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TITEL

Husten

Die richtige Wahl treffen


Von Katja Renner / Im Winter wird in Apotheken wieder häufig die Frage nach einem guten Hustenmittel gestellt. Doch Husten ist nicht immer gleich, sondern Symptom vieler Erkrankungen. Deshalb ist gute Beratung so wichtig.

 

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Laut bellend, stark verschleimt, reizend­ – Husten, der natürliche Schutzmechanismus des Körpers, hat viele Facetten. Da Erkältungs­beschwerden als Bagatellerkrankungen abgetan werden, nehmen viele Patienten ihren Husten zunächst nicht ernst. So ist die Apotheke die erste Anlauf­stelle, wenn etwas gegen den lästigen Husten getan werden soll. PTA und Apotheker­ können hier im Rahmen der Selbstmedikation ihre Kompetenz unter Beweis stellen. Durch geschickte Fragen ist es sehr rasch möglich, festzustellen, ob es sich um Beschwerden handelt, die den Arztbesuch erfordern oder die mit einer guten Empfehlung aus der Apotheke gelindert werden können.




Foto: Your Photo Today


Physiologisch gesehen ist Husten ein Alarmsignal und dient der Selbst­reinigung der Bronchien. Die normalen Atemvorgänge finden selbst­verständlich und fast unbewusst statt. Erst unter­ Atemnot, schwerer Atmung bei Anstrengung und beim Husten wird die Funktion der Lunge wahrgenommen. Die Bronchien sind mit dem für die mukoziliäre­ Clearance zuständigen Flimmerepithel ausgekleidet, auch Flimmerhärchen genannt. Die feinen Zilien kleiden die Bronchien wie einen Rasen aus und bewegen Bakterien und Fremdstoffe auf einem Schleimfilm Richtung Rachen, um dann abgehustet oder geschluckt zu werden. So wird die Lunge stetig von Schadstoffen befreit, was dazu beiträgt, Infektionen der Atemwege durch Viren und Bakterien zu verhindern. Bei Rauchern ist die mukoziliäre­ Clearance vermindert, da die Zilien durch die Inhaltsstoffe des Zigaretten­rauchs erheblich geschädigt werden. Starke Raucher besitzen nach Jahren des Rauchens nur noch Stümpfe der Zilien, und die Bronchialtoilette funktioniert nur noch unzureichend. Typisch ist hier der trockene ständige Raucherhusten, um den festsitzenden Schleim besonders am Morgen los­zuwerden. Husten dient dem Körper als sinnvolle Abwehrreaktion gegen das Eindringen von Bakterien, Staub und Fremdstoffen. Werden Qualm oder Abgase­ eingeatmet, reagieren die empfindlichen Atemwege direkt mit einem reflexartigen Husten. Beim Husten werden Fremdpartikel und Sekret aus den tieferen Atemwegen mit einer enormen Wucht in den Rachenraum hinauf­transportiert. Die ausgeatmete Luft erreicht Spitzengeschwindigkeiten von bis zu hundert Stundenkilometern.

Nicht immer banal

Der häufigste Husten ist der erkältungsbedingte, der akut auftritt. Trigger­ ist hier eine virale Atemwegsinfektion. Daneben gibt es zahlreiche weitere Auslöser. Bei einer Fremd­körperaspiration treten ebenfalls akut Beschwerden auf, die in der Regel mit Hilfe des Arztes unter Entfernung des Fremdkörpers behoben werden müssen­. Ein Husten, der länger als acht Wochen andauert, ist chronisch und erfordert eine ärztliche Untersuchung. Ursachen für chronischen Husten können zum Beispiel sein: Bronchial­infekte, chronisch obstruktive Lungenerkrankungen, Lungenentzündung, Herz­erkrankungen, Bronchialkarzinom und Asthma bronchiale. Ein Alarmzeichen für den sofortigen Gang zum Arzt ist blutiger Auswurf, der zum Beispiel bei Tuberkulose, Lungenembolien oder Bronchialkarzinom auftritt. Hier ist auf jeden Fall die Grenze der Selbstmedikation überschritten. Nicht vergessen sollten PTA und Apotheker, dass auch Medikamente Husten als unerwünschte Wirkung hervorrufen können (siehe Kasten).


