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Tetris zur Traumabewältigung


Das Computerspiel Tetris zu spielen, kann Patienten mit einer posttraumatischen Belastungsstörung (PTBS) helfen, Erinnerungen an traumatische ­Erlebnisse zu verdrängen. Sogenannte Flashbacks, unwillkürlich wiederkehrende bildliche Erinnerungen an die traumatischen Erlebnisse, sind ein wichtiges Symptom der PTBS.

 

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Vor wenigen Jahren konnten Studien bereits zeigen, dass sich Flashbacks bei Unfallopfern abmildern lassen, wenn diese innerhalb von sechs Stunden nach dem Unfall 20 Minuten lang Tetris spielen. Ein Forscherteam um Professor Dr. Henrik Kessler von der Ruhr-Universität Bochum hat nun gezeigt, dass das gezielte Zocken auch hilft, wenn das Trauma schon Jahre zurückliegt.

An der Studie nahmen 20 Patienten teil. Diese schrieben zusätzlich zu den üblichen Einzel- und Gruppentherapien einmal pro Woche eine belastende Er­innerung auf ein Blatt Papier und zerrissen­ dieses danach. Anschließend spielten sie für 25 Minuten Tetris. Insgesamt ging die Zahl der Flashbacks von fokussierten Situationen um durchschnittlich 64 Prozent zurück, die von nicht fokussierten Situationen um 11 Prozent, berichten die Autoren im »Journal of Consulting and Clinical Psychology«.

Die Erklärung der Forscher: Wenn Patienten sich eine belastende Erinnerung ins Gedächtnis rufen, aktiviert das vermutlich Gebiete für räumlich-bild­liche Verarbeitung im Gehirn. Vergleichbare Areale könnten auch beim Tetris-Spielen bedeutsam sein. Beide Aufgaben benötigen also vergleichbare und begrenzte Ressourcen, es kommt zur Interferenz. (PZ/am)



Beitrag erschienen in Ausgabe 02/2019

 

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