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»Wir sind da«

Junger Apotheker geht mit Botschaft viral

Vielen wird in den vergangenen Tagen in Social-Media-Kanälen das Bild eines jungen Apothekers im Halbdunkel in der Offizin aufgefallen sein. »Beliefern, beraten, beruhigen, betreuen: Such das, was wir gerade leisten, mal online« steht als Text dazu geschrieben. Wer steckt eigentlich dahinter? Die Pharmazeutische Zeitung hat mit dem Urheber gesprochen.
Sven Siebenand
26.03.2020
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Wie andere Apotheken erstickt auch die Hubertus-Apotheke in Hildesheim wegen der Coronakrise gerade in Arbeit. »Obwohl wir alle auf dem Zahnfleisch gehen, fangen wir, die öffentlichen Apotheken, momentan sehr viel ab«, sagt Florian Taentzler, Inhaber der Apotheke. Das Bild mit dem Namen »Wir sind da« und der Text des Posts stammen von ihm.

Vergangenen Donnerstag nach Dienstschluss sei das Foto, das ihn selbst zeigt, in der Offizin entstanden. Danach habe sich Taentzler an den Schreibtisch gesetzt, das Bild bearbeitet und die kurze, aber treffende Botschaft hinzugefügt. Das Bild wird unter dem Dateinamen »Wir sind da« abgespeichert.

Das Wir, die Gesamtheit der öffentlichen Apotheken, thematisiert er im Gespräch immer wieder. Er habe auf eine Situation aufmerksam machen wollen, die nicht nur ihn und seine Apotheke, sondern die alle Präsenzapotheken betrifft. Für viele Patienten sei die Apotheke vor Ort gerade jetzt erste Anlaufstelle für sämtliche Gesundheitsfragen.

Vergangenen Samstag stellte Taentzler das Bild in seinen WhatsApp-Status ein. Es habe nicht lange gedauert bis Freunde, Kollegen und Bekannte darauf aufmerksam wurden und bei ihm anfragten, ob sie das Bild bekommen könnten oder ob er es bei Instagram, wo er bis dato noch gar nicht unterwegs war, einstellen würde.

Gesagt, getan: Nachdem der Apotheker das Bild an einige Bekannte und Freunde weitergeleitet hat, findet das dynamische Geschehen statt, von dem wir aus der Berichterstattung zum Coronavirus gerade häufig hören und lesen. Innerhalb kurzer Zeit geht das Bild aus der Hildesheimer Apotheke viral. Immer mehr Apotheker posten es in ihren Accounts oder teilen es. Woher das Bild ursprünglich stammt, wissen viele dabei gar nicht mehr.

Der Weg zurück an die Quelle verlief auch für die Redaktion über mehrere Stationen. Schließlich ist Taentzler am Handy. Trotz Coronakrise und trotz Mehrarbeit in der Apotheke nimmt er sich Zeit und erzählt die Entstehungsgeschichte dieses Bildes. »Ich habe niemals damit gerechnet, dass das passieren würde.« Das positive Feedback der Kollegen freut ihn aber sehr. Es zeige ihm, dass das, was ihn motiviert hat zu dem Bild, nicht nur »seine« Herzensangelegenheit, sondern »unsere« Herzensangelegenheit ist.

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