Beratung laut Leitlinie BAK

Fragen:

  • Für wen ist das gewünschte Arzneimittel/ Wer hat die Beschwerden?
  • Welche Beschwerden liegen vor? (trockener oder produktiver Husten­, Schmerzen beim Atmen?­)
  • Wie lange bestehen die Beschwerden bereits?
  • Wann treten die Beschwerden auf?
  • Welche Begleitsymptome gibt es (zum Beispiel Fieber, Schnupfen, Kopfschmerzen)
  • Wurden die Beschwerden bereits ärztlich abgeklärt?
  • Welche Arzneimittel wurden be­reits angewendet?
  • Welche anderen Erkrankungen und Dauermedikamente sollten be­achtet werden?

Entscheidung/Bewertung:

  • Grenzen der Selbstmedikation: starke Atemnot und Schmerzen beim Atmen, Atem­geräusche, hohes­ Fieber >38,5°C, gelblich-grün­licher, eitriger und blutiger Auswurf, Verdacht auf chronische Erkrank­ung, schweres Krankheitsbild
  • Auswahl und Beurteilung des Arzneistoffes/Fertigarzneimittels nach Beschwerdebild, unter Berück­sichtigung indi­vidueller As­pekte (Alter, Schwanger­schaft, Allergien, Unver­träglichkeiten et cetera)

Information:

  • zu Wirkung, Anwendung, Do­sierung, Anwendungsdauer, re­le­vanten Neben- und Wechsel­wirkungen, Nutzen des Arznei­mittels und zur Lagerung
  • zu unterstützenden Maß­nahmen und sinnvollen Zusatzempfehlungen


Die richtigen Fragen

Um die Ursache für den Husten zu ermitteln und das richtige Hustenmittel auszuwählen, ist die Frage nach der Art des Hustens und des Auswurfs wichtig. Ein schleimproduzierender Husten tritt häufig bei chronischer Bronchitis, Lungen­entzündung und Erkältungen auf. Trockener Reizhusten ohne nennens­werten Auswurf entsteht als reflexartige Reaktion auf eine akute Reizung durch Fremdpartikel, kann aber zum Beispiel auch Symptom des Asthma Bronchiale sein. So klagen Pa­tienten mit unkontrolliertem Asthma häufig über Hustenreiz in den frühen Morgenstunden oder unter körper­licher Belastung. Auch zu Beginn einer Erkältung tritt Reizhusten auf, wird dann aber von typischen anderen Er­kältungssymptomen wie Halsschmerzen, Abgeschlagenheit, Kopf- und Glieder­schmerzen begleitet. Wichtigstes Ziel zu Beginn des Beratungs­gespräches muss also sein, die mög­liche Ursache der Beschwerden zu identifizieren und zu entscheiden, ob es für den Patienten eine passende Arznei­stoffempfehlung aus der Apotheke gibt oder ob der Arztbesuch notwendig ist.

Viren, die Hauptverursacher einer Erkältung­, gelangen in die Bronchien, besiedeln die Schleimhäute und führen dort zu einer Entzündung, in deren Folge­ ein schleimartiges Sekret ge­bildet wird. Wird der Schleim nicht aus­reichend­ abtransportiert, sondern reichert­ sich in den Atemwegen an, reagiert­ die Lunge mit einem anhaltenden Hustenreiz. Ein Atemwegsinfekt kündigt sich zunächst mit einem unproduktiven Reizhusten, Hüsteln und Räuspern an. Die frühe Einnahme­ des Extrakts der Kap-Pelargonie stärkt das Immunsystem und hat eine gewisse antivirale und antibakterielle Wirkung. Gegen das Kratzen im Hals wirkt das mehrmals tägliche Lutschen­ von Hustenpastillen mit Ambroxol, ­Lokalanästhetika oder pflanzlichen Adstringentien­, zum Beispiel Salbei­extrakt.




