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BERATUNGSPRAXIS

OTC-Beratungscheck

Orlistat


Kontraindikationen, Neben- und Wechselwirkungen: OTC-Arzneimittel sind nicht weniger beratungsintensiv als verschreibungspflichtige. In der Serie »OTC-Beratungscheck« fasst PTA-Forum die wichtigsten Hinweise zu einem ausgewählten OTC-Präparat für die Beratung übersichtlich zusammen. Dieses Mal: das Abnehmmittel Orlistat.

 

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Arzneistoffgruppe

Antiadiposita

Präparate

Orlistat Hexal® 60 mg, Orlistat Ratiopharm® 60 mg (Formulierungen mit 120 mg sind verschreibungs­pflichtig)

Indikation

Gewichtsreduktion bei Erwachsenen mit Übergewicht (BMI ab 28 kg/m2) in Verbindung mit einer leicht hypokalorischen, fettreduzierten Ernährung


Dosierung/Anwendung

  • 3 x täglich 60 mg
  • Eine Kapsel sollte direkt vor, während­ oder bis zu eine Stunde nach jeder Hauptmahlzeit mit Wasser ein­genommen werden. Falls eine Mahlzeit ausgelassen wird oder kein Fett enthält, sollte auch keine Kapsel eingenommen werden.
  • Behandlungsdauer nicht länger als sechs Monate
  • Es wird empfohlen, bereits vor der Einnahme mit Diät und Bewegungsprogramm zu beginnen.
  • Ernährung während der Behandlung: Kalorienanteil sollte zu circa 30 Prozent aus Fett bestehen. Die tägliche Menge an Fett, Kohlenhydraten und Proteinen sollte auf drei Hauptmahlzeiten verteilt werden.
  • Bei fettreicher Mahlzeit oder fettreicher Ernährung: erhöhtes Risiko für gastrointestinale Nebenwirkungen
  • Die Therapie kann die Aufnahme fettlöslicher Vitamine (A, D, E und K) beeinträchtigen. Vor dem Schlafengehen sollte ein Multivitamin­präparat eingenommen werden.




Foto: iStock/baona



Kontraindikationen/Warnhinweise

Nicht bei chronischem Malabsorp­tionssyndrom, Cholestase, in der Schwangerschaft und Stillzeit.

Nebenwirkungen

Sehr selten: Überempfindlichkeits­reaktionen wie Hautverän­derungen oder Nesselfieber

Wechselwirkungen

  • Ciclosporin: Absinken der Plasmaspiegel von Ciclosporin, verringerte immunsuppressive Wirkung, kontraindiziert
  • Orale Antikoagulanzien/ Vitamin-K-Antagonisten: Beeinflussung von INR möglich, daher kontraindiziert
  • Orale Kontrazeptiva: möglichst zusätzliche Verhütungs­methoden nutzen, da Kontrazeptiva bei Durchfällen versagen können
  • Levothyroxin: Hypothyroidismus und/oder verminderte Kontrolle des Hypothyroidismus möglich
  • Antiepileptika: verringerte Resorption der Antiepileptika und damit Krämpfe möglich
  • Amiodaron, antiretrovirale Wirk­stoffe: geringfügige Abnahme der Plasmakon­­- zentration möglich
  • Antidepressiva, Antipsychotika, Benzo­diazepine: einzelne Fall­­berichte zu verringerter Wirksamkeit, sorg­fältige Nutzen-Risiko-Abwägung

Schwangerschaft/Stillzeit

In Schwangerschaft und Stillzeit kon­traindiziert

Hinweis: Der Beratungscheck zeigt eine Auswahl an Arzneimittelinformationen. Es besteht kein Anspruch auf Vollständigkeit. Weiterführende Informationen finden Sie unter anderem in den entsprechenden Fachinformationen, der Roten Liste sowie auf www.embryotox.de.



Beitrag erschienen in Ausgabe 22/2018

 

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