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Angst vor Nebenwirkungen 

Kinderwunsch bei chronischen Darmerkrankungen

Etwa 10 bis 20 Prozent der CED-Patienten werden derzeit in Deutschland mit Biologika behandelt. Zugelassen sind hierzulande Infliximab und Adalimumab zur Behandlung von Morbus Crohn (MC) und Colitis ulcerosa (CU) sowie Golimumab in der Indikation CU. Die größte klinische Erfahrung, auch während der Schwangerschaft, bestehe im Einsatz von Infliximab, schreiben die Autoren. Die Datenlage für Golimumab sei sehr begrenzt. Insgesamt sei der Einsatz von TNF-Antikörpern in der Schwangerschaft als sicher einzustufen.

Seit 2014 steht der Integrin-Antagonist Vedolizumab für die Behandlung der CED zur Verfügung. Die klinische Erfahrung mit dem Einsatz in der Schwangerschaft sei weniger groß als die mit TNF-Antikörpern. Am umfangreichsten seien die Daten der CONCEIVE-Studie, in der Vedolizumab mit TNF-Antikörpern beziehungsweise Standardtherapie verglichen wurde. Hierbei zeigte sich in der Vedolizumab-Gruppe kein erhöhtes Risiko für Spontanaborte, Fehlbildungen oder Frühgeburtlichkeit.

Für den Interleukin-12/Interleukin-23-Antikörper Ustekinumab, der bei MC und CU eingesetzt werden darf, liegen zum Einsatz in der Schwangerschaft nur wenige Daten vor. Die Entscheidung über eine Ustekinumab-Therapie während der Schwangerschaft sollte in Rücksprache mit der Patientin und unter Aufsicht erfahrener Spezialisten erfolgen. Daten zur Auswirkung der intrauterinen Ustekinumab-Exposition auf die kindliche Entwicklung nach Geburt liegen bisher nicht vor.

Seit 2017 ist der Januskinase-Inhibitor Tofacitinib zur Behandlung der CU zugelassen. Zwar zeigten Daten in der Behandlung rheumatischer Erkrankungen sowohl bei maternaler als auch paternaler Exposition keinen Hinweis auf eine erhöhte Fehlbildungs- oder Spontanabortsrate. Dennoch gelte Tofacitinib derzeit als kontraindiziert während der Schwangerschaft und sollte vier bis sechs Wochen vor Konzeption abgesetzt werden.

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