Die Grafik zeigt schematisch den Aufbau der Bronchialschleimhaut mit ihren verschiedenen Schleimschichten, Surfactant, den Becherzellen und einer peribronchialen Drüse.


Die Schleimdrogen Isländisch Moos, Eibischwurzel, Malvenblüten oder Spitzwegerich lindern den Hustenreiz, indem sie eine beruhigende Schleimschicht auf die empfindlichen Hustenrezeptoren der oberen Atemwege legen. Nachts sind die Patienten durch ihren Husten besonders belastet. Im Liegen verstärkt sich der Reiz, und durch die unter Erkältung häufige Mundatmung trocknen die Schleimhäute noch zusätzlich aus. Die verschreibungsfreien Antitussiva Dextromethorphan und Pentoxyverin sind gegen Reizhusten die erste Wahl. Codein­ und Dihydrocodein müssen vom Arzt verordnet werden, da sie teilweise zu Morphin metabolisiert werden und ein gewisses Missbrauchs­potential besitzen. Sie hemmen Opioid­rezeptoren im Hustenzentrum und reduzieren so die Häufigkeit und Inten­sität des Hustens. Bei Patienten mit Polymedikation sollten mögliche Wechselwirkungen mit anderen zen­tralwirksamen Substanzen beachtet werden. Levodropropizin und Dropropizin bilden einen Oberflächenfilm auf den Schleimhäuten in den Bronchien, der den Hustenreiz stillt. Antitussiva sollten nicht bei einem produktiven Husten eingesetzt werden, da sie zu einem­ Sekretstau führen können. Auch bei Asthmatikern oder einer chronisch obstruktiven Lungenerkrankung sind Antitussiva nicht zu empfehlen. Hier sind zum Beispiel Sympathomimetika als Inhalativa angezeigt. Außerdem sollte die Erkrankung insgesamt leit­liniengemäß behandelt werden.

Zwei bis drei Tage nach Beginn einer Erkältung­ wird vermehrt Schleim produziert. Der zunächst zähe Schleim wird nicht sofort über die Flimmer­härchen abtransportiert, häufig bleibt der Reizhusten erst einmal bestehen. In der letzten Phase der Erkältung beginnt ein produktiver Schleimhusten, der Schleim und Krankheitskeime aus den Bronchien entfernt. Expektoran­zien unterstützen diesen Vorgang. Sie wirken je nach Substanz sekretolytisch (schleimverflüssigend durch vermehrte Sekretproduktion durch die Becherzellen), mukolytisch (schleimverflüssigend über das Aufbrechen der Schleimstruktur) oder sekretomotorisch (Anregung des Flimmerepithels zum Schleim­abtransport). Ambroxol, sein Prodrug Bromhexin, Guaifenesin und das Mukolytikum­ Acetylcystein sind altbewährte Wirkstoffe dieser Gruppe. Wird ACC unterstützend zu einer antibio­tischen Therapie mit Cephalosporinen oder Penicillinen gegeben, sollten Patienten darauf hingewiesen werden, einen­ Einnahmeabstand von mindestens zwei Stunden einzuhalten.

Auswahl individuell

Neben den chemischen Arznei­stoffen sind pflanzliche Mittel wie saponinhaltige Drogen, Thymian- und Efeuextrakte sowie ätherische Öle sehr beliebt. Efeu-Extrakt enthält Saponine, die den zähen Schleim verflüssigen und die Produktion von Surfactant in den Lungenbläschen erhöhen. Dadurch wird das Abhusten verbessert. Thymian­ lindert mit seinem ätherischen Öl Husten und Schnupfen, wirkt ebenfalls expektorierend.

Die Palette der Produkte in Form unterschiedlicher Darreichungen als Saft, Tropfen, Brausetablette, Kapsel oder Eindosen-Sachet ist riesig, so dass nach Art des Hustens und der individuellen Vorliebe ein wirksames Mittel aus­gewählt werden kann. Auch gibt es zucker­- oder alkoholfreie Arzneimittel, die bei alten Menschen, Diabetikern und Kindern bevorzugt werden.


