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POLITIK UND BERUF

Teilzeit in der Apotheke

Minijobber zu schlecht bezahlt


Von Anna Pannen / Wer in einer Apotheke als Minijobber angestellt ist, bekommt häufig nicht das Gehalt, das ihm laut Tarifvertrag zusteht. Das hat die Tarifumfrage 2018 der Adexa gezeigt. Die Gewerkschaft hat dafür mehr als 3000 Angestellte zu ihrem Verdienst und ihren Wochenarbeitsstunden befragt.

 

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Demnach bekommen 450-Euro-Kräfte in deutschen Apotheken bundesweit im Durchschnitt nur 90 Prozent ihres Tarifgehalts. In Nordrhein sind es sogar nur 87 Prozent. Der Grund dafür ist, dass die Minijobber meist zu viele Wochenstunden arbeiten.




Foto: iStock/Steve Debenport


Einer PTA im sechsten bis achten Berufsjahr etwa stehen laut Tarifvertrag bei einer Vollzeitstelle 2376 Euro zu, das entspricht einem Stundenlohn von 14,88 Euro. Arbeitet diese PTA auf 450-Euro-Basis, dürfte sie für den gleichen Stundenlohn nur sieben Stunden pro Woche in der Apotheke sein. In der Realität seien es meist deutlich mehr.

Bezahlt ein Apothekeninhaber einen­ 450-Euro-Jobber über Tarif, muss dieser noch weniger Stunden arbeiten. Eine approbierte Apothekerin im sechsten bis siebten Berufsjahr etwa, die 10 Prozent über dem Tarifgehalt von 3739 Euro bezahlt wird und laut Arbeits­vertrag dazu eine jährliche Sonderzahlung erhält, dürfte als Minijobberin nur 4,06 Stunden pro Woche arbeiten, um auf den korrekten Stundenlohn von 25,58 Euro zu kommen.

Adexa fordert, dass Minijobber tatsächlich nur so viele Stunden in der Offizin arbeiten, wie es dem korrekten Stundenlohn entspricht. »Minijobber können oft keine oder nur sehr geringe Rentenanwartschaften aufbauen«, erklärte Adexa-Chefin Tanja Kratt. »Zumin­dest die Arbeitszeit sollte dann an das tarifliche Niveau ange­passt sein.«

Adexa fand bei der Befragung auch heraus, dass die wöchentliche Arbeits­zeit von Apothekenangestellten generell zugenommen hat. 2014 arbeiteten sie noch durchschnittlich 32,5 Stunden pro Woche. 2018 waren es 35,5 Stunden.

Den Grund für den Stundenzuwachs sieht die Adexa einerseits im Fachkräftemangel, der dazu führe, dass Apothekenleiter ihre Teammitglieder häufiger und länger in der Offizin brauchten. Andererseits sei das Gehaltsniveau teilweise so schlecht, dass die Apothekenange­stellten nicht weniger Stunden arbeiten könnten, um etwa eine Familie zu ernähren. /



Beitrag erschienen in Ausgabe 22/2018

 

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