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Impfwissen
Keuchhusten ist kein Kinderkram

Wen wann impfen?

Weder eine durchgemachte Erkrankung noch die vollständige Immunisierung schützt ein Leben lang vor der Erkrankung. Erlischt der Impfschutz, können sich Menschen auch nach überwundener Infektion erneut anstecken, und so muss die Impfung regelmäßig aufgefrischt werden.

Laut Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) sollte die Grundimmunisierung mit vier Impfungen in den ersten zwei Lebensjahren erfolgen, wobei die ersten drei Dosen jeweils nach vollendetem zweiten, dritten und vierten Lebensmonat verabreicht werden sollen. Die vierte Dosis sollte im Alter von 11 bis 14 Monaten appliziert werden. Darauf folgen zwei Auffrischungen, einmal im Kindes- (mit 5 bis 6 Jahren) und im Jugendalter zwischen 9 bis 17 Jahren. Für Erwachsene wird ein Pertussis-Schutz zusammen mit der Auffrischung für Tetanus und Diphtherie alle zehn Jahre empfohlen.

Impfempfehlung

Die Ständige Impfkommission (STIKO) am RKI empfiehlt für folgende Personengruppen die Impfung:

  • Alle Säuglinge nach Vollendung des zweiten Lebensmonats, Grundimmunisierung und Auffrischung bis 17 Jahre
  • Frauen im gebärfähigen Alter und Schwangere ab 2./3. Trimenon
  • enge Haushaltskontaktpersonen (Eltern, Geschwister) und Betreuer (zum Beispiel Tagesmütter, Babysitter, Großeltern) möglichst vier Wochen vor Geburt des Kindes eine Dosis Pertussis-Impfstoff
  • Erfolgte die Impfung nicht vor der Konzeption (Empfängnis), sollte die Mutter möglichst in den ersten Tagen nach der Geburt des Kindes eine Impfung erhalten.

Ganz neu seit März 2020: Die Ständige Impfkommission (STIKO) am RKI empfiehlt offiziell, dass sich schwangere Frauen gegen Pertussis impfen lassen sollen, um Neugeborene und junge Säuglinge vor Keuchhusten und dessen Komplikationen zu schützen.

Laut STIKO sollen die Frauen zu Beginn des dritten Trimenons mit einem Tdap-Kombinationsimpfstoff, der Tetanus- und Diphtherie-Toxoide sowie azelluläre Pertussis-Komponenten enthält, geimpft werden. Ist eine Frühgeburt wahrscheinlich, sollte die Maßnahme ins zweite Trimenon vorgezogen werden. Für den Schutz des Neugeborenen sei das Intervall zwischen Impfzeitpunkt und Geburt entscheidend, schreibt die STIKO. Denn der mütterliche Organismus muss genügend Zeit haben, hohe Antikörpertiter aufzubauen, die dann über die Plazenta auf das Ungeborene übertragen werden. Ohne diese Impfung hat das Neugeborene keinen Nestschutz!

PTA und Apotheker sollten der Frau erklären, dass die Pertussis-Vakzine nicht primär sie selbst, sondern das Kind schützen soll. Daher soll die Impfung unabhängig vom persönlichen Impfschutz der Frau erfolgen. Außerdem muss sie in jeder Schwangerschaft wiederholt werden. Laut Studienlage sei die Tdap-Impfung in der Schwangerschaft sicher, betonen die Experten.

Die Säuglinge selbst können vor dem Alter von sechs Wochen nicht geimpft werden. Um die ganz Kleinen zu schützen, wurde bislang nur die sogenannte Kokonstragie verfolgt: Frauen im gebärfähigen Alter, enge Kontaktpersonen zu Neugeborenen sowie Personal im Gesundheitsdienst oder in Gemeinschaftseinrichtungen sollten alle zehn Jahre geimpft werden, um quasi einen Schutzwall um das Neugeborene zu ziehen.

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