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Erhöht rotes Fleisch das Diabetesrisiko?


Von Annette Immel-Sehr / Große Langzeit-Beobachtungsstudien kommen weltweit zu dem Ergebnis, dass der hohe Konsum von rotem Fleisch, das heißt Rind-, Schweine- oder Lammfleisch, das Risiko für Typ-2-Diabetes erhöht. Ein Forscherteam um Clemens Wittenbecher vom Deutschen Institut für Ernährungsforschung (DIfE) hat nun Biomarker identifiziert, die auf einen kausalen Zusammenhang hinweisen.

 

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Die Forscher untersuchten die Blutproben von 2681 Teilnehmern der Potsdamer EPIC (European Prospective Investiga­tion into Cancer and Nutrition) -Studie und erfassten deren Ernährungsgewohnheiten. Insgesamt untersuchten sie 127 Biomarker, wobei 21 mit dem Fleischverzehr in Beziehung standen. Bei sechs dieser Biomarker zeigte sich auch ein Zusammenhang zu Diabetes. So war das Diabetesrisiko der Teilnehmer mit hohem Ferritinspiegel und niedrigem Spiegel der Aminosäure Glyzin erhöht. Ebenso waren die Werte von vier Lipiden verändert, die die Leber ans Blut abgibt.




Foto: Fotolia/Visionsi


Hohe Ferritinspiegel bedeuten, dass die Eisenspeicher voll sind. »Wie wissenschaftliche Untersuchungen zeigen, führt ein Zuviel an Eisen dazu, dass sich in den Körperzellen verstärkt hochreaktive Moleküle bilden, welche die Zellen schädigen«, erklärt Wittenbecher. Da Glyzin für den Zellschutz wichtig ist und gleichzeitig Entzündungs­reaktionen entgegenwirkt, könnten hohe Ferritinspiegel und niedrige Glyzinwerte bedeuten, dass der Körper einem erhöhten oxidativen Stress aus­gesetzt und weniger gut vor Entzündungen geschützt ist. Dies aber trägt erwiesenermaßen zur Typ-2-Diabetes-Entstehung bei. Die veränderten Lipidwerte weisen zudem auf einen gestörten Fettstoffwechsel der Leber hin, der nach Einschätzung der Wissenschaftler ebenso zur Krankheitsentstehung beitragen kann. Demnach erhöht nicht ein einzelner Inhaltstoff im roten Fleisch das Diabetesrisiko, sondern der gewohnheitsmäßig hohe Verzehr, der den Stoffwechsel über verschiedene Wege ungünstig beeinflusst. /

Quelle: Deutsches Institut für Ernährungs­forschung



Beitrag erschienen in Ausgabe 13/2015

 

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