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BERATUNGSPRAXIS

Gesichtsmasken

Das zweite Gesicht


Von Elke Wolf / Gesichtsmasken sind schon lange nicht mehr nur für den Besuch bei der Kosmetikerin reserviert. Mittlerweile sind sie auch aus dem häuslichen Badezimmer nicht mehr weg­zudenken und bringen ein Extraplus in die tägliche Pflege. Damit die geballte Wirkstoffladung ihren Effekt nicht verfehlt, gilt es, im Beratungsgespräch die Masken vorrangig nach dem aktuellen Hautzustand und erst in zweiter Linie nach den individuellen Wünschen der Kundin auszuwählen.

 

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Gesichtsmasken bedeuten eine Intensivkur für die verschiedensten Bedürfnisse der Haut: Sie können reinigen, straffen oder die Haut großzügig mit Feuchtigkeit versorgen – und das in Rekord­zeit.

Porentief rein

Reinigungsmasken ergänzen die tägliche Reinigung mit Gel oder Milch. Masken auf Ton- oder Mineralerdebasis (Kaolin, Bentonit, kolloidale Kieselsäure und Heilerden) saugen überschüssigen Talg und Schmutz auf und verfeinern so die Poren. Sie sind besonders bei Hautunreinheiten und fetter Haut geeignet. Meist handelt es sich um sogenannte feste Masken, also Pasten oder Pulver, die vor der Anwendung mit Wasser zu einem streichfähigen Brei angerührt werden. Nachdem die Flüssigkeit verdunstet ist, trocknen die Masken auf der Haut an. Am besten nicht bis zur vollständigen Erstarrung auf der Haut lassen, weil sonst der austrocknende Effekt zu stark sein könnte. Mit warmem Wasser abwaschen.




Sowohl Peel-off- als auch Heilerde-Masken erstarren auf der Haut und befreien diese von überschüssigem Talg und Schmutz.

Foto: Fotolia/weseetheworld


Enzym-Peeling-Masken enthalten neben der Tonerde enzymhaltige Pflanzenextrakte der Papaya oder Ananas. Sie stellen eine sanfte Alternative zu mechanischen Peelings dar, da sie schonender sind als Produkte mit Reibe­körpern oder Fruchtsäuren.

Als Reinigungsmasken fungieren auch sogenannte Filmmasken, also streichfähige, transparente hydrophile Gele. Am besten mit einem Pinsel auftragen und nach der Einwirkzeit abziehen oder abrubbeln (deshalb auch als Peel-off-Maske bezeichnet). Das nimmt lockere Hautschüppchen mit; die Haut wirkt glatter und klarer als zuvor. Grundlage der Filmmasken sind Poly­acrylate, Cellulosederivate, Agar, Pektin oder Alginate. Wichtig: Filmmasken sind genauso wie erstarrende Masken bei trockener und empfindlicher Haut zu meiden, dagegen gut bei fetter oder unreiner Haut.

Intensivpflege

Gesichtsmasken können die Haut nicht nur reinigen, sondern ihr auch durch die höhere Wirkstoffkonzentration als in Cremes in kürzester Zeit pflegende Inhaltsstoffe zuführen. Creme-, Gel- und Schaummasken sind meist sehr reichhaltig und werden, im Gegensatz zu Reinigungsmasken, nach dem Einwirken mitunter nicht vollständig abgewaschen, sondern sanft in die Haut einmassiert. Crememasken eignen sich für jeden Hauttyp, allerdings nicht für fette oder unreine Haut.




Foto: Fotolia/kazmulka


Crememasken sind streichfähige, meist O/W-Emulsionen, die in dicker Schicht auf das Gesicht aufgetragen werden. Die dabei entstehende Okklusion sorgt für eine starke Hydratation der Hornschicht. Die Haut wirkt prall und gut durchblutet. Was die Wirkstoffe in Crememasken betrifft, sollte man sich an den aktuellen Bedürfnissen der Haut orientieren. Es können etwa Feuchthaltefaktoren wie Hyaluronsäure, spezielle Vitamine oder straffende Pflanzenextrakte sein. Abhängig von den enthaltenen Wirkstoffen nennen sich Crememasken Feuchtigkeitsmaske, Aufbaumaske oder Repairmaske. Auch Reinigungsmasken gibt es in dieser galenischen Zubereitung.

