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BERATUNGSPRAXIS

Peelings

Frühjahrsputz für die Haut


Von Elke Wolf / Nach den Wintermonaten wirkt die Haut oft stumpf, fahl und rau. Bevor aber Masken, Seren und Ampullen der Haut eine Extraportion Pflege bieten, sollte sie eine gewissenhafte Reinigung von Altlasten befreien. Peelings mit Schleifpartikeln, Enzymen oder Fruchtsäuren bringen die Haut auf Vordermann.

 

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Bei einem Peeling, von Dermatologen auch als Exfoliation bezeichnet, werden­ die obersten Schichten des Stratum corneums abgetragen. Lose sitzende Zell­lagen und Hautschüppchen werden entfernt, aber auch verengte­ Follikelausgänge geöffnet. Die Durchblutung wird angeregt. Das hat vor allem für die reife und die zu Akne neigende Haut seinen Sinn: Mit zunehmendem Alter verringert sich die Zellerneuerungsrate der Haut und ihre Schuppen werden nicht mehr wirkungs­voll abgeschilfert. Dadurch erscheint die Haut stumpf, trocken und von Schuppen bedeckt. Bei der zu Unrein­heiten neigenden Haut wird zu viel Talg produziert, der wie Mörtel fungiert­ und die Hautzellen zusammen­­hält. Aber zu viel Talg erschwert­ das Abschilfern und verstopft die Follikel.



Peelings, die ihre Arbeit entweder auf mechanischem, enzymatischem oder chemischem Wege verrichten, verfeinern das Hautrelief, weil sie Unrein­heiten und Unebenheiten be­seitigen. Außerdem regen sie die Epidermis­ zur Erneuerung an, was die Haut jünger wirken lässt. Zudem wird die Haut aufnahmefähiger, was die Penetra­tion von Wirkstoffen ver­bessert: Kosmetika können also intensiver wirken. Und vor dem Auftragen von Selbstbräunern oder einem Sonnenbad sind Peelings die beste Vorbereitung, um eine gleichmäßige Bräune zu erzielen.

Mechanische Peelings

Peelings, die mechanisch vorgehen, enthalten Schleifpartikel. Quarzsand, Ton (wie Heilerde), Mandelkleie sowie verschiedene Kern- und Schalenmehle, beispielsweise aus Olivenkernen oder Walnussschalen, schmirgeln die Haut ab. Letztere verlieren durch Bleichen mit Wasserstoffperoxid ihre bräunliche Färbung. Neben diesen natürlichen Wirkstoffen werden in Gesichts- und Körperpeelings aber auch synthetische Granula, beispielsweise aus Polyethylen, eingesetzt.




Foto: iStock/svetikd


Was die Effektivität der Abschilferung betrifft, dürften die natürlichen Substanzen aufgrund ihrer unregelmäßig geformten Partikel im Vorteil sein. Allerdings weisen sie auch ein größeres Reizpotenzial auf. Schonender, da mit definierter, abgerundeter Form aus­gestattet, sind die industriell her­gestellten Polymere. Sie verursachen weniger Mikroverletzungen.

Diese Peelings, auch Abrasiva genannt­, werden nach der normalen Reinigung auf die feuchte Haut auf­getragen und mit den Fingern kreisend sanft einmassiert. Dabei werden die Hautschüppchen von der Haut geholt. Danach wird das Ganze mit reichlich Wasser abgewaschen. Zubereitungen mit gröberen Schleifpartikeln, etwa in Pastenform, eignen sich für verhorntere Körperpartien wie Knie, Ellenbogen oder Fersen. Weil die Anwendung so un­kompliziert ist, gehört die mecha­nische Peelingvariante zu den be­liebtesten Peelings im heimischen Badezimmer.

Enzymatische Peelings

Bei trockener oder empfindlicher Haut empfehlen sich dagegen Peelings, die das Wirkprinzip von Enzymen nutzen. Anstatt durch Schleifpartikel wird die Haut durch pflanzliche Enzyme der Papaya­ (Papain) oder der Ananas (Bromelain) geklärt. Diese Enzyme sind in der Lage, die als Kittsubstanzen zwischen­ den Hornzellen liegenden Fette und Proteine aufzuspalten und so die Hornzellen aus ihrem Verband zu lösen. Talgdrüsen und Follikelausgänge werden so gereinigt, überschüssiger Talg wird abgetragen.

