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Forschung

Infektion vor Mandel-OP erhöht das Blutungsrisiko

Warum das Blutungsrisiko bei einer operativen Entfernung der Rachenmandeln immer noch recht hoch liegt, haben neuseeländische Forscher herausgefunden.
Elke Wolf
26.10.2020  08:30 Uhr

Das Risiko für eine Blutung nach einer operativen Entfernung der Mandeln liegt seit Jahren bei rund 5 Prozent und damit trotz verbesserter Operationstechniken immer noch recht hoch. Neuseeländische Wissenschaftler haben nun analysiert, dass das an einem Infekt in den zwei Wochen vor der Operation liegen könnte. Ihre Daten haben sie im Fachmagazin Clinical Otolaryngology veröffentlicht.

HNO-Ärzte um Dr. James Johnston haben untersucht, ob und auf welche Weise Zeichen und Symptome von Infektionen in den zwei Wochen vor dem Eingriff das Blutungsrisiko beeinflussen. Dazu analysierten sie Daten von mehr als 1500 Kindern unter 16 Jahren aus zwei neuseeländischen Bezirken, die zwischen Dezember 2015 und Dezember 2017 eine Mandel-Operation hatten. 5,5 Prozent der Kinder erlitten nach dem Eingriff Blutungen.

Johnston und sein Team haben eine »signifikante Korrelation zwischen Infektionssymptomen in den zwei Wochen vor einer Tonsillektomie und postoperativen Hämorrhagien aufgedeckt«, wie sie schreiben. Zwei Drittel der Kinder mit postoperativen Blutungen zeigten vor dem Eingriff Symptome einer Infektion wie Fieber, Halsweh, Schluckbeschwerden, Beläge auf den Tonsillen oder empfindliche Lymphknoten. 84 Prozent der Kinder mit Symptomen hatten einen Abstrich auf Streptokokken der Gruppe A.

Ginge es um die Entscheidung, zu operieren oder den Eingriff zu verschieben, sollten die verantwortlichen Mediziner diese infektiöse Symptomatik in der Vorgeschichte miteinbeziehen, raten Johnston und Kollegen. Falle die Entscheidung für einen Eingriff, sei es womöglich sinnvoll, bei der Einleitung der Anästhesie und postoperativ Antibiotika einzusetzen.

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