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TITEL

Hitze-Notfälle

Die Schattenseiten des Sommers


Von Verena Arzbach / Man muss sich im Sommer nicht unbedingt in tropische Gefilde begeben, um heiße oder schwüle Tage zu erleben. Auch in Deutschland machen empfindlichen Personen im Sommer immer wieder hohe Temperaturen, starke Sonneneinstrahlung und hohe Ozon-Konzentrationen in der Atemluft zu schaffen. Wie kann man gesundheitlichen Problemen vorbeugen und die heißen Tage gut überstehen?

 

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Eigentlich kann sich der Körper recht gut an extreme Außen­bedingungen, egal ob eisige Kälte­ oder tropische Hitze, anpassen. Bei Hitze­ und/oder hoher Luftfeuchtigkeit verlagert er einen großen Teil seines­ Blutvolumens in die Haut. So kann das Blut die Wärme vom Körperinneren nach außen transportieren. Über die Haut wird dann Schweiß abge­geben, der den Körper durch die entstehende Verdunstungskälte kühlt. Der Körper hält so normalerweise seine Kerntemperatur bei etwa 37 °C.




Foto: Shutterstock/FocusStocker


In einer extrem­ heißen Umgebung von etwa 40 °C können sich bis zu 75 Prozent des gesamten Blutvolumens, welches das Herz pro Minute durch den Körper pumpt, in den Außenbereich verlagern. Wer sich nun körperlich anstrengt, sorgt dafür, dass noch mehr Blut in diese­ Region transportiert und das zentrale­ Blutvolumen noch weiter verringert wird. In der Folge steigen der zentrale Venendruck wie auch das Schlagvolumen des Herzens. Produziert der Körper dann nicht genug Schweiß, kann er sich selbst nicht ausreichend kühlen. Die Thermoregulation versagt, und es entsteht ein Wärmestau. Die Körpertemperatur kann sich in einem solchen Fall auf 40 °C und mehr erhöhen (Hyperthermie) – es droht ein lebensbedrohlicher Hitzschlag.

Akuter Notfall

Der Pulsschlag steigt, der Blutdruck sackt ab, die Haut fühlt sich heiß und trocken­ an. Weitere Symptome eines Hitzschlags sind Krämpfe, Halluzi­­­na­tionen und Bewusstseinstrübungen. Auch plötz­lich einsetzende, kurz andauernde Episoden von Bewusst­losigkeit, sogenannte Synkopen, sind möglich. Das Gehirn kann Wasser einlagern, und es sich bilden sich mitunter lebensgefähr­liche Hirnödeme, die mit Übelkeit, Er­brechen, Kopfschmerzen und Bewusstlosigkeit einhergehen. Es kann aber auch sein, dass die Betroffenen lediglich­ ex­trem müde und er­mattet sind.


Der Hitzschlag

Mögliche Ursachen sind eine hohe Umgebungstemperatur, starke Sonneneinstrahlung (eventuell für längere Zeit), eine zu geringe Trinkmenge und starke körperliche Anstrengung bei Hitze. Wichtig: Ein Hitzschlag ist nicht nur draußen möglich. Auch in stark überhitzten Räumen und Autos oder bei zu dicker, enger Kleidung können Menschen einen Hitzschlag erleiden.

Präventionsmaßnahmen auf Reisen:

  • Bei starker Sonneneinstrahlung: Kopfbedeckung tragen.
  • Bei Ausflügen immer genügend Getränke wie Wasser, Tee oder iso­tonische Getränke wie Apfelschorle mitnehmen. Achtung: Alkohol hat eine dehydrierende Wirkung. Wer bei starker Hitze alkoholische Getränke zu sich nimmt, sollte zwischen­durch immer auch Wasser trinken, um nicht auszutrocknen.
  • Nicht zu kalte Getränke trinken. Eiskaltes muss der Körper erst auf­heizen und dafür zusätzlich Energie verbrauchen.
  • Innenräume nicht zu stark ab­kühlen. Starke Temperaturunterschiede zwischen drinnen und draußen erschweren dem Körper die Anpassung.
  • Je nach Wetter angemessene Kleidung tragen.