Tabelle: Die richtige Wahl

Wirkstoffgruppe Wirkstoffe Wirkung Produktbeispiel 
Synthetische Antitussiva Benproperin, Dextromethorphan, Pentoxyverin zentrale Dämpfung des Hustenzen­trums im Stammhirn, Blockade des Hustenreizes Tussafug®, Neo Tussan Hustenstiller®, Silomat® DMP Lutsch­pastillen, Sedotussin® Supp. 
 Dropropizin Bildung eines Oberflächenfilms auf den bronchialen Schleimhäuten Larylin Hustenstiller Pastillen® 
Pflanzliche Antitussiva Eibischwurzel, Isländisch Moos, Spitzwegerich Bildung eines schützenden, reiz­lindernden Schleimfilms Phytohustil® Sirup, Isla Moos Pastillen, Bronchosern ® Sirup 
Synthetische Expektoranzien Ambroxol, Bromhexin Aktivierung des körpereigenen Lungensurfactant, sekretolytisch, sekretomotorisch Mucosolvan® Brausetabletten, Bisolvon® Tropfen 
 Acetylcystein (ACC) Mukolytisch über Spaltung von Disulfidbrücken ACC akut® 
 Guaifenesin sekretolytisch, durch vermehrte Bildung eines dünnflüssigen Schleims Wick Husten-Löser Sirup® 
Pflanzliche Expektoranzien Efeu, Primelwurzel, Seifenwurzel über lokale Reizung der Magenschleimhaut reflektorische Bildung eines dünnflüssigen Sekrets Prospan® Hustenliquid, Bronchicum®, Bronchoforton® Saft 
Ätherische Öle Myrtol, Thymian, Cineol, Anis, Fenchel, Eucalyptus, Campfer sekretolytisch durch vermehrte Bildung eines dünnflüssigen Schleims Gelomyrtol forte®, Aspecton®, HEUMANN Bronchialtee SOLUBIFIX®, Pinimenthol® Erkältungsbad 

Wärme und Flüssigkeit

Neben der Abgabe eines wirksamen Hustenmittels sollten PTA und Apotheker auch an nichtmedikamentöse Empfehlungen denken. 




Inhalieren hat je nach Wirkstoff unterschiedliche Effekte.

Foto: iStock/ Martin Keiler


Patienten hilft es, ausreichend zu trinken, das heißt, zumindest die pro Tag empfohlenen eineinhalb Liter. Tees und Inhalationen mit Kochsalz oder ätherischen Ölen stellen ebenfalls eine gute Ergänzung dar. Alkohol­ und Rauchen verzögern die Heilung. Außerdem sollte sich der Betroffene schonen und extreme sportliche Anstrengung vermeiden. Ein altes Hausmittel ist der Brustwickel. Generell tut Wärme gut – zum Beispiel auch als Erkältungsbad.

Was aber, wenn der Husten nach einer­ Woche trotz der Selbstmedikation noch unverändert ist? Dann sollte der Patient in jedem Fall den Arzt aufsuchen. Aus einem virusbedingten Husten kann durch eine bakterielle Sekundärinfektion eine akute Bronchitis entste­hen, die eine antibiotische Therapie erfordert. Patienten mit chronischen Lungenerkrankungen, Raucher und Senioren profitieren von einer Pneumokokken-Schutzimpfung.


Sinubronchiales Syndrom

Häufig schlägt sich eine banale Er­kältung auf die gesamten Atemwege nieder. Ausgangssituation ist meist eine virale oder bakterielle Infektion der Nasennebenhöhlen, eine akute Rhinosinusitis, die sich in die unteren Atemwege ausbreitet. Dies geschieht, indem infizierter Schleim von der hinteren Nase über den Rachen­ bis in die Bronchien gelangt. Mediziner sprechen vom sinubronchialen Syndrom oder Post-nasal-drip-Syndrom. Diese Patienten klagen­ häufig über länger anhaltende Erkältungssymptome wie verstopfte Nase, Sekretfluss in den Rachen­, räuspern und Husten. Die Therapie hat das Ziel, den Schleim möglichst schnell in Nebenhöhlen und Bronchien zu lösen und den Abtransport zu beschleunigen. Gegen die Kombination aus Sinusitis und Bronchitis können ätherische Kapseln­ mit Myrtol oder Cineol in der Selbstmedikation empfohlen werden. Andere Sekretolytika, Antihistaminika, abschwellende Sympathomimetika sowie die regelmäßige Anwendung­ einer Nasendusche und Inhalationen sind weitere Behandlungsoptionen.


