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Vaginalflora überträgt Schwangerschaftsstress


Epidemiologische Studien zeigen, dass sowohl mentaler, als auch körperlicher Stress in der Schwangerschaft die spätere neuropsychologische Entwicklung der Kinder stören kann.

 

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Hierzu zwei Beispiele: Männer, deren Mütter im Hungerwinter 1946/47 in den Niederlanden schwanger waren, erkrankten häufiger an Schizophrenie. In England und Finnland erkrankten Kinder, deren Mütter während der asiatischen Grippe von 1957 schwanger waren, häufiger an unipolaren und bipolaren Störungen. Über welche Mechanismen der Stress der Mutter die Entwicklung neuropsychiatrischer Störungen beim Kind fördert, ist bislang nicht bekannt.




Foto: Fotolia/pressmaster


Aufgrund der Daten aus tierexperimentellen Studien vermutet ein Forscherteam um Tracy Bale von der University of Maryland School of Medicine in Baltimore, dass das vaginale Mikrobiom hierbei eine Rolle spielen könnte. Die Grundlage für die Entwicklung ihrer Darmflora bilden die Bakterien, mit denen die Neugeborenen im Geburtskanal in Kontakt kommen. Die Darmflora beeinflusst das ­Immunsystem und könnte sich auf die Hirnentwicklung auswirken. Diese Hypothese wird durch Experimente ­gestützt, die Bale mit Mäusen durchführte. Setzten die Forscher trächtige Mäuse unter Stress, beispielsweise ­indem sie den Duft von Füchsen im Käfig versprühten, war der Wurf untergewichtig und kleiner als nach stressfreien Schwangerschaften. Diesen Effekt konnten die Forscher auch bei Jungtieren nach einer stressfreien Schwangerschaft auslösen, wenn diese per Kaiserschnitt geboren wurden und ihnen dann das vaginale Mikrobiom eines gestressten Muttertieres übertragen wurde.

Auch der Stress des Vatertieres kann bei den Nachkommen die Entwicklung des Gehirns beeinflussen. Anders als bei den Muttertieren verursacht der im gesamten Leben erlebte Stress epigenetische Veränderungen in der Spermien-DNA und beeinflusst so die neuropsychologische Entwicklung der nächsten Generation, vermutet Bale. (avg)



Beitrag erschienen in Ausgabe 15/2018

 

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