Dennoch: Der Hitzschlag ist immer ein akuter Notfall, das heißt, Beobachter sollten den Notarzt verständigen. Der Betroffene sollte schnellstmöglich aus der Hitze beziehungsweise Sonne an einen­ schattigen, luftigen Platz oder nach drinnen in einen klimatisierten Raum gebracht werden. Über­schüssige Kleidung sollten Helfer entfernen be­ziehungsweise enge Kleidung lockern­. Vor allem Hals und Achseln sollten gekühlt­ werden, zum Beispiel indem etwas­ Wasser auf die Haut gespritzt oder Luft zugefächert wird. Der Körper des Betroffenen kann auch stellenweise mit feuchten Tüchern gekühlt werden, er sollte aber nicht großflächig damit­ abge­deckt werden. Denn das könnte iso­lierend wirken und die Körper­temperatur weiter erhöhen. Der Betroffene sollte außerdem, falls er bei Bewusstsein ist und nicht erbricht, selbstständig trinken. Geeignet sind vor allem Mineralwasser oder Fruchtschorlen, die neben Flüssigkeit auch Elektrolyte liefern. Früher wurde­ auch dazu geraten, die Beine der Patienten hochzulagern. Heute wird das in der Regel nicht mehr explizit empfohlen, denn es ist nicht erwiesen, dass das Hochlagern Vorteile bringt. Ansprech­bare Personen sollten so gelagert werden, wie es für sie angenehm ist.

Die Zahl der Hitzschlag-Fälle in Deutschland schwankt von Jahr zu Jahr. Nach Daten des Statistischen Bundesamtes wurden im Jahr 2013 beispielsweise 1856 Menschen wegen Hitzschlag oder Sonnenstich behandelt, im extrem heißen Sommer 2003 waren es 2561 Menschen. Im Krankenhaus stabilisieren dann die Ärzte den Kreislauf des Patienten und führen ihm über Infusio­nen Flüssigkeit zu. Bei recht­zeitiger Behandlung geht es den Betroffenen nach ein bis zwei Tagen meist wieder besser. In ungünstigen Fällen können nach überstandenem Hitzschlag jedoch bleibende Schäden vor allem im neurologischen Bereich zurückbleiben. Schätzungen zufolge sind davon etwa 20 Prozent der Hitzschlag-Patienten betroffen.

Vor allem Senioren, chronisch Kranke und kleine Kinder sind gefährdet, einen­ Hitzschlag zu erleiden. Ver­nünftiges Verhalten ist dennoch für alle bei extremer Hitze sinnvoll (siehe Kästen). Übrigens kann auch die Einnahme­ verschiedener Medikamente Vorgänge beeinflussen, die der Körper­ zur Anpassung an Hitze be­ziehungsweise zur Balance des Flüssigkeits­haushaltes nutzt. Per­sonen, die diese Medikamente einnehmen, können­ also eventuell schlechter mit Hitze­ um­gehen, als sie es vielleicht von früheren Zeiten kennen­. Zu den Hitze-kritischen Medikamenten zählen unter anderem Diureti­ka, H1-Antihistaminika der ersten­ Generation, Neuroleptika, Anti­hypertonika und trizyklische Antidepressiva sowie Medikamente, deren­ Pharmakokinetik durch Wassermangel beeinflusst wird, etwa Lithiumsalze, Antiarr­hythmika, Anti­epileptika und orale­ Antidiabetika wie Metformin und Sulfonyl­harnstoffe.


Allgemeine Hitzetipps

  • Leichte Kost bevorzugen: Salate, Obst, mageres Fleisch – aber auch nicht zu wenig essen.
  • Nicht ungeschützt in der prallen Sonne aufhalten, besonders nicht zwischen 11 und 15 Uhr: »Zwischen elf und drei sonnenfrei.«
  • Bei Kindern die Schattenregel beach­ten: Sie sollten nicht in der Sonne spielen, solange der Schatten­ kleiner ist als ihr Körper.
  • Bei Temperaturen über 30 °C sollten empfindliche Personen auf Sport verzichten.
  • Aktivitäten im Freien wenn möglich in die Morgenstunden vor 10:30 Uhr oder in die Abendstunden nach 18 Uhr verlegen.
  • Nicht zu lange im Wasser bleiben: erhöhte Gefahr von Sonnenbrand durch Reflexion.


