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POLITIK UND BERUF

50 Jahre PTA-Schule Frankfurt

Geburtstag der Achtundsechziger


Von Bettina Schwarz / Am 23. November feierte die PTA-Schule Frankfurt ihren 50. Geburtstag mit einer kleinen, aber sehr feinen Geburtstagsparty. Neben vielen geladenen Gästen nahmen auch PTA-Schüler an dieser Feier teil und gestalteten anschließend den »Tag der offenen Tür«.

 

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Zur Begrüßung erzählte Sabine Heinz, Regionalleiterin der Ludwig Fresenius Schulen, dem jetzigen Träger der PTA-Schule Frankfurt, dass sie als Kind schon immer gern mit ihrem Chemiekasten experimentiert habe und auch heute noch gern den »Chemikalienraum« besucht. Somit hat sie auch heute noch einen Bezug zu den Schulen, die sie in ihrem Gebiet zu betreuen hat. 




Gewusst wie: Interessierte bekamen Einblick in den Schulalltag an der PTA-Schule Frankfurt.

Foto: BVpta


Genauso sah es auch Jürgen Weinberg, Geschäftsführer der Ludwig Fresenius Schulen. Er erzählte auch im Weiteren, dass es in der Zeit, in der der PTA-Beruf gesetzlich verankert wurde, nicht nur »im Kämmerlein krachte«, sondern auch auf Deutschlands Straßen – schließlich gab es seinerzeit die berühmten 68er-Protestwellen. Auch der PTA-Beruf hatte es mit massiver Kritik aus der Apothekerschaft zu tun. Nichts desto trotz wurde der Schulbetrieb in Frankfurt direkt im Gründungsjahr des Berufs mit 30 Schülerinnen aufgenommen. In weiteren Grußworten von Ursula Funke, Präsidentin der Landesapothekerkammer Hessen, und Holger Seyfarth, Vorsitzender des Hessischen Apothekerverbandes, wurde deutlich, dass man sich heute trotz anfänglicher Widerstände einen Apothekenbetrieb ohne PTA gar nicht mehr vorstellen kann. Dringend muss aber nun die Ausbildung novelliert werden, um den heutigen Anforderungen im Apothekenalltag gerecht zu werden.

Im Anschluss hielt die stellvertretende Schulleiterin Ursula Neeb-Kippert einen kurzweiligen Vortrag zur Geschichte des Apothekerberufes und der Entstehung des PTA-Berufes. Dann folgte ein Vortrag von Schulleiterin Christiane Schmidt. Sie leitete ihn unter dem Titel »50 Jahre PTA-Schule« mit den Worten ein, dass sie die ZDF-Frau sei – und dies bedeute Zahlen, Daten und Fakten! Es folgten wirklich interessante Auswertungen: So gab es beispielsweise in den Anfangsjahren nur weibliche Bewerber, während es heute auch viele Männer sind, die übrigens später ihr Heil auch nicht nur in der Industrie sehen. Zudem ist man inzwischen auch »multikulti« geworden: Mehr als 14 Nationalitäten sind zurzeit in der Ausbildung an der PTA-Schule in Frankfurt. Und besonders glücklich ist man, dass man das Aus für die Schule, das aufgrund der Streichung der Fördermittel aus dem Europäischen Sozialfonds und dem Bundesland Hessen drohte, hat abwenden können und die Ausbildungsstätte im März 2017 einem neuen Träger, nämlich der Ludwig Fresenius Schulen GmbH, übergeben werden konnte.

Anschließend stellten sich alle Lehrkräfte vor. Dabei zeigte sich, dass viele von ihnen Ehemalige sind, die an der PTA-Schule Frankfurt ihre Ausbildung absolviert haben und heute nach einer pädagogischen Zusatzausbildung ihr Wissen an die PTA von morgen weitergeben. Positives kam noch zum Schluss: Nach sehr mageren Bewerbungsjahren ist man heute wieder so gut aufgestellt, dass es trotz des hohen Schulgeldes von immerhin 350 Euro pro Monat mehr als doppelt so viele Bewerber wie freie Schulplätze gibt. Somit kann man sich die Schüler aus den Interessenten aussuchen – ein klares Zeichen für das hohe Ausbildungsniveau dieser Schule!

Dann kam BVpta-Bundesvorsitzende Sabine Pfeiffer zu Wort und sprach die Dringlichkeit eines neuen Berufsgesetzes und einer längeren und erweiterten Ausbildung an. Schließlich hat sich der Beruf in 50 Jahren weiterentwickelt: Man ist nicht mehr nur die »rechte Hand des Apothekers, unterstützend in Labor und Rezeptur«. Die Apotheken waren und sind grundsätzlichen Veränderungen unterworfen, initiiert durch zahlreiche Reformen im Gesundheitswesen.

Sabine Pfeiffer führte im Weiteren aus, dass sich die Rolle des pharma­zeutischen Personals heute in erster ­Linie durch die Themenfelder Beratung, Arznei­mittel­information und Dokumentation definiere. Apotheken seien häufig die erste Anlaufstelle für Menschen in allen Fragen rund um Gesundheit und Krankheit. Diesen Anforderungen müssen sich die PTA stellen – und das kann nur gelingen, wenn dieses Berufsverständnis in einem neuen Berufs­gesetz entsprechend festgelegt wird. Hier­über werden nun in Berlin die ersten Gespräche geführt. Dann blieb für Sabine Pfeiffer nur noch der Wunsch für viel Erfolg für die nächsten 50 Jahre!

Im folgenden Schlusswort betonte Sabine Heinz, dass man sich gut vorstellen könnte, die Schülerzahl der PTA-Schule aufzustocken. Allerdings fehlten hierfür die entsprechenden Lehrkräfte, da zu wenige die pädagogische Zusatzausbildung besäßen, die in Hessen erforderlich ist.

Dann klang die Feierstunde bei einem kleinen Imbiss aus. Der anschließende »Tag der offenen Tür« gab nicht nur den geladenen Gästen, sondern auch vielen Interessierten einen Einblick in den Schulalltag. Die Schülerinnen und Schüler zeigten ihr Können und informierten über ihre Ausbildung. Vorgestellt wurden auch die vielen Arbeitsplätze, die sich einem nach der PTA-Ausbildung eröffnen. /



Beitrag erschienen in Ausgabe 01/2019

 

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