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»Advent, Advent – es brennt!«

Kinder vor Verbrennungen schützen

Winterzeit ist Kerzenzeit – doch nicht nur Kerzen sind eine Gefahrenquelle, vor allem für Kinder. Auch an heißen Türen, am Kamin oder am Backofen oder durch heiße Getränke können Kinder Verbrennungen und Verbrühungen erleiden. Paulinchen, die Initiative für brandverletzte Kinder, möchte daher anlässlich des heutigen »Tages des brandverletzten Kindes« darüber aufklären, wie sich solche Unfälle vermeiden lassen.
Katja Egermeier
07.12.2021  12:00 Uhr

Etwa 7.500 Kinder unter 15 Jahren verbrennen oder verbrühen sich der Initiative zufolge jedes Jahr so schwer, dass sie in Kliniken stationär behandelt werden müssen. Mehr als 70 Prozent dieser Kinder seien jünger als 5 Jahre. Derzeit ist die Gefahr besonders erhöht. »In den Spezialkliniken für Brandverletzte behandeln wir in der Weihnachtszeit gehäuft Kinder mit Verbrühungen durch umgekippte heiße Flüssigkeiten«, weiß Professor Marcus Lehnhardt, Direktor der Klinik für Plastische Chirurgie sowie des Schwerbrandverletztenzentrums am BG Universitätsklinikum Bergmannsheil in Bochum, zu berichten. An der Gesamtzahl der kindlichen Verbrennungen betrügen die Kontaktverbrennungen an heißen Flächen inzwischen mehr als 10 Prozent.

Auch Susanne Falk, Vorstandsvorsitzende von Paulinchen, hebt die Notwendigkeit hervor, auf Kinder in der Weihnachtszeit ein besonderes Auge zu haben. So hätten beispielsweise brennende Kerzen nichts in Kinderhänden zu suchen. »Leider sehen wir das immer noch bei Krippenspielen und Weihnachtsfeiern.« Eine sichere Alternative seien geprüfte LED-Lichterketten und LED-Kerzen. Weitere elementare Schutzmaßnahmen sind Oberbranddirektor Dr. Christian Schwarz, Leiter der Hamburger Feuerwehr, zufolge, Fluchtwege zu kennen sowie die Wohnung oder das Haus mit Rauchmeldern abzusichern. Auch er betont, dass vor allem Kinder niemals mit Kerzen und offenem Feuer allein gelassen werden sollten. »Gerade in der Advents- und Weihnachtszeit werden wir immer wieder zu Bränden gerufen.«

Tipps für eine sichere Weihnachtszeit

  • Kinder nie mit offenem Feuer oder brennenden Kerzen alleine lassen.
  • Streichhölzer und Feuerzeuge für Kinder unerreichbar aufbewahren.
  • Kerzen auf eine standfeste, nicht brennbare Unterlage stellen und einen Sicherheitsabstand zu brennbaren Materialien wie etwa Vorhängen einhalten.
  • Kerzen auswechseln, bevor diese ganz heruntergebrannt sind.
  • Kerzen immer löschen, wenn man den Raum verlässt.
  • LED-Kerzen als sicherere Alternative in Adventsgestecken nutzen.
  • Den Weihnachtsbaum in einen möglichst schweren, mit Wasser gefüllten Ständer stellen und hohe Bäume zusätzlich festbinden, damit sie nicht umfallen können.
  • Für den Weihnachtsbaum geprüfte LED-Lichterketten oder LED-Kerzen nutzen (z.B. mit dem VDE-GS-Zeichen).
  • Auch Wunderkerzen gehören nicht in Kinderhände.
  • Kinder von heißen Flächen wie Kamin- oder Backofentür fernhalten, heiße Kaminofenscheiben absichern.
  • Nichts Heißes trinken, während ein Kind auf dem Arm oder Schoß ist.
  • Heiße Flüssigkeiten nie zu nah an den Rand von Tisch- und Arbeitsplatten oder auf dem Boden abstellen.
  • Auf herabhängende Tischdecken verzichten. Kleinkinder könnten sich daran hochziehen.
  • Die Wohnung/das Haus mit Rauchmeldern sichern.
  • Kinder für den Fall eines Brandes die Fluchtwege zeigen.
  • Einen Brand nur dann löschen, wenn dies ohne Eigengefährdung möglich ist. Ansonsten Türen schließen und die Wohnung mit allen Familienmitgliedern verlassen. Bei einem Brand immer die Feuerwehr alarmieren (Notruf 112).

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