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ARZNEIMITTELTHERAPIE

Arzneipflanzenporträt

Besenginster


Cytisus scoparius oder Sarothamnus scoparius
Familie der Schmetterlingsblütler (Fabaceae)

Weitere Namen: 
Besenstrauch, Eifelgold, Mägdebusch, Ginsterkraut, Geißklee

 

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Merkmale

  • bis zu 2 m hoher, spärlich belaubter, verzweigter Strauch
  • grüne, rutenartige, fünfkantige Zweige; oben ungeteilte Blätter, im unteren Teil bestehend aus drei seidig behaarten Teilblättchen
  • goldgelbe, etwa 2 cm große zweilippige Schmetterlingsblüten
  • Blütezeit Mai bis Juli
  • 4 bis 5 cm lange, flache, schwarzbraune Hülsenfrüchte
  • dunkelbraune, kugelige Samen

Heimat

  • Europa
  • Droge stammt vorwiegend aus Wildsammlungen




Foto: Okapia/Jochen Tack



Arzneilich verwendete Pflanzenteile

  • getrocknete Zweigspitzen mit Blättern (Sarothamni scoparii herba)

Inhaltsstoffe

  • Chinolizidin-Alkaloide (vor allem Spartein)
  • Flavonoide
  • Bitterstoffe
  • Gerbstoffe
  • Dopamin und Tyramin

Anerkannte medizinische Anwendung

Funktionelle Herz- oder Kreislaufbeschwerden ohne organische Ursache (Kommission E)

Empfohlene Dosierung

Besenginster sollte wegen möglicher Nebenwirkungen nicht als Tee angewendet werden.




Foto: Fotolia/Ruckszio


Nebenwirkungen

  • Kopfschmerzen
  • Blutdrucksteigerung
  • bei Schwangeren: Wehen auslösend

Wechselwirkungen

  • MAO-Hemmer
  • Antihypotonika

Kontraindikationen

  • Bluthochdruck
  • Herzerkrankungen
  • Schwangerschaft und Stillzeit

Abgabehinweis

Besenginster ist zur Selbstmedikation ungeeignet. Funktionelle Herz- oder Kreislaufbeschwerden sind immer zuerst durch einen Arzt abzuklären.

Achtung: Giftpflanze!

Die attraktiven, leuchtend gelben Blüten sowie die Früchte des Besenginsters sind für Kleinkinder gefährlich. Schon fünf bis zehn Samen führen bei ihnen zu Vergiftungssymptomen wie Übelkeit, Schwindel, Kopfschmerzen, Herzklopfen, Kribbeln in Armen und Beinen, Schweißausbrüchen und erweiterten Pupillen. Besenginster ist auch für Tiere giftig, etwa für Pferde und Fische. Deswegen sollte der Zierstrauch beispielsweise nicht an den Rand des Gartenteichs gepflanzt werden – ins Wasser gefallene Samen können die Fische vergiften.

Besenginster als Nutzpflanze

Besenginster hatte in früheren Jahrhunderten auch wirtschaft­liche Bedeutung. Die rutenförmigen Zweige dienten der Herstellung von Besen, die Fasern der Rinde als Ersatz für Jutefasern.

Beispiele für Kombipräparate

Verschiedene Homöopathika



Beitrag erschienen in Ausgabe 01/2019

 

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