Nicht ganz so drastisch wie der Hitzschlag, aber ebenfalls ein Hitze-Notfall­, ist die Hitzeerschöpfung. Ursache des Erschöpfungszustands ist ein extremer Flüssigkeits- und Elek­trolytverlust durch sehr starkes Schwitzen, oft in Kombination mit einer zu geringen Trinkmenge. Das Blut ist dann dick­flüssiger und kann schlechter durch die Gefäße fließen. Die Symptome ähneln denen eines Schocks: Schwäche, Blässe, Schwindel, Übelkeit, Erbrechen und Kopfschmerzen. Die Atmung ist flach und schnell, das Herz rast. Im Gegensatz zum Hitzschlag steigt die Körpertemperatur jedoch nicht an, die Haut des Betroffenen bleibt kühl und feucht.

Bei einer Hitzeerschöpfung ist es am wichtigsten, den Flüssigkeits- und Elek­trolytverlust zügig auszugleichen. Sonst drohen Krämpfe, und die Hitze­erschöpfung kann sich zum gefähr­lichen Hitzschlag weiterentwickeln. Gut geeignet sind auch hier elektrolyt­reiche Getränke wie Mineralwasser, Saftschorlen oder isotonische Sport-Drinks. Der Körper regeneriert sich dann in der Regel­ wieder schnell und ohne fremde Hilfe. Verschlechtert sich der Zustand des Betroffenen, sollten Helfer aber den Notarzt verständigen.

Gereizte Hirnhaut

Ein weiterer Notfall, der sich im Sommer­ ereignen kann, ist der Sonnenstich (Insolation). Hierbei erwärmt starke­ Sonneneinstrahlung, meist über längere Zeit, das Gehirn und reizt direkt die Hirnhäute (Meningen). Das Gehirn kann sich ausdehnen und anschwellen, es kommt zu einem Hirnödem. Senioren­, die aufgrund fehlender Haare schlechter geschützt sind, sowie Kleinkinder mit relativ dünner Schädeldecke sind anfälliger. Typische Symptome einer Insolation sind ein stark geröteter Kopf, Kopfschmerzen, Übelkeit, Er­brechen, Schwindel, Fieber und ein steifer Nacken. Die Körpertemperatur ist im Gegensatz zum Hitzschlag nicht erhöht, die Haut am Körper ist nicht gerötet und fühlt sich nicht heiß an. Ein wichtiger Hinweis für Eltern: Vor allem bei kleinen Kindern können ent­sprechende Anzeichen auch mit einer Verzögerung von mehreren Stunden auftreten, also zum Beispiel am Abend nach einem Tag am Strand.


Auf einen Blick: Mit welchen Symptomen machen Hitzschlag, Hitzeerschöpfung und Sonnenstich auf sich aufmerksam? Wie steuert man am besten gegen?

 Hitzschlag Hitzeerschöpfung Sonnenstich 
Symptome Trockene, heiße Haut Hyperthermie Krämpfe Verwirrtheit, Bewusstseinstrübungen Bewusstlosigkeit Schwäche Starkes Schwitzen Schwäche, Kreislauf­kollaps Blässe, Schwindel Übelkeit, Erbrechen Kopfschmerzen Flache, schnelle Atmung Roter Kopf Kopfschmerzen Übelkeit, Erbrechen Steifer Nacken Schwindel Fieber Schwäche, Kreislaufkollaps 
Wichtige Erste-Hilfe- Maßnahmen Notarzt verständigen Betroffenen in den Schatten/kühlen Raum bringen Überschüssige Kleidung entfernen Abkühlen: Wasser auf die Haut spritzen oder Luft zufächern kühle Getränke Bei Bewusstlosigkeit: stabile Seitenlage Flüssigkeits- und Elektrolytverlust ausgleichen: Mineralwasser oder Fruchtschorle anbieten Tritt keine Besserung ein, Notarzt verständigen Betroffenen in den Schatten/kühlen Raum bringen Eventuell feuchte, kühle Tücher um den Kopf wickeln Kühle Getränke Oberkörper erhöht lagern 

Die Erste-Hilfe-Maßnahmen bei einem Sonnenstich ähneln denen beim Hitzschlag: Der Betroffene sollte schnell in den Schatten oder in einen kühlen Raum gebracht werden und mit Flüssigkeit versorgt werden. Die Helfer lagern den Betroffenen am besten mit erhöhtem Oberkörper. Falls zur Hand, können auch kühle feuchte Tücher um den Kopf gewickelt werden

