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POLITIK UND BERUF

Umfrage in Niedersachsen

Ausbildungs-Reform gewünscht


Von Verena Arzbach / In Fachkreisen ist die Novellierung der PTA-Ausbildung schon länger Gegenstand von Diskussionen. Die Landes­apothekerkammer (LAK) Niedersachsen hat dazu nun PTA, PTA-Schüler sowie Apotheker und Lehrer an PTA-Schulen befragt.

 

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Die Apothekenleiter in Niedersachsen sorgen sich um ihre Zukunft. Immer mehr PTA haben das Rentenalter erreicht, und immer weniger junge Menschen beginnen eine Ausbildung zur PTA. Dazu kommen geburtenschwache Jahrgänge. »In manchen Schulen können ganze Klassen nicht besetzt werden, weil qualifizierte Bewerber fehlen. Ganz eindeutig werden derzeit in Niedersachsen weniger PTA ausgebildet als in den Apotheken benötigt werden«, warnt Kammerpräsidentin Magdalene Linz.




Die meisten Apothekenleiter wünschen sich mehr Praxisnähe im Lehrplan bei der Ausbildung der PTA.

Foto: Shutterstock/wavebreakmedia


Die Resonanz auf die schriftlich in Niedersachsen durchgeführte Umfrage war laut Angaben der LAK hoch. 349 Teilnehmer beteiligten sich insgesamt an der Umfrage: 128 Apotheker, 75 angestellte PTA, 107 PTA in der Ausbildung und insgesamt 39 Lehrer. Die fertig ausgebildeten PTA sind den Ergebnissen zufolge im Nachhinein größtenteils zufrieden mit ihrer Ausbildung: 52 Prozent bewerteten ihre eigene Ausbildung rückblickend mit mindestens »gut«. 40 Prozent hielten diese Zeit immerhin für »befriedigend«, 8 Prozent für »ausreichend« und schlechter. Die meisten fühlen sich durch die Ausbildung ausreichend auf ihre beruflichen Aufgaben vorbereitet. 30 Prozent der Befragten vergaben dafür mindestens ein »gut«, 48 Prozent ein »befriedigend«, 21 Prozent ein »ausreichend« oder schlechter. Eine kurze Ausbildungszeit ist für die PTA nicht zwangsläufig von Vorteil: Etwas mehr als die Hälfte war der Meinung, die Ausbildungszeit müsse »unbedingt« auf drei Jahre verlängert werden, 29 Prozent stimmten mit »vielleicht«.

Die Meinung der Apotheker hierzu fällt eindeutiger aus: 73 Prozent der Apotheker, die in ihrer Apotheke PTA beschäftigen, wünschten sich eine Verlängerung der Ausbildungszeit von zweieinhalb auf drei Jahre. Das Berufspraktikum sollte dabei von einem halben Jahr auf ein Jahr verlängert werden. 79 Prozent wünschen sich im Lehrplan zudem mehr Nähe zum Arbeitsalltag.

Eine längere Ausbildungszeit stößt aber nicht bei allen Befragten auf Zustimmung. Nur sieben der 39 befragten Lehrkräfte fänden eine Verlängerung der Ausbildung gut, 30 waren eindeutig dagegen. Bei einer Verlängerung rechnet ein Großteil mit Problemen bei der Durchführung. Für wichtiger halten die meisten Lehrer eine Aktualisierung der Lehrinhalte.

Eine Frage des Geldes

Neben der längeren Ausbildungszeit ist auch die zukünftige Finanzierung der PTA-Ausbildung ein Streitpunkt. Nur wenige PTA können sich vorstellen, ihre Ausbildung aus eigener Tasche zu zahlen. 47 Prozent der angestellten PTA gaben an, sie würden maximal 150 Euro pro Monat für die eigene Ausbildung beisteuern. 26 Prozent würden sich nicht mit eigenen Mitteln beteiligen.

Präsidentin Linz zeigte sich überzeugt, dass von einer Reform der PTA-Ausbildung alle profitierten. »Pharmazeutisch gut ausgebildete PTA sind unersetzliche Fachkräfte in der öffentlichen Apotheke. Wir können und wollen auf sie nicht verzichten. Deshalb fordern wir die Gesundheitspolitiker auf, die Lehrinhalte so anzupassen, dass zeitgemäß und mit mehr Praxisbezug unterrichtet wird. Das gelingt am besten, wenn die Praktikumszeit von einem halben Jahr auf ein Jahr verlängert wird.«

Zuversicht bei Schülern

Die meisten PTA-Schüler gaben bei der Befragung an, dass sie den Beruf gewählt haben, weil jemand aus der Familie oder aus ihrem Umfeld sie dazu ermuntert hat (50 Prozent). Ein Fünftel hat sich nach einem Apothekenpraktikum für die Ausbildung entschieden. Die meisten Schüler haben einen Realschul- oder erweiterten Realschulabschluss (50 Prozent), 34 Prozent die Fachhochschulreife oder das Abitur. In ihre berufliche Zukunft blicken die PTA-Anwärter überwiegend zuversichtlich: 45 Prozent werteten die Berufsaussichten mit »gut«, sieben Prozent mit »hervorragend«. 32 Prozent hielten ihre Chancen auf dem Arbeitsmarkt für »befriedigend« und 15 Prozent für »schlecht« und »unklar«. /



Beitrag erschienen in Ausgabe 06/2016

 

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