: »Ignite« (zu deutsch: das Feuer entfachen).




Noch nicht ganz richtig: Trainerin Jennifer macht mich auf Haltungsfehler aufmerksam.

Foto: Erik Mosoni Photography


Meine Muskeln fangen tatsächlich an zu brennen, denn der Fokus liegt auf Kraftübungen. Wir machen Knie­beugen, und zwar so tief, dass der Po bis unter die Kniehöhe kommt. Es folgen Ausfallschritte, Unterarm-Stützen und danach heben wir im Liegen abwechselnd die Beine an. »Immer schön weiter bewegen – auch wenn ihr nicht mehr könnt!«, feuert die Trainerin an.

Es folgt Block 2: »Fire up«, ein Cardio-Intervall mit Hampelmännern, Kniehebern und Kombi-Sprüngen. Damit unser Kreislauf schön in Schwung kommt, baut Jennifer dazu Rotationen, Kicks und Punches aus dem Kampfsport ein. Ich keuche und komme ins Schwitzen. Und Jennifer beruhigt: »Wenn du hier außer Atem kommst, ist alles okay. So ist das Workout gedacht.« Dennoch wird mir bange, als sie nach der Verschnaufpause bei Block 3 nun ruft: »Jetzt bringe ich euch richtig an eure Grenzen!« Diese Phase heißt »Push your Limits.«

Die Übungen werden noch inten­siver. So absolvieren wir unter anderem Liegestütz-Sprünge (Burpees), die zu den anstrengendsten Ganzkör­per­übungen überhaupt gehören. Ideal um Fett zu verbrennen und neue Muskeln aufzubauen. Zeitweise steppe ich aber auf der Stelle, um meinen Puls in den Griff zu bekommen.

Im letzten Block »Floorplay« geht es auf den Boden, und ich bewältige mit letzter Kraft die Übungen in der Bauch-, Rücken- und Seitenlage, bevor wir zum Cool-down kommen.

Abends schlafe ich bereits um 21 Uhr auf der Couch ein. Und der darauf folgende Muskelkater erinnert mich noch Tage später daran, meinen wohl härtesten Kurs gemeistert zu haben.

Für wen ist Strong geeignet? Für alle, die ein anspruchsvolles, wirklich intensives Training suchen. Ein gewisses Fitness-Level sollte vorhanden sein, da die einzelnen Übungen schnell wechseln.
Wer bietet es an? Narimaan Nikbakht hat Strong by Zumba in einem Fitness-First-Studio in Hamburg ausprobiert (www.fitnessfirst.de). Bundes- und europaweite Kurse sowie ein 20-minütiges Video für Zuhause gibt es unter strong.zumba.com

Fit an der Stange

Vom Nachtleben in die Fitnessstudios: Poledance gilt als super trendy in der Fitnesswelt. Der Tanz an der Stange soll fit machen und die weibliche Seite stärken.

So lief der Kurs: Schon das ein oder andere Mal habe ich in diversen Promi-Magazinen über den Fitnesstrend Poledance gelesen. Doch auf dem Weg zur Schnupperstunde kommen mir Zweifel. Poledance – klingt das nicht irgendwie schmuddelig?

Der Anblick von Trainerin Franziska, ausgebildete Bewegungswissenschaftlerin, beruhigt mich. »Das hat nichts mit nackter Haut oder anrüchiger Erotik zu tun«, sagt sie und führt mich in ein Studio mit großen Fenstern, Holzfußboden und silbernen Stangen vom Boden bis zur Decke. Acht weitere Frauen zwischen 18 und 40 Jahren sind schon bereit. »Wir trainieren erst einmal in Leggins, später dann in Shorts«, sagt Franziska.




In der Kältesauna sollen die Pfunde schmelzen.

Foto: privat


Beim Aufwärmen wird mir klar, wie sie zu ihrem definierten Körper gekommen ist. Zur Musik von Lenny Kravitz dehnen wir uns, machen Sit-ups und Liegestütze. Dann zeigt die Trainerin uns, wie wir möglichst elegant um die Stange schreiten können. »Bitte nicht wie ein Storch gehen!«, sagt sie augenzwinkernd.

Konzentriert versuche ich es ihr gleichzutun. »Jetzt mit der Hand über dem Kopf die Stange greifen!« Gar nicht so leicht. Drei Versuche, dann geht es weiter mit der nächsten Übung. »Mit den Händen fest um die Stange fassen, den Fuß vom Boden heben und rückwärts fallen lassen – die Stange dreht sich mit euch.« Jetzt ist Ver­trauen in die Stange und in die eigene Kraft gefragt – nach ein paar »Ver­weigerungs-Stoppern« lasse ich mich wirklich fallen. Kühl und metallisch spüre ich die glänzende Polestange an meinem Unterarm, während ich mich einmal mit ihr drehe.

