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POLITIK UND BERUF

Stimmungsmanagement

Leitfaden für gute Laune


Von Andreas Nagel / Gehören Sie auch zu den Menschen, die stets gut gelaunt und zufrieden durch’s Leben gehen oder sind Sie häufig unzufrieden, genervt und manchmal sogar ganz mies drauf? Unsere Stimmungen und Gefühle hängen keinesfalls nur vom Zufall ab, sondern können zu einem erheblichen Teil bewusst gesteuert werden. Mit der richtigen Vorgehensweise und einigen einfachen Maßnahmen ist es oft leichter als erwartet, die eigene Stimmung positiv zu verändern.

 

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Die bewusste Steuerung von Gefühlen und Stimmungen wird von Psychologen häufig als »Stimmungsmanagement« bezeichnet. Unsere Stimmung wird vor allem durch zwei wichtige Faktoren bestimmt: durch körperliche und durch geistige Einflüsse. Beide Faktoren lassen sich gezielt beeinflussen.




Gut gelaunt oder mies drauf? Die eigene Stimmung lässt sich steuern.

Foto: Shutterstock/favorita1987


Zu den körperlichen Einflussfak­toren auf unsere Stimmung gehören die physiologischen Grundbedürfnisse nach Essen, Trinken, Schlaf und Schmerzfreiheit. Wer nur unregelmäßig isst, nicht ausreichend trinkt oder unter permanentem Schlafentzug ­leidet, darf sich nicht wundern, wenn die persönliche Stimmung unter ­diesem Verhalten massiv leidet. Neben diesen offensichtlichen Faktoren gibt es aber noch eine weitere Wechsel­wirkung zwischen unserem Körper und unserer geistigen Stimmung. Stellen Sie sich doch einmal eine traurige oder depressive Person und deren Körperhaltung vor. Der Kopf ist gesenkt, der Blick geht zum Boden, die Schultern hängen nach vorne, die Stimme ist leise und weinerlich, die Mundwinkel hängen herab und die Atmung ist flach. Die negative Stimmung wirkt sich hier ­erkennbar auf die Körperhaltung aus. So wie die Stimmung in diesem Fall die Körperhaltung beeinflusst, so können wir aber umgekehrt durch unsere ­Körperhaltung auch unsere Stimmung beeinflussen. Wer sich bewusst so verhält, wie er sich gerne fühlen möchte, fühlt sich nach einiger Zeit oft auch tatsächlich so. Nutzen Sie daher Ihre Körpersprache und Ihr Auftreten zur Stimmungssteuerung, indem Sie sich bewusst so verhalten, wie Sie sich ­gerne fühlen möchten – wie ein Schauspieler, der eine bestimmte Rolle spielt. Wenn Sie eine Weile bewusst opti­mistisch oder selbstsicher auftreten, werden Sie häufig beginnen, sich auch entsprechend zu fühlen.

Geistige Einflüsse

Der zweite und wichtigste Einfluss­faktor auf unsere Stimmung sind ­sicherlich unsere eigenen Gedanken. Manche Menschen denken überwiegend daran, was in ihrem Leben schön und positiv ist, während andere Menschen vorrangig wahrnehmen, was nicht gut läuft. Wahrscheinlich haben Sie auch Kollegen oder Freunde, die meist optimistisch und zufrieden sind, aber Sie kennen vermutlich auch Menschen, die überwiegend pessimistisch oder unzufrieden sind und stets das »Haar in der Suppe« finden. Für die meisten Menschen ist diese positive oder negative Grundhaltung zur festen Gewohnheit geworden.

Die eigene Denkweise lässt sich durch geeignete Fragen bewusst in die gewünschte Richtung lenken. Wenn Sie sich fragen »Was in meinem Leben ist gut?«, erhalten Sie völlig andere Antworten als wenn Sie sich fragen »Was in meinem Leben ist schlecht?« Wenn Ihnen ein Fehler unterläuft, können Sie sich fragen: »Warum muss das immer mir passieren?« Ihr Gehirn wird dann vielleicht antworten: »Weil Du ein ungeschickter Tollpatsch bist!«, und Sie fühlen Sie sich entsprechend schlecht. Wenn Sie stattdessen fragen »Wie vermeide ich, dass mir dieses Missgeschick nochmals passiert?« wird Ihr Gehirn vermutlich konstruktive Antworten liefern und Sie fühlen sich sofort deutlich besser. Die Qualität unserer Fragen ­bestimmt, worauf wir unsere Aufmerksamkeit richten und entscheidet ­zugleich über die Qualität unserer ­Antworten und damit über unsere Stimmung.

