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ARZNEIMITTELTHERAPIE

Arzneipflanzenporträt

Eibisch


Eibisch
Echter Eibisch
Althaea officinalis
Familie der Malvengewächse (Malvaceae)
Weiterer Name: Weiße Pappel, Weiße Malve, Samtpappel

 

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Merkmale

  • etwa 1,5 m hohe Pflanze
  • samtig behaarte, 3- bis 5-lappige Blätter mit handförmiger ­Nervatur
  • in den Blattachseln stehende große, weiße bis rosafarbene ­Blüten mit samtig behaartem Kelch und zusammengewachsenen Staubgefäßen
  • Blütezeit Juli bis September
  • scheibenförmige, strahlig gefurchte Spaltfrüchte mit 10 bis 18 Teilfrüchten
  • kurzes Rhizom mit nach unten gehenden kräftigen, bis zu 50 cm langen graubraunen Wurzeln

Heimat

  • Asien
  • Droge stammt aus Kulturen in Bulgarien, Serbien, Russland, ­Ungarn und Belgien




Foto: OKAPIA/Ruud Knol



Arzneilich verwendete Pflanzenteile

  • geschälte oder ungeschälte Wurzel (Althaeae radix)
  • getrocknete Blätter (Althaeae folium)

Inhaltsstoffe

  • Schleimstoffe (Wurzel: 10 bis 20 %, Blätter: 6 bis 9 %)

Anerkannte medizinische Anwendung

Wurzel

  • trockener Reizhusten, Reizungen der Mund-, Rachen- und Magenschleimhaut, leichte Entzündung der Magenschleimhaut (ESCOP, Kommission E)

Blätter

  • Schleimhautreizungen im Mund- und Rachenraum und damit verbundener trockener Reizhusten (Kommission E)




Foto: OKAPIA/Hans Reinhard



Empfohlene Dosierung

  • 3-mal täglich eine Tasse kalt bereiteten Eibischaufguss kalt ­trinken
  • Eibischwurzel Tagesdosis: Kinder 3 bis 4,5 g, Jugendliche und ­Erwachsene 10 g
  • Eibischblätter Tagesdosis: 5 g

Nebenwirkungen

  • keine bekannt
  • Wechselwirkungen

Eibischwurzel 1/2 bis 1 Stunde vor anderen Arzneimitteln ein­nehmen, da die Aufnahme anderer Arzneimittel aus dem Magen-Darm-Trakt ansonsten verzögert sein kann.

Kontraindikationen

  • Eibischwurzel: Schwangerschaft und Stillzeit
  • Eibischwurzel bei Magenbeschwerden: ­Kinder unter 12 Jahren

Abgabehinweis

Von der Anwendung gegen Husten bei Kindern unter 3 Jahren ist abzuraten, weil diese Symptomatik in ärztliche Hände gehört.

Zubereitung

  • 1 bis 2 Teelöffel (ca. 0,5 bis 3 g) geschnittene Eibischwurzel beziehungsweise 1 Esslöffel (ca. 2 g) geschnittene Eibischblätter mit 150 ml kaltem Wasser übergießen
  • unter gelegentlichem Umrühren 1 bis 2 Stunden stehen lassen
  • Ansatz kurz zum Sieden erhitzen, abkühlen lassen und dann durch ein Teesieb geben

Mausespeck

Der Begriff Marshmallow leitet sich vom englischen »marsh mallow« ab – zu Deutsch: Sumpf-Malve oder Eibisch. Das ist kein Zufall. Denn Marsh­mallow oder – wie man hierzulande zu der Schaum­zuckerware sagt – Mausespeck wurde ursprünglich aus Inhaltsstoffen des Eibischs hergestellt. Vor allem die Wurzel sondert eine klebrige, weiße Substanz ab, die im nördlichen Europa zunächst als Klebstoff verwendet wurde. Die ersten, die daraus etwas Süßes zum Essen herstellten, waren die Franzosen mit der »pâte de guimauve«, was übersetzt so viel bedeutet wie »Eibisch-Paste« heute aber auch mit »Mausespeck« oder »Marshmallow« übersetzt wird. Diese Paste bestand aus geschlagenem Eiweiß, Zucker und den klebrigen Inhaltsstoffen der Eibischwurzel beziehungs­weise manchmal auch der Stängel und Blätter. Die pâte de guimauve war der Vorläufer der heutigen Marshmallows. Seit Anfang des 20.­Jahrhunderts ersetzen Süßwarenproduzenten die Eibischinhaltsstoffe durch Geliermittel.

Beispiele für Kombipräparate

  • Heumann Bronchialtee ­Solubifix®
  • H&S® Reizhustentee
  • Imupret®
  • Phytohustil® Hustenreizstiller Sirup
  • Sidroga® Husten- und Bronchialtee
  • Silomat® gegen Reizhusten ­Eibisch/Honig-Sirup
  • Tonsilgon® Tropfen



Beitrag erschienen in Ausgabe 05/2019

 

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