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Arzneipflanzenporträt

Knoblauch

Knoblauch (Allium sativum), auch Knobi, Knofel, Knobel oder Knulflock genannt, dient nicht nur zur Abwehr von Vampiren. Die Heilpflanze aus der Familie der Zwiebelgewächse (Alliaceae) soll erhöhte Blutfettwerte senken und altersbedingten Gefäßveränderungen vorbeugen.
Verena Schmidt
17.06.2019
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Merkmale

  • ausdauernde, 25 bis 70 cm hohe Pflanze
  • aufrechter, starrer Stängel, bis zur Mitte flache, breit-lineale, zugespitzte Laubblätter
  • scheindoldiger Blütenstand mit wenigen weißen oder rosa Blüten, etwa zehn bis zwanzig runde Brutzwiebeln
  • von einer dünnen weißen oder rötlichen Hülle umschlossene unterirdische Zwiebel
  • Zwiebel besteht aus länglicher Hauptzwiebel, umgeben von gekrümmten, dicht aneinander liegenden Nebenzwiebeln (Zehen)

Heimat

  • Zentralasien
  • Droge stammt oft aus Mittelmeerländern oder China

Arzneilich verwendete Pflanzenteile

  • getrocknete Zwiebeln (Zehen) in Form von Pulver (Allii sativi bulbi pulvis)

Inhaltsstoffe

  • Alliin, aus dem beim Schneiden und Trocknen durch Kontakt mit dem knoblaucheigenen Enzym Alliinase Allicin entsteht
  • Polysaccharide
  • Saponine

Anerkannte medizinische Anwendung

  • zur Unterstützung diätetischer Maßnahmen bei Erhöhung der Blutfettwerte und zur Vorbeugung altersbedingter Gefäßveränderungen (ESCOP, Kommission E)

Empfohlene Dosierung

  • 600 bis 900 mg Knoblauchpulver pro Tag
  • Fertigarzneimittel: siehe Packungsbeilage

Nebenwirkungen

  • Körper- und Mundgeruch
  • Magen-Darm-Beschwerden
  • Allergische Reaktionen
  • Überempfindlichkeitsreaktionen der Haut

Wechselwirkungen

  • möglicherweise mit Antikoagulanzien, Antihypertonika, Saquinavir

Kontraindikationen

  • vermehrte Blutungsneigung

Beispiele Monopräparate

  • Kwai® forte
  • Knoblauch nur 1 Dragee Dr. Böhm®
  • Knoblauch naturreiner Pflanzentrunk Schoenenberger

Beispiele Kombipräparate

  • Doppelherz® Knoblauch mit Mistel + Weißdorn
  • Knoblauch super plus Dr. Böhm®
  • Ilja Rogoff® THM

Hausmittel gegen Vampire

  • In dem Roman »Dracula« von Bram Stoker aus dem Jahr 1897 wird Knoblauch zur Abwehr von Vampiren beschrieben. Möglicherweise gibt es einen wahren Kern der Geschichte. Denn die Beschreibung von Vampiren ähnelt in gewisser Weise dem Krankheitsbild der Porphyrie. Bei dieser seltenen erblichen Erkrankung ist die Hämoglobinbildung gestört. Die Folge sind Blutarmut und extreme Lichtempfindlichkeit. Somit sehen die Betroffenen bleich aus; auf Sonnenbestrahlung reagieren sie mit Blasenbildung und Geschwüren. Nase, Ohren und Finger können stark verunstaltet sein. Oft sind Lippen und Zahnfleisch zurückgezogen, weshalb die Zähne wie Reißzähne erscheinen. Durch Einlagerung von Porphyrinen in die Zähne erscheinen diese rot. Als Mittel gegen die Erkrankung tranken Betroffene in der Vergangenheit offenbar Blut. Und sie mieden Knoblauch, da dieser auf Grund seiner schwefelhaltigen Inhaltsstoffe das Leiden verschlimmert.

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