Eine gute Möglichkeit, sich etwa vor einem­ Urlaub auf ein warmes, schwüles­ Klima vorzubereiten und Hitzschlag und Co. vorzubeugen, sind Saunabesuche. Menschen, die an Hitze gewöhnt sind, können körpereigene Kühlungsme­chanismen besser nutzen, um die Körperkerntemperatur niedrig zu halten: Sie beginnen früher zu schwitzen­, und sie schwitzen insgesamt mehr als nicht angepasste Menschen. Außerdem enthält der Schweiß von Menschen, die an Hitze gewöhnt sind, weniger Natriumchlorid, was zusätzlich den Elektrolytverlust begrenzt. Chronisch Kranke sollten zunächst immer ihren Arzt fragen­, ob Sauna­gänge für sie geeignet sind.

Problem Ozon

Nicht nur Temperatur, Sonneneinstrahlung und Luftfeuchtigkeit, auch die Ozonkonzentration kann Menschen im Sommer zu schaffen machen. Das gilt besonders bei körperlich anstrengenden Aktivitäten im Freien. Das farblose, aus drei Sauerstoff-Atomen bestehende Ozon-Gas hat eigentlich eine Schutzfunktion. In einer Höhe von 20 bis 30 Kilo­metern in der Atmosphäre be­findet sich die natürliche Ozonschicht, die die Erde vor der schäd­lichen Ultra­violettstrahlung der Sonne schützen­ soll.




Ein Hitzschlag ist immer ein akuter Notfall.

Foto: Shutterstock/LightField Studios


In Erdnähe wird Ozon über photochemische Prozesse durch die Reaktion von Sauerstoff mit sogenannten Ozonvorläufern gebildet. Zu diesen Vor­läufersubstanzen zählen vor allem Stickoxide (aus dem Kraftverkehr und aus Feuer­ungsanlagen) und flüchtige­ organische Verbindungen, etwa aus indus­triellen Lösemitteln und aus der Kraftstoff­verbrennung von Motoren. Bei starker, intensiver Sonnen­einstrahlung und hohen­ Lufttem­peraturen im Hoch­sommer entsteht besonders viel Ozon, das sich in der Luft anreichert und den sogenannten Sommer­smog bildet.

Ozon ist ein starkes Oxidationsmittel, das alle Oberflächen angreift, mit denen es in Kontakt kommt. In der Atemluft kann Ozon schon in geringen Konzentrationen bei Menschen und Tieren zu Reizungen der Schleimhäute, Atemwege und Augen führen sowie Kopfschmerzen, Übelkeit, Schwindel und Konzentrationsschwäche auslösen. Beschwerden treten umso wahrscheinlicher auf, je höher die Ozonkonzentration in der Luft ist, je länger man sich dem Ozon aussetzt und je höher das Atemvolumen ist. Letzteres nimmt bei körperlicher Aktivität zu.

Warnwert

Etwa 10 bis 15 Prozent der Bevölkerung gelten als Ozon-empfindlich. Besonders gefährdet sind laut Umweltbundesamt Säuglinge, Kleinkinder, ältere Personen und Kranke, möglicherweise auch Asthmatiker. Noch unsicher sei, ob Ozon chronische Wirkungen auf das Lungengewebe (»vorzeitiges Altern der Lunge­«) habe und ob es Asthma bronchiale auslösen oder verschlimmern könnte, heißt es vonseiten des Amtes.




Sommersmog: Bei hohen Tempera­turen kann der Ozongehalt der Luft in kritische Höhen steigen.

Foto: iStock/instamatics


Generell gilt: Die höchsten Ozonkonzentrationen werden am Nach­mittag zwischen 14 und 17 Uhr gemessen. Bei starker Hitze sollten Sportler also vorsichtshalber nicht in diesem Zeitraum draußen trainieren, besser geeignet sind die Morgenstunden. Ab Werten von 180 µg/m3 Ozon in der Luft gibt das Umweltbundesamt eine Warnung heraus, weil ab diesen Werten die Leistungsfähigkeit ozonempfindlicher Menschen eingeschränkt sein kann. Sie sollten sich dann möglichst nicht lange im Freien aufhalten. Steigen die Werte auf über 240 µg/m3, den Warnwert, sind anstrengende Tätigkeiten im Freien­ generell zu vermeiden. Einen solchen­ Ozon-Alarm gab es zuletzt im Jahrhundert-Sommer 2003.