Schaummasken sind die schnellen »Muntermacher« unter den Masken. Dafür sorgen die im Schaum eingeschlossenen Luftbläschen. Sie zerplatzen durch die Hautwärme, was ein angenehm prickelndes Gefühl vermittelt. Die flüssigen O/W-Emulsionen, mittels Treibgas in Schäume umgesetzt, werden auf das gereinigte Gesicht aufgetragen und ziehen vollständig ein. Schaummasken sind gespickt mit Feuchthaltefaktoren. Das bringt Feuchtigkeit in die Hornschicht, die Haut wirkt prall.

Auch Gelmasken sollen der Haut vor allem Feuchtigkeit zuführen. Deshalb eignen sie sich für sehr trockene und reife Haut. Sie sind aber auch als kühlende Maske bei leichtem Sonnenbrand ein guter Tipp. Sie werden in dicker Schicht auf die Haut aufgetragen. Als Grundlage dienen Gelatine, Gummi arabicum und verschiedene Harze.


Kleines Masken-1 x 1

  • Bevor die Maske aufgetragen wird, ist das Gesicht gründlich zu reinigen. Dabei die Augenpartie aussparen, genauso die vordere Halspartie, wenn es sich um antrocknende Masken handelt.
  • Während die Maske einwirkt, können auch die Augen profitieren. Mit Augentonikum oder mit Schwarztee getränkte Kompressen auf die geschlossenen Lider legen.
  • Die Art der Maske entscheidet über die Länge der Einwirkzeit.
  • Auch die Entfernung richtet sich nach der Art der Maske. Sie kann wie ein Film abgezogen, mit feucht­warmen Kompressen abgenommen oder abgewaschen werden. Nicht eingezogene Reste von Crememasken können in die Haut einmassiert werden.
  • Danach wird das Gesicht mit einem geeigneten Gesichtswasser tonisiert und mit der jeweiligen Pflege versorgt.
  • Die beste Zeit für das Auftragen einer Maske ist abends vor dem Schlafengehen. Da die Haut sich über Nacht regeneriert und von den Schäden des Vortags erholt, können die pflegenden Inhaltsstoffe ihre Wirkung besonders gut entfalten.


Spezialmasken

Vliesmasken sind stoffähnliche, mit einer hoch dosierten Essenz getränkte Masken, die auf das Gesicht gelegt werden. Das Vlies auf Basis einer Kollagen- oder Algenmatrix ist unlöslich oder verwandelt sich mit Wasser in eine Gelphase. Nach rund 15 Minuten hat die Haut die Wirkstoffe der Maske aufgesogen. Das Vlies wird einfach abge­zogen. Durch die hohe Wirkstoffkonzentration ist das Ergebnis sofort sichtbar: Die Haut ist gestrafft, aufgepolstert und rundum entspannt.

Vorteil von Vliesmasken: Sie sind einzeln in luftdichte Sachets verpackt und deshalb besonders reich an Wirkstoffen. Da die Masken im Liegen am besten haften, bietet diese Art der Anwendung die perfekte Gelegenheit für eine kleine Auszeit.

Eine besondere Galenik bieten neben den Vlies- auch die sogenannten Thermomasken. Diese bestehen aus weißem Ton oder Gips, der mit Wasser angerührt als Brei auf das Gesicht aufgetragen wird. Die Idee: Beim Abbinden der aufgetragenen Masse wird Wärme frei, was die Penetration der Wirkstoffe einer darunter aufgetragenen Creme ankurbeln soll. Weil sich die Thermomaske beim Abbinden zusammenzieht, kommt es zu einem kurzzeitigen Straffungseffekt. Die eingetrocknete Thermomaske wird als Ganzes abgenommen. Thermomasken sind nichts für Kundinnen, die zu Couperose neigen oder sonstige Hautkrankheiten haben. Sanfter, weil weniger erwärmend wirken Paraffinmasken. /



Beitrag erschienen in Ausgabe 06/2016

 

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