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Covid-19-Impfung in Deutschland

Jeder Zweite mindestens einmal gegen Corona geimpft

Eine wichtige Marke auf dem Weg zur erhofften Herdenimmunität ist erreicht: Jeder Zweite in Deutschland hat mindestens eine Impfung zum Schutz vor Covid-19 bekommen. Was das bedeutet.
dpa
18.06.2021  15:30 Uhr

Im sechsten Monat nach dem Start der Corona-Impfkampagne in Deutschland hat die Hälfte der Bevölkerung mindestens eine erste Dosis erhalten. Die Quote der erstgeimpften Bürger lag nach Angaben des Robert Koch-Instituts (RKI) vom Freitag bei 50,1 Prozent der Gesamtbevölkerung oder 41,66 Millionen Menschen. 29,6 Prozent hatten demnach bereits den vollen Schutz – knapp 25 Millionen Menschen.

Das bedeutet auch: Viele Millionen Menschen sind noch ungeschützt oder erst teilgeschützt. Eine einmalige Impfung biete noch nicht genügend Schutz vor einer Infektion, sagte RKI-Präsident Lothar Wieler Anfang Juni. Anders ist das nur bei dem Janssen-Impfstoff, der bereits nach einer Dosis vollen Schutz bietet. Um weitgehend auf Maßnahmen verzichten zu können, bräuchten mehr als 80 Prozent der Bevölkerung einen Immunschutz – entweder durch vollständige Impfung oder eine durchgemachte Infektion plus Impfung. Sollte man künftig einer noch ansteckenderen Virusvariante die Stirn bieten müssen, wäre wohl ein noch höherer Anteil nötig.

Wie viel bewirken die Erstimpfungen?

Ihr Anteil am Rückgang der Fallzahlen seit dem Höhepunkt der dritten Welle ist nicht leicht zu beziffern. Experten verweisen auf ein Zusammenspiel vieler Faktoren, darunter Impfungen, aber auch Corona-Maßnahmen wie Kontaktbeschränkungen, Saisoneffekte und das Testverhalten. Da anfangs vor allem Menschen mit hohem Risiko für schwere Krankheitsverläufe geimpft wurden, beschrieben Wissenschaftler die Rolle dieser Impfungen zum Bremsen der Pandemie als untergeordnet.

Denn ältere Menschen haben meist weniger Kontakte als mobile Junge. »Die zunehmenden Impfungen helfen dabei, die Infektionszahlen zu senken. Aber dass sie zuletzt nicht allein den Unterschied machten, sieht man daran, dass die Inzidenzen auch in weitgehend ungeimpften Altersgruppen gesunken sind«, sagte der Immunologe Carsten Watzl der Nachrichtenagentur dpa.

Gesundheitsdaten aus Israel weisen allerdings darauf hin, dass eine hohe Impfquote im Land offenbar das Risiko für ungeimpfte Jugendliche vermindern kann, sich mit Corona anzustecken. Mit zunehmender Zahl geimpfter Erwachsener wurden demnach immer weniger Kinder und Jugendliche unter 16 Jahren positiv auf Corona getestet, berichten israelische Forscher im Fachjournal »Nature Medicine«. Allerdings seien weitere Analysen zu diesem Effekt nötig.

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