Eine solche Enzymschälkur ist auch bei trockener, empfind­licher Haut gut anzu­wen­den, da das mechanische Rubbeln­ und damit der Reizmoment entfällt. Doch Achtung: Per­sonen mit bekannter Allergieneigung sollten Enzym­-Peelings meiden, da diese wirkstoffbedingt (artfremde Proteine) ein sensibilisieren­des beziehungsweise aller­gie­auslösendes Potenzial­ mitbringen.

Enzympeelings gibt es häufig in Creme-, aber auch in Masken- oder Pulverform, wobei letztere zunächst zu einer­ Paste angerührt und dann mit einem­ Pinsel oder Spatel aufgetragen werden. Bei der Kosmetikerin sorgen warmer Wasser­dampf oder feucht-warme Kompressen während der Einwirk­zeit dafür, dass sich die Poren leichter öffnen.

Chemische Peelings

Das Hautbild lässt sich auch auf chemischem Wege mit Salicylsäure oder Fruchtsäuren verbessern, wobei alpha hydroxy acids (AHA) die größte Bedeut­ung haben. Synthetisch gewonnene Glykol-, Zitronen- oder Milch­säure werden in der Kosmetik für den Heimgebrauch nur in abgeschwächter Form eingesetzt, das aber dennoch effektiv­. Ein leichtes Brennen auf der Haut spricht für die Wirkung. Der Säure­gehalt gängiger Präparate für die Eigenanwendung zu Hause liegt bei rund 10 Prozent, wohingegen der Derma­tologe mit bis zu 70-prozentigen Formulierungen arbeitet.

Fruchtsäuren lockern bereits in niedrigen Konzentrationen den Zell­verbund zwischen den einzelnen Hornzellen auf, oberste Hautschichten und tote Hornschüppchen können leichter abgetragen werden. Die Hautober­fläche wirkt dadurch gleichmäßiger und feiner, kleine Fältchen erscheinen glatter. Dieser Peeling-Effekt und die dadurch nach oben verdünnte Epidermis wirken wie ein Signal für die Basalschicht; eine erhöhte Mitoserate bringt neue Zellen zu Tage. Nach der Behandlung ist allerdings eine reichhaltige Pflege Pflicht, da die Haut je nach Intensität des Peelings zumindest leicht gerötet ist. UV-Schutz nicht vergessen!

Aufgrund ihres keratolytischen Effekts waren Frucht­säuren vornehmlich in Gesichtsreinigungspräparaten wie Waschgelen, Pads und Peelings eingearbeitet. Doch weil sie noch mehr können, als porentief zu reinigen (feuchtigkeitsspendend, Anregung der Kollagen- und Glykosaminglykan-Synthese), finden sie sich heute auch in zahlreichen sogenannten Leave-on-Präparaten wie Tonics, Sprays, Masken, Gelen und Cremes. Die Einsatzkonzentrationen sind dann in der Regel geringer, der gewünschte Effekt wird durch die längere­ Einwirkzeit erreicht. Weil Fruchtsäuren auch die Pene­tration von Wirkstoffen in die Haut verbessern, sind sie zahlreichen Anti-Aging-Formulierungen zugesetzt. /


Wie oft peelen?

  • Nicht für jeden sind Peelings sinnvoll. Und wenn doch, ist die Häufigkeit, mit der sie eingesetzt werden­ sollten, vom Hautzustand abhängig.
  • Bei fettem Hautzustand: Anwendung ein- bis maximal dreimal pro Woche.
  • Bei normalem Haut­zustand: Anwendung einmal im Monat.
  • Bei Akne und anderen entzündlichen Hautkrank­­heiten: kein Peeling in Eigen­regie, da Gefahr von Schmier­infektionen.



Beitrag erschienen in Ausgabe 08/2018

 

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