Schwacher Kreislauf

Viele chronisch kranke Menschen fühlen­ sich bei heißem Klima schlecht und haben­ das Gefühl, dass die Wetter­lage den Kreislauf und die Symptome ihrer Erkrankung beeinflusst. Be­sonders markante Wetteränderungen, die in Euro­pa recht häufig vorkommen, können­ sich auf die Gesundheit aus­wirken. Bei chronisch Kranken kann sich der Körper­ häufig nicht schnell genug anpassen­.


Lebensgefahr im Auto

In praller Sonne geparkte Autos können für Kleinkinder bereits nach kurzer Zeit zur lebensgefährlichen Falle werden. Nach rund einer Stunde könne bei Zweijährigen die Körpertemperatur auf 40 °C klettern, was zum Hitzschlag führen kann, berichten US-amerikanische Forscher im Journal »Temperature« nach Tests in der Sommersonne von Arizona. Bei den Tests herrschten Außentemperaturen zwischen 36 und 41 °C.

Besonders schnell erhitzten sich Kleinwagen. Im Durchschnitt wurden nach einer Stunde in der Sonne in allen Fahrzeugen Temperaturen über 47 °C gemessen. In im Schatten geparkten Autos sind die Innenraumtemperaturen nach einer Stunde mit knapp 40 °C etwas niedriger – sie steigen nach zwei Stunden aber ebenfalls kritisch hoch an.

Um die Auswirkungen auf Klein­kinder zu bestimmen, nutzten die Experten mathematische Rechenmodelle. Atme ein Kind aus, werde die Luft feuchter und der Körper könne sich noch schlechter durch Schwitzen abkühlen. Innere Ver­letzungen durch die starke Hitze könne ein Kleinkind auch schon unter­halb der 40-Grad-Grenze er­leiden. Die Forscher hoffen, dass ihre Ergebnisse Autohersteller inspirieren, Alarmsysteme für solche Fälle zu entwickeln. In den USA sterben­ jährlich im Durchschnitt 37 Kinder in überhitzten Autos.


Etwa Pa­tien­ten mit Herz-Kreislauf-Er­krank­­un­gen berichten dann von Atemnot, Schwindel oder Herz-Rhythmus-Stör­­ungen. Zum Beispiel auf der Website www.menschenswetter.de, die der Biologe Holger Westermann zusammen mit der Abteilung Medizin-Meteorologie des Deutschen Wetterdienstes (DWD) betreibt, können sich Patienten über das zu erwartende Wetter und entsprechende Beschwerden informieren.




Vor allem chronisch Kranke und Senioren leiden unter extremer Hitze.

Foto: Shutterstock/Robert Kneschke


Bei extremen Wetterlagen sollten Herz-Kreislauf-Patienten besser im Haus bleiben. Bei nassem, schwülem oder kaltem Wetter sollten sie sich aber bewusst mit moderater Aktivität draußen der Witterung aussetzen. Das em­pfahl Dr. Rainer Stange, Internist aus Berlin­, bei einer Presseveran­staltung der Firma Schwabe. Das helfe dem Körper bei der Regulation. Die Studien­lage spreche auch für Wärme- oder Kälteanwendungen wie Kneipp-Kuren, Sauna oder Infrarotbehand­lungen. Zuvor sollten die Patienten jedoch ihren Arzt befragen.

Weißdorn-Extrakt (wie in Cratae­gutt® novo, Esbericard® novo oder Koro Nyhadin­®) kann den Kreislauf stärken und bei Herz-Kreislauf-Patienten wetter­bedingt verstärkte Beschwerden wie Erschöpfung, Müdigkeit, Kurzatmigkeit und Schwellungen der Beine lindern. Ein wichtiger Hinweis: Die Wirkung tritt meist erst nach vier bis sechs Wochen ein. Man sollte also bestenfalls einige Zeit vor der heißen Sommer­saison mit der Einnahme beginnen.

Menschen mit niedrigem Blutdruck, die bei heißen Tempe­raturen unter Kreislauf­beschwerden wie Müdigkeit oder Schwindel leiden, kann auch die rasch wirksame Kombination von Weißdornfrüchte-Extrakt mit D-Campher in Tropfenform (wie Korodin®) empfohlen werden. Auch Etilefrin (wie in Effortil®), das die Wandspannung der Blutgefäße erhöht und die Herztätigkeit anregt, hilft in solchen Fällen. /


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Beitrag erschienen in Ausgabe 12/2018

 

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