Sie können Ihre Stimmung genauso trainieren wie einen körperlichen ­Muskel. Erklären Sie Ihre gute Laune ­zunächst ausdrücklich zu einer persönlichen Priorität. Der erste Schritt ­besteht dann darin, die Auslöser schlechter Stimmungen zu erkennen.

Gute-Laune-Programm

Analysieren Sie die geistigen und ­körperlichen Einflussfaktoren, die bei Ihnen zu schlechter Stimmung führen. Ein Beispiel: Wenn Sie sich traurig ­fühlen, dann haben Sie wahrscheinlich zuvor an negative Ereignisse in Ihrem Leben gedacht (Verluste, Fehler, Niederlagen, Enttäuschungen), in einer kraftlosen Körperhaltung einige Zeit darüber nachgegrübelt und sich vielleicht sogar innerlich Vorwürfe ­gemacht. Wenn Sie dieses Verhaltensmuster erkennen, können Sie jetzt ­aktiv gegensteuern, indem Sie sich ­fragen: »Welches Verhaltensmuster brauche ich, um mich gut zu fühlen? Mit welcher Denkweise und welchen Handlungen kann ich die negative Stimmung durchbrechen?« Wahrscheinlich brauchen Sie Ihre Gedanken nur bewusst auf positive Themen zu lenken und sich innerlich einige aufmunternde oder anerkennende Sätze zu sagen. Mit dieser Vorgehensweise können Sie für jede Negativstimmung das auslösende Denk- und Verhaltensmuster erkennen und durch ein positives Verhaltensmuster ersetzen.

Erstellen Sie außerdem ein indivi­duelles »Gute-Laune-Programm«, auf das Sie bei Bedarf jederzeit zugreifen können. Legen Sie dazu ein »Gute-Laune­-Buch« mit vier Kapiteln an: »Die schönsten Momente meines Lebens«, »Meine größten Erfolge«, »Gelöste Probleme« und »Dafür bin ich dankbar«. Notieren Sie dann alle Ereignisse, die Ihnen zu diesen Themen einfallen und kleben Sie bei Bedarf vorhandene Fotos zu diesen Situationen in das Buch. ­Ergänzend können Sie auch ein Kapitel mit motivierenden oder aufmunternden Sätzen und Zitaten anlegen. Wenn Sie im Internet den Suchbegriff »motivierende Zitate« oder »motivierende Sätze« eingeben, finden Sie eine Vielzahl positiver und aufbauender Aus­sagen, aus denen Sie eine individuelle Auswahl treffen können.


Checkliste: Gute-Laune-Programm

Erklären Sie Ihre gute Laune zu einer persönlichen Priorität

Nutzen Sie Ihre Körper­sprache zur Stimmungs­steuerung

Erstellen Sie ein »Gute- Laune-Buch«:

  • Schönste Momente
  • Größte Erfolge
  • Gelöste Probleme
  • Gründe, dankbar zu sein
  • Motivierende Sätze und Zitate

Nutzen Sie das Gute- Laune-Buch zum Start in den Tag und bei Bedarf

Verwenden Sie die Positiv-.Frage: »Wie mache ich das Beste aus dieser Situation und habe auch noch Spaß dabei?


Die Richtung bestimmen

Wenn Sie dann wieder einmal in schlechter Stimmung­ sind, können Sie negative Gedanken mit diesem Gute-Laune-Buch sofort in eine positive Richtung lenken. Und wenn Sie morgens regelmäßig einige Minuten in diesem Buch blättern, starten Sie immer gut gelaunt in den Tag und sorgen durch eine positive­ Grundstimmung bereits präventiv dafür, dass schlechte Laune gar nicht erst aufkommt.

Negative Stimmungen und Grübe­leien können Sie oft auch durch eine ­bewährte Frage stoppen. Statt sich in einem negativen Gedankenkarussell zu verlieren, fragen Sie sich reflexartig: »Wie mache ich jetzt das Beste aus ­dieser Situation und habe möglichst auch noch Spaß dabei?« Wenn Sie ­einige Minuten über diese Frage nachdenken, werden Ihnen bestimmt ­mehrere konstruktive Antworten einfallen, durch die Sie sich sofort besser fühlen.

Natürlich wird es trotz aller Maßnahmen zur Stimmungsbeeinflussung bei den meisten Menschen auch weiter­hin Stimmungsschwankungen geben. Es ist sicherlich ein unrea­lis­tischer Anspruch, immer und ausnahmslos gut gelaunt und glücklich sein zu wollen. Akzeptieren Sie, dass Stimmungsschwankungen nie ganz vermeidbar sind. Mit den genannten Maßnahmen können Sie negative Phasen­ aber so kurz wie möglich halten und schneller zu Ihrer guten Laune zurückfinden. /



Beitrag erschienen in Ausgabe 23/2018

 

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