Zusammengesetzt werden diese kleinen Übungen später eine Choreografie ergeben. Jetzt sollen wir Schwung holen und mit adrett an­gewinkelten Beinen gleich mehrmals um die Stange schweben. Mühelos und geschmeidig windet Franziska ihren Körper in alle Richtungen. Ich hingegen fühle mich bei den ersten Versuchen wie ein nasser Plumps-Sack. Doch zunehmend klappt es besser.

Während Franziska Körperhal­tungen korrigiert, stellen sich bei mir erste Erfolge ein. Jemand fragt nach der Übung »Climb«: Hochklettern und nur mit den Beinen an der Stange festhalten. Franziska macht es uns vor und fügt hinzu: »Das ist aber nur etwas für Fortgeschrittene.«

Besonders an den Armen spüre ich die nächsten Tage Muskelkater – was meinem »Winkfleisch« sicher auf Dauer zugutekommt. Ich habe sogar das Gefühl, mich etwas geschmeidiger zu bewegen. Auf lange Sicht macht so ein Training sicher fit und schenkt ein gutes­ Körperbewusstsein.

Für wen geeignet? Für alle, die auf ganz neue Art fit werden möchten und Lust haben, ihre weibliche Seite zu stärken.
Wer bietet es an? Narimaan Nikbakht hat »Pole your Body« in Hamburg besucht: www.poleyourbody.de. Bundes- und europaweite Kurse finden Interessierte über die Suchfunktion im Internet und auf den Homepages der Poledance-Studios in Ihrer Stadt.

In der Eissauna

Kann Kälte wirklich fit und schlank machen? Hollywoodstars frieren neuerdings für ihren Traumkörper – bei -160 °C. Grund genug, den neuen Gesundheits- und Fitnesstrend einmal auszuprobieren.

So lief die Session: Mein Gesicht lugt weit aus einer Dampfwolke hervor. Die Temperaturanzeige schräg hinter mir zeigt 160 Grad unter Null an. Trotzdem quietsche ich vergnügt vor mich hin in der silbernen, mit Stickstoff betriebenen Trockeneis-Tonne.

Wie eine Stunde Training

Nach drei Minuten ist meine Eis­sauna-Session beendet und ich steige energiegeladen wieder in meine Kleidung. Ganze 700 bis 1000 Kilokalorien habe ich eben verbrannt. Diesen drei Minuten in der Tonne wird der Effekt eines einstündigen Trainings nach­gesagt. Zudem sollen Durchblutung und Stoffwechsel angeregt werden. Als Frau mit Abnehm-Ambitionen ist das wie ein kleines Wunder. Zwar war mir der Effekt von Tiefenkälte in der Behandlung von Rheumapatienten bereits bekannt, doch dass ein paar Minuten Kälte-Therapie­ auch auf gesunde, aber stressgeplagte und ausgelaugte Menschen positiv wirken kann, war mir neu.

In der sogenannten Kryosauna wird die normale Körpertemperatur von rund 37 °C auf etwa 5 °C abgekühlt. Am meisten überrascht hat mich, dass ich die trockene Kälte gut aushalten konnte. Ich hatte es mir eher wie einen Sprung in die kalte Nord- oder Ostsee im Winter vorgestellt, inklusive Schockstarre. Doch dem war nicht so.

Meine Füße stecken in dicken Fellpuschen, der Rest meines Körpers ist ungeschützt – also nackt. Und während die Temperatur im Minusbereich stetig sinkt und wieder ansteigt, drehe ich mich für zwei bis drei Minuten um meine eigene Achse. Kein Bibbern, kein Frieren – nur am Ende spüre ich wie meine Oberschenkel leicht anfangen zu zwicken. Danach bin ich hellwach und meine Haut fühlt sich samtweich an. Und da durch die Kältebehandlung mein Körper nun auch vermehrt Endorphine ausschüttet, komme ich gut gestimmt­ durch meinen restlichen Tag.

Für wen geeignet? Für alle, die ihren Stoffwechsel anregen möchten, mehr Energie und ein gesteigertes Wohlbefinden suchen. Weitere Einsatzgebiete: Rheuma, chronische Schmerzen, Schuppenflechte, Migräne, Depressionen, zur Regeneration nach dem Sport et cetera. Ein Aufklärungsgespräch und Gesundheits-Check vorab sind unverzichtbar.
Wer bietet es an? Narimaan Nikbakht besuchte die Eissauna »Cools Bodies in Contour« in Hamburg: www.coolbodies.de. Eine Sitzung in der Eissauna kostet dort 50 Euro. Bundesweite Anbieter finden Interessierte über online unter Stichworten wie Eissauna, Eiskabine oder Kryosauna. /



Beitrag erschienen in Ausgabe 08/2018

 

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