PTA-Forum online
Aufgabe für PTA

Influencer für die Apotheke

Damit Sie auf Social-Media-Kanälen Erfolg haben, sollten Ihre Aktivitäten vor allem echt wirken. Perfekt ist zweitrangig. In der Apotheke ist es wichtig, das ganze Team einzubeziehen oder wenigstens zu informieren. Denn der Erfolg steigt, wenn alle mitmachen. Das sagte Chris Günter, Chef einer Werbeagentur in Stuttgart, auf der Expopharm Impuls. Das Thema: PTA als Influencer.
Isabel Weinert
09.10.2020  11:12 Uhr

Apotheken sind auf Social-Media-Kanälen wie Facebook und Youtube, Twitter und Instagram im Vergleich zu anderen Unternehmen noch wenig vertreten. Dabei bieten die sozialen Plattformen Chancen auch für die Vor-Ort-Apotheke. Über die ersten Schritte in diese Richtung berichtete der Leiter der Gesund-leben-Apotheken am Universitätsklinikum Hamburg Eppendorf (UKE), Sebastian Schulz: »Am Anfang konnte ich mir das tatsächlich nicht vorstellen, und meine Mitarbeiter mussten Überzeugungsarbeit leisten. Ich wusste nicht, wie das für eine Apotheke auf Facebook und Instagram aussehen könnte und hatte auch Bedenken wegen des Datenschutzes. Der Startschuss fiel dann, als Schulz mit seinen Mitarbeitern im vergangenen Jahr auf dem Gesund-leben-Liveevent in Bonn war und dort Social Media mit auf dem Plan stand. Mittlerweile sind beide Apotheken auf Facebook und Instagram präsent: »Wir werden uns nicht als Top-Influencer gleich an die Spitze schießen, aber wir sind mit diesem neuen Medium vertraut und gewinnen immer mehr Follower mit unseren Beiträgen«. Das bestätigte auch Sylwia Spaniel, Apothekerin in der Löwen-Apotheke in Feuchtwangen sowie in der Apotheke am Forst in Dentlein am Forst. Beide betonten auch den Wert, sich dank der Aktivität ihrer PTA auf Social-Media-Kanälen als moderne Apotheken präsentieren zu können. »Instagramable« nennt sich das. »Wir erreichen über diese Kanäle noch einmal ganz andere Zielgruppen und können mit ganz anderen Gruppen in Kontakt treten«, so Schulz.

Anspruch runter

Wie geht man am besten an das Thema Influencer-Marketing heran? Darüber informierte Chris Günter, Geschäftsführer einer Werbeagentur in Stuttgart. »Wenn man sich an das Thema heranwagt, darf man seinen Anspruch an sich selbst ruhig ein wenig herunterschrauben«, so der Experte. Viele Apotheker und PTA meinten, es müsse immer alles Hochglanz sein, aber es zähle viel mehr, dass die Aktivitäten echt wirkten. »Denn Menschen möchten in den sozialen Medien vorwiegend unterhalten werden und das Gefühl haben, mit echten Menschen zu tun haben«, so Günter. Auf Hochglanzmotive oder Werbeplattitüden hätten die Leute keine Lust.

Ein weiterer wichtiger Punkt für die Planung sei das strukturierte Vorgehen. Da gehe es zum einen um die Themen, zum anderen aber auch um die personelle Koordination in der Apotheke, in der Zeit ohnehin ein knappes Gut ist. »Deshalb ist es wichtig, mit einfachen Mitteln relevante Themen zu finden«, erklärte der Werbefachmann. Das gelinge am besten, wenn das ganze Team in die Ideenfindung involviert sei, so Günters Erfahrung. In den Apotheken am UKE und im Mittelfränkischen gelingt es beinahe spielend, die Follower immer wieder zu überraschen und zu begeistern. »Wir sind sowieso in unserer Freizeit viel auf sozialen Medien unterwegs, sagte Susanne Volkodav, PTA in der Löwen-Apotheke. Deshalb bereitet ihr und ihrer Kollegin Jessica Schmid die Social-Media-Arbeit ohnehin Freude.

Seite12>
TEILEN
Datenschutz

Mehr von Avoxa