Kinder und Schwangere

Atemwegsinfekte treten im Kinde­s­alter besonders häufig auf. Da der Durchmesser der Atemwege viel kleiner­ ist als beim Erwachsenen, können sich Bakterien und Viren leicht festsetzen. Erkältungsbeschwerden breiten sich rasch aus und schlagen sich auf die Bronchien oder die Ohren. 



Eltern sollten Husten bei ihren kleinen Kindern immer abklären lassen, wenn er mehr als zwei bis drei Tage anhält, denn gerade bei den kleinen Patienten sind Komplikationen möglich. Je jünger das Kind, desto früher ist der Arzt­besuch angezeigt. Die meisten Husten­mittel haben für Kinder eine alters­abhängige Anwendungsbegrenzung. Das verschreibungspflichtige Opiumalkaloid Noscapin eignet sich zur Behandlung von Kindern ab sechs Monaten. 




Hustenlöser aus der Natur: z.B. Efeu (oben) und Thymian.

Fotos: Ulrich Mies


Dextromethorphan und Pentoxyverin sollten bei Kindern unter zwei Jahren nicht zum Einsatz kommen, Benproperin nicht unter sieben und Dropropizin nicht unter zwölf Jahren. Pflanzliche Hustenstiller aus Eibisch­wurzel lassen sich wie die Expektoranzien Acetylcystein und Ambroxol schon bei Säuglingen einsetzen. Aber auch pflanzliche Präparate aus Efeu- und Thymianextrakten sind für Kinder gut verträglich und wirksam. ­Inhalate und Bronchialsalben, die Campher und Menthol enthalten, sind bei Säuglingen und Kleinkindern kontraindiziert, weil sie zu lebensgefährlichen Atemkrämpfen führen können.

Experten befragen

Zur Therapie während der Schwangerschaft existieren keine systematischen Studien. Die Datenbank des Ins­tituts für Embryonaltoxikologie Embryotox bevorzugt gegenüber den Phytopharmaka die besser untersuchten chemischen Substanzen Bromhexin, Ambroxol und Acetyl­cystein, wenn Inhalations­behandlung und aus­reichende Flüssigkeitszufuhr die Beschwerden nicht ausreichend lindern. Sie können während der gesamten Schwangerschaft und ebenso in der Stillzeit zur kurzfristigen Schleimlösung eingenommen werden. Allerdings gibt es für die meisten üblichen Phytopharmaka auch keine negativen Bewertungen, so dass auch Thymian- oder Efeuextrakte in der Schwangerschaft angewendet werden dürfen./


Lungenfibrose durch Medikamente

Das Journal of Clinical Medicine veröffent­lichte jüngst eine systematische Übersicht zu Arzneistoffen, die an der Lunge eine Drug-induced inter­stitial lung disease (DILD) aus­lösen können. Die zunehmende Fibrotisierung des Lungengewebes nach Auftreten der ersten DILD-Symp­tome lässt sich nicht mehr nach­haltig stoppen, die Sterblichkeit in der Gruppe der Betroffenen ist hoch. DILD kann zum Beispiel durch Zytostatika wie Bleomycin oder Gemcitabin, aber auch durch Erlotinib, Geftinib, ­Panitumumab und Cetuximab ­ausgelöst werden. Aber auch Metho­trexat, Amiodaron, Bepridil, Statine­, Nitrofurantoin, Dapto­mycin und Interferon können DILD ver­ursachen.


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Beitrag erschienen in Ausgabe 23/2018

 

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