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Zukunftskongress Nordrhein

Klein, fein, und informativ

Auch in diesem Jahr hatte der Apothekerverband Nordrhein zum Zukunftskongress nach Bonn eingeladen. Dieser Einladung folgten wieder mehr als 400 Teilnehmer.
Sabine Pfeiffer van Rijswijk
13.03.2019  16:34 Uhr

Das Programm in bewährter Form: morgens­ Politik, Keynote-Speaker, nachmittags die politische Diskussions­runde und anschließend aktuelle Vorträge. Dieses Mal stand die Digitali­sierung im Mittelpunkt.

Nach der Begrüßung der Teilnehmer gab Thomas Preis, Vorsitzender des Apothekerverbands Nordrhein, einen kurzen Rückblick auf das Jahr 2018 und die Sorgen der Apothekerschaft und führte drei Themen an, die 2019 auf der berufs­politischen Agenda stehen. Zum einen die Gleichpreisigkeit der Arzneimittel: Die Ungleichbehandlung von aus­ländischen Versendern zu den deutschen Vor-Ort-Apotheken muss zurückgedreht werden, um wieder gleiche­ Voraussetzungen für alle herzustellen. Zum anderen ging es darum, die finanziellen Rahmenbedingungen der Apotheken zu verbessern. Den Apothekern werden immer mehr Ver­waltungs­aufgaben aufgebürdet, einen finanziellen Ausgleich erhalten sie für die damit verbundene Mehrarbeit nicht. Bei Thema drei drehte es sich um die Bereitschaft, weitere Versorgungsaufgaben zu übernehmen. Da Landesgesundheitsminister Laumann verhindert war, wurde der Gesundheitspolitische Lagebericht durch Dr. Frank Stollmann vorgetragen. Natür­lich bekannte man sich zu der Vor-Ort-Apotheke, weiß die noch flächen­deckende Versorgung der Bevölkerung zu schätzen und wird sich weiterhin für ein Verbot des Rx-Versandhandels einsetzen.

Thema der Keynote war künstliche Intelligenz. Was darf die Gesellschaft in Zukunft von ihr erwarten? Hier zeigte Professor Dr. Katharina A. Zweig auf, dass Roboter nicht alle Berufe ersetzen können. Um entsprechende und verlässliche Programme entwickeln zu können, ist man auf Daten angewiesen, und hier ist der Apotheker gefragt. Natür­­lich bedarf es hier auch einer ethischen Diskussion, aber Ziel bleibt, die Patienten bestmöglich zu versorgen.

In der politischen Diskussionsrunde machte sich Dr. Georg Kippels von der CDU stark für die Apotheke vor Ort und betonte, dass er auch den Kurs von Karl-Josef Laumann unterstützt. Kordula Schulz-Asche von den Grünen sieht das Rx-Verbot skeptisch, in der Partei gibt es europarechtliche Bedenken. »Schlagen Sie uns eine rechtssichere Form vor«, forderte sie Thomas Preis auf. Gleichzeitig wandte sie sich an die Apotheker, sich neu aufzustellen, zum Beispiel­ in Versorgung und Angeboten. Nicole Westig betonte die Sichtweise der FDP, nämlich freie Märkte und Digitalisierung. Thomas Preis konterte: Trotz der vielen Buchbestellungen im Netz hält man an der Buchpreisbindung fest. Wieso ist dies nicht bei Arznei­mitteln möglich, obgleich es sich bei diesen um ein viel sensibleres Gut handelt?

Beim Thema Digitalisierung stellte Thomas Preis ein neu entwickeltes E-Rezept vor, welches noch in diesem Jahr als Bundesprojekt an den Start gehen soll. Wichtig: keine Einflussnahme der Krankenkassen auf den Belieferer. Kippels warf zum Schluss ein, dass sich die Apotheke seines Erachtens nach neu erfinden beziehungsweise umstrukturieren müsse.

Der Arbeitsplatz Apotheke kam leider­ zu kurz. Man plädierte für einen Studiengang Pharmazie in Bielefeld, zeigte auch den Apothekermangel in NRW auf, aber insgesamt hatten wir vom BVpta uns da etwas mehr